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Große Leistung der Waldarbeiter gewürdigt

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Ein langer Kirchenzug, angeführt von der Trachtenkapelle des GTEV D'Miesenbacher, zog am Samstag zur Ruhpoldinger Pfarrkirche St. Georg. (Foto: Giesen)

Ruhpolding. Seit beinahe 400 Jahren begeht der Ruhpoldinger Holzknechtverein, in jüngster Zeit zusammen mit dem Forstbetrieb Ruhpolding, feierlich den traditionellen Vinzenzitag. Am vergangenen Samstag war es wieder so weit. Dabei wurde unter anderem Vorsitzender Georg Bichler in seinem Amt bestätigt.


Der Tag begann mit dem Kirchenzug, an dem sich viele aktive und pensionierte Forstarbeiter, Mitarbeiter des Forstbetriebs und des Forstlichen Bildungszentrums in der Laubau, Fuhrunternehmer, Wald- und Sägewerksbesitzer, Handwerker und Bauern sowie alle, die sich mit dem Holzknechtverein verbunden fühlen, beteiligten.

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Bevor der Zug, angeführt von der Musikkapelle der Miesenbacher, die Pfarrkirche erreichte, legte Sepp Egger, jahrelanger zweiter Vorsitzender des Vinzenzivereins, ein Blumengesteck am Holzknechtdenkmal direkt an der Ruhpoldinger Hauptstraße nieder. Den Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg zelebrierte Pfarrer Otto Stangl, der bei der anschließenden Jahreshauptversammlung des Vinzenzivereins im Hotel zur Post mehrfach für seine, den Menschen in den Mittelpunkt stellende Predigt gelobt wurde.

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen wurde Georg Bichler, Vorsitzender seit 1998, in seinem Amt bestätigt, ebenso Sepp Egger als zweiter Vorstand. Neu ist das Amt des dritten Vorsitzenden, zu dem die Versammlung einstimmig Richard Kecht wählte. Kassier ist weiterhin Hans Mader, zweiter Kassier Kajetan Förg, zugleich Fahnenträger zusammen mit Franz Zabernig. Schriftführer bleibt Karl Schauderna. Als Kassenprüfer wurden Michael Schultes und Franz Gehmacher bestätigt.

Einen Rückblick auf die vielfachen Aktivitäten im vergangenen Jahr gab Vorsitzender Georg Bichler. Er erwähnte unter anderem den Aktionstag im Mai, der zusammen mit dem Förderverein des Holzknechtmuseums veranstaltet wurde.

Bei seinen Anmerkungen zur Forstpolitik sagte Bichler, dass es zwar erfreulich sei, dass der Forstbetrieb Ruhpolding inzwischen einen Auszubildenden bekommen habe, dass aber weit mehr Lehrlinge und Quereinsteiger eingestellt werden müssten. Bis zum Jahr 2030 würden die Jahrgänge 1966 bis 1970 – 33 Leute im Betrieb – in Rente gehen oder vorher aus Gesundheitsgründen ausscheiden. Damit würde ein kläglicher Rest von etwa sieben Holzknechten übrig bleiben.

Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler, dessen Vorfahren alle Holzknechte waren, wie er erinnerte, befürchtete in seinem Grußwort, dass die Arbeit der Holzknechte »zu sehr ins Denkmal abrutschen« könnte. Er wünschte sich dringend mehr Nachwuchs bei den Forstwirten, um eine »gesunde Weiterentwicklung des Waldes zu erleben.

Zwei neue Ehrenmitglieder

Paul Höglmüller, Leiter des Forstbetriebs Ruhpolding, berichtete von der neuen Arbeitsplanung für die nächsten fünf Jahre, wonach – »im Gegensatz zu manch anderem Forstbetrieb« – mittelfristig nur noch »ein minimaler Stellenabbau geplant« sei und in absehbarer Zukunft auch Neueinstellungen. Höglmüller würdigte außerdem den immensen Einsatz der Waldarbeiter beim Junihochwasser im letzten Jahr, das mit einem Schadensumfang von knapp 800 000 Euro alle bisherigen Schadensereignisse weit übertroffen habe.

In Abwesenheit wurden Walter Rutz, früherer langjähriger Bezirksalmbauer, und Landrat Hermann Steinmaßl, die ihren 65. Geburtstag im letzten Jahr gefeiert hatten, zu Ehrenmitgliedern ernannt. gi