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Grenzüberschreitende Übung: Hof brannte

Reit im Winkl. »Im Ernstfall müssten hier viel, viel mehr Einsatzfahrzeuge und Helfer vor Ort sein«, bilanzierten der Reit im Winkler Feuerwehrkommandant Hubert Heistracher und Hubert Ritter, Bezirksfeuerwehrinspekteur aus Kitzbühel, nach der Übung. Einig waren sich beide auch beim Resümee des Übungseinsatzes: Sie hätten hier wieder eine »hervorragende Zusammenarbeit« feststellen können.

Bei der Übung mussten die Feuerwehrleute auch die Kühe aus dem Stall holen – keine leichte Aufgabe. (Foto: Ostermaier)

Seit mehreren Jahrzehnten führen die Wehren aus den bayerisch/tirolerischen Nachbarorten gemeinsame Übungen durch: Im Frühjahr jeweils in Kössen und im Herbst in Reit im Winkl. Eine eingespielte, große Mannschaft also, wobei immer wieder auch neue Einsatzfälle geübt werden – so auch bei diesem Übungsszenario: Der Stall eines stattlichen Bauernanwesens im Reit im Winkler Ortsteil Am Donnersgattern war in Brand geraten, das Feuer drohte auf den Wohntrakt des wuchtigen Gebäudes überzugreifen.

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Für die Feuerwehrmänner aus Reit im Winkl und den österreichischen Kollegen aus Kössen galt es also, das Wohnhaus vor dem Übergreifen der Flammen zu schützen, gleichzeitig sollten die Kühe aus dem Stall evakuiert werden. Rund 70 Mann – je 35 aus beiden Wehren – eilten also unter den Augen von Bürgermeister Josef Heigenhauser und Geschäftsleiter Michael Englert zum Hof der Familie Rieder. Binnen weniger Minuten nach der Alarmierung waren sie mit zehn Fahrzeugen am Einsatzort. Erschwerend kam bei dieser Übung hinzu, dass der Umgriff um den Bauernhof recht beengt ist, weswegen nur wenige Fahrzeuge direkt an das Gebäude heranrücken konnten. Deswegen hatten Einsatzfahrzeuge auch an der etwa 50 Meter bergab vorbei fließenden Lofer zu parken, deren Wasser mittels einer Druckleitung zum vermeintlichen Brandherd gepumpt wurde. Während die Versorgung für die Wasserspritzen schnell gesichert waren, stellte das Herausführen der Kühe aus dem Stall die Einsatzkräfte in ihren Atemschutzanzügen vor eine Herausforderung: Nachdem die erste von vier zu bergenden Kühen flugs das Weite gesucht hatte und erst wieder eingefangen werden musste, beschränkten sich die Verantwortlichen im Folgenden darauf, die Feuerwehrler theoretisch in diesen Rettungsablauf einzuweisen.

Auch aufgrund dieses außergewöhnlichen Rettungsaufgabe erklärte Hubert Heistracher nach dem Einsatz: »Das war ein Einsatz, der die Männer in einzelnen Situationen durchaus ihre Grenzen aufgezeigt hat.« Hubert Ritter lobte den Verlauf der Übung: »Solche wechselnden Szenarien sind für unsere Übungszwecke sehr wichtig, auch weil wir immer wieder feststellen können, dass die Reit im Winkler und die Kössener hervorragend zusammenarbeiten.« Was auch daran liege, fuhr er fort, dass »der arrivierte Haudegen« Heistracher dieÜbung wieder bis bestens vorbereitet habe. ost