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Grippewelle: »Es beginnt jetzt«

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Die Influenza oder echte Virusgrippe ist keine harmlose Erkrankung. Typische Anzeichen sind plötzliches Fieber sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen.

Die Grippewelle rollt an: Im Kreis Traunstein und im Berchtesgadener Land steigt die Zahl der Influenza-Fälle. Das Gesundheitsamt Traunstein hat in dieser Grippesaison bislang 37 Fälle registriert.


Vereinzelte Meldungen habe es schon im Spätherbst gegeben, aber das Gros sei in den vergangenen 14 Tagen hereingekommen, erklärt Dr. Wolfgang Krämer, der Leiter des Gesundheitsamts.

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»Es beginnt jetzt«, weiß Dr. Krämer, der sich in ständigem Austausch mit den Hausärzten befindet. Der Anstieg der Influenza-Fälle sei heuer etwas später als im vergangenen Jahr, führt der Behördenleiter aus. Ein Indiz für die Schwere oder die Dauer der Grippewelle ist der Zeitpunkt des Beginns jedoch nicht. »Eine Prognose wäre Kaffeesatzleserei«, sagt Dr. Krämer. Mit dem Höhepunkt der Grippewelle sei aber meist zwischen Mitte und Ende Februar zu rechnen. Die Zahl der Influenza-Fälle bleibe dann in der Regel bis in den März hinein hoch.

Für eine Impfung sei es noch nicht zu spät, erklärt der Mediziner. Sie sei vor allem ratsam für chronisch kranke Menschen, Menschen, die älter als 60 Jahre sind, medizinisches Personal, Menschen, die viel Kontakt mit anderen Menschen haben, sowie Schwangere. »Es dauert ungefähr zwei Wochen, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist«, erklärt Dr. Krämer.

Die Influenza-Impfung stellt Hausärzte heuer aber vor eine Herausforderung. Denn: »Mehr als die Hälfte der Krankheitsfälle in der Region gehen auf den Influenza-B-Virus zurück«, erläutert der Behördenleiter. Das Robert-Koch-Institut hat darum seine Empfehlungen zur Grippeimpfung präzisiert und rät, gegen die saisonale Influenza einen Vierfach- statt dem üblichen Dreifachimpfstoff zu verwenden. Die Krux ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen aktuell nur die Kosten für den Dreifachimpfstoff übernehmen – obwohl dieser nicht zuverlässig gegen den Influenza-B-Virus wirkt.

Auf jeden Fall ist es nicht immer ratsam, sich ausschließlich auf sein fittes Immunsystem zu verlassen. Denn die Influenza oder echte Virusgrippe ist keine harmlose Erkrankung und in ihrer Ausprägung völlig anders als eine Erkältung, also ein grippaler Infekt. Typische Anzeichen einer echten Grippe sind plötzliches Fieber sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen. Bei einem besonders schweren Verlauf kann auch eine Lungen- und Herzmuskelentzündung auftreten.

»Mehrmals am Tag die Hände waschen«

Um gesund zu bleiben, rät Dr. Krämer dringend dazu, die Hygieneregeln einzuhalten. Sein Credo: »Mehrmals am Tag mit warmem Wasser und Seife die Hände waschen.« Das Händewaschen sei gerade dann wichtig, wenn man sich wo aufgehalten habe, wo viele andere Menschen gewesen seien, zum Beispiel beim Einkaufen.

Vermeiden sollte man auch, den Mund, die Nase oder die Augen mit den Händen zu berühren. Und, wenn es geht, Abstand zu hustenden und niesenden Menschen halten. Wer bereits erkrankt ist, der soll in ein Papiertaschentuch oder die Armbeuge husten und nicht in die Hand, um so weniger andere Menschen anzustecken. san