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Großbrand in Sägewerk in Fridolfing fordert 170 Einsatzkräfte

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Foto: FDLnews/Lamminger

Fridolfing – Nur drei Tage nachdem das Stallgebäude eines landwirtschaftlichen Anwesens in Tengling bei einem Großbrand vollständig zerstört wurde, mussten die Feuerwehren im nordöstlichen Landkreis Traunstein am frühen Dienstagabend erneut gegen ein verheerendes Feuer ankämpfen. Im Ortsteil Strohhof standen eine Maschinen- und Lagerhalle sowie das angebaute Bürogebäude eines Sägewerks in Flammen. Trotz des Großaufgebots von neun Feuerwehren mit 170 Dienstleistenden wurde das Betriebsgebäude durch das Feuer völlig zerstört. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beläuft sich nach einer ersten Einschätzung der Polizei auf mehrere Hunderttausend Euro. Was zu dem Brand geführt hat, ist noch nicht bekannt. Die Brandfahnder der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

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Um 18.55 Uhr heulten im Nordosten des Landkreises die Sirenen und Hunderte Piepser von Feuerwehrmännern und -frauen schlugen Alarm. Die Integrierte Leitstelle Traunstein löste Großalarm aus, nachdem über Notruf der Brand im Sägewerk einer Holzbau-Firma gemeldet worden war. Daraufhin rückten die Wehren aus Fridolfing, Pietling, Törring, Kirchheim, Tittmoning, Kirchanschöring und Trostberg zum Brandort an. Ein heller, von weitem sichtbarer Feuerschein wies den Einsatzkräften den Weg.

Bei Ankunft der ersten, an der Brandstelle eintreffenden Einheiten, stand die Maschinenhalle in Vollbrand und das Feuer breitete sich rasend schnell in Richtung eines angebauten Bürogebäudes aus. Deshalb wurden weitere Feuerwehrkräfte und die Wehren aus Kay und Tettenhausen nachalarmiert. Die in Flammen stehende Maschinenhalle befindet sich in Mitten des Betriebsgeländes, umgeben von weiteren Hallen und Nebengebäuden und einem großen Freilager des Sägewerks. Priorität für die Löschmannschaften hatten deshalb die Eingrenzung des Feuers und der Schutz der umliegenden, teilweise weniger als zehn Meter vom Feuer entfernten Betriebsgebäude. Rund um die brennende Maschinenhalle waren Dutzende Löschtrupps zugange und richteten ihre Strahlrohre auf das mächtige Feuer. Auch zwei Drehleitern wurden in Position gebracht, mit denen aus der Höhe Wasser auf das Feuer gespritzt wurde.  

Schwierig waren die Löscharbeiten deshalb, weil die brennende Halle mit einem Blechdach bedeckt war und das darunter wütende Feuer förmlich abschirmte. Erst als mit Hilfe eines Baggers die Blechbahnen vom Dach gezogen und entfernt wurden, hatten die Löscharbeiten durchgreifenden Erfolg.          

Dennoch dauerte es rund drei Stunden, bis die Einsatzleitung „Feuer unter Kontrolle“ meldete. Wegen der starken Rauchentwicklung konnten nur Löschtrupps, ausgerüstet mit Atemschutzgeräten, am Brandherd arbeiten. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurden zu Anfang des Einsatzes vorrangig Tanklöschfahrzeuge an die Brandstelle beordert. Bis deren Wasserreservoir aufgebraucht war, hatten die Floriansjünger lange Schlauchleitungen von weit entfernten Wasserentnahmestellen im Ortsbereich bis zum Brandort verlegt. Insgesamt waren mehr als 170 Feuerwehreinsatzkräfte vor Ort.

Der Einsatz der Feuerwehren wurde von Werner Schulzke, 1. Kommandant der Feuerwehr Fridolfing geleitet, unterstützt von Kreisbrandinspektor Günter Wambach, Kreisbrandmeister Hans Heinrich und Kreisbrandrat Christof Grundner. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) aus Traunstein stellte die Kommunikation der eingesetzten Kräfte sicher und dokumentierte den Einsatzverlauf. Der Rettungsdienst war mit einem Notarzt-Einsatzfahrzeug, zwei Rettungswagen und dem Einsatzleiter Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes vor Ort. Zudem waren die Schnelleinsatzgruppen „Transport“ aus Traunstein und Traunreut sowie „Behandlung“ aus Tittmoning und Fridolfing als Sicherheitsabstellung für die Einsatzkräfte präsent, insgesamt 25 BRK-Helfer. Verletzt wurde bei dem Großeinsatz erfreulicherweise niemand. Auch die Betriebsinhaber und Mitarbeiter des Sägewerks blieben unverletzt.

Die Tittmoninger Straße, die unmittelbar am Brandort verläuft, musste während der Löscharbeiten teilweise gesperrt werden. Dort standen die Feuerwehr-Einheiten mit ihren Fahrzeugen auf Bereitschaft. Im nahen „Cafe Weltweit“ des Reiseunternehmens Marx wurden die Einsatzkräfte verpflegt, mit heißen Getränken versorgt und konnten sich während des stundenlangen Einsatz bei Temperaturen um den Nullpunkt auch kurz aufwärmen.

Was zu dem verheerenden Feuer geführt hat, steht noch nicht fest. Der Kriminaldauerdienst und die Brandfahnder der Kripo haben die Ermittlungen aufgenommen. Zum entstandenen Sachschaden können noch keine exakten Angaben gemacht werden. Nach Schätzungen der Polizei dürfte die Schadenshöhe mehrere Hunderttausend Euro betragen.

Erst gegen Mitternacht war der Einsatz größtenteils beendet und die Löschmannschaften konnten zu ihren Feuerwehrgerätehäusern zurückkehren. Die Ortsfeuerwehr blieb als Brandwache vor Ort und erledigte notwendige Nachlöscharbeiten. pv/red/Kreisfeuerwehrverband Traunstein

 

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