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Staudach-Egerndach – Die Eltern von Musikschülern aus Staudach-Egerndach dürfte die Entscheidung des Gemeinderats, sich der Musikschule Grassau anzuschließen, sehr freuen. Schließlich fällt damit der Gastschulbeitrag weg, was zu einer erheblichen Entlastung der Familien führt. Wermutstropfen ist, dass die Gemeinde nun gewaltig ins Gemeindesäckel greifen darf, um die Musikschüler zu fördern. Dennoch stimmte der Gemeinderat mehrheitlich der Zweckvereinbarung und damit der Mitgliedschaft zu.


Nachdem die Gemeinden Grassau, Marquartstein, Schleching, Reit im Winkl, Bernau und Unterwössen bereits die Zweckvereinbarung angenommen haben und damit zu Mitgliedern der Musikschule Grassau geworden sind, votierte nun auch in Staudach-Egerndach der Gemeinderat mit drei Gegenstimmen für die Zusammenarbeit im Musikschulbereich. Die Musikschule Grassau ist somit die größte Musikschule im Landkreis Traunstein.

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Bürgermeister Hans Pertl informierte, dass die Diskussion um eine Ausdehnung der Musikschule Grassau durch die Auflösung der Musikschule Cantica in Schleching ausgelöst worden ist. Pertl betonte, dass die Musikschule Grassau bereits jetzt einen »ungeheuer guten Ruf« genießt. Auch dass die Musikschule Grassau mit ihren Außenstellen durch die Fusion zur größten Musikschule im Landkreis wird, wertete der Rathauschef als Vorteil. Damit hätte die Musikschule ein noch höheres Gewicht und könne voraussichtlich noch eher Fördergelder erhalten.

Früher bereits Mitglied im Musikschulverband

Pertl erinnerte, dass Staudach-Egerndach früher einmal dem Musikschulverbund angehört hatte, dann aber austrat, weil es kein Mitwirkungsrechtsrecht gab. Über die Zweckvereinbarung werden den Mitgliedsgemeinden aber jetzt Rechte eingeräumt. Momentan, so Pertl, besuchen 43 Schüler aus der Gemeinde die Musikschule Grassau und weitere sieben die Musikschule Cantica in Schleching. Für diese Schüler übernahm die Gemeinde auf Antrag die Hälfte des Gastschulbeitrags. Pertl fügte an, dass auch ein Antrag mehrerer Eltern auf Übernahme des vollen Gastschulbeitrags vorliege.

Würden für alle 55 Musikschüler die Gastschulbeiträge übernommen, so müsste die Gemeinde jährlich 12 650 Euro zahlen. Der jährliche Gastschulbeitrag beläuft sich aber aktuell auf 3000 Euro, da nicht alle Eltern einen Antrag auf Übernahme des hälftigen Gastschulbeitrags gestellt haben. Geht die Gemeinde zum Musikschulverbund dazu, dann muss sie einen Mitgliedsbeitrag von 22 000 Euro für die 55 Schüler aufbringen.

»22 000 Euro – für uns ist das ein gewaltiger Sprung. Man muss aber die Vorteile sehen, und die Kinder genießen eine sehr gute Ausbildung. Zudem führt der Beitritt zu einer großen Entlastung der Eltern, da der Gastschulbeitrag dann komplett wegfällt«, erklärte Pertl. Zudem habe er einen großen Hintergedanken: eine eigene, kleine Musikkapelle für Staudach-Egerndach.

Pertl: »Musik kommt allen zugute«

Nach der Förderung von Sportvereinen und Trachtenvereinsjugend erkundigte sich in der Diskussion vor der Abstimmung Alexander Sedlmaier. Hierzu meinte Pertl, dass Musik allen zugute komme und das kulturelle Leben in der Gemeinde bereichere. Etwas Bauchweh bereite ihr der Beitritt, sagte Martina Gaukler. Man sei damals aus der Musikschule ausgestiegen, weil die Gemeinde zu klein war und kein Mitspracherecht hatte. In dem noch größeren Verband sei Staudach prozentual gesehen noch kleiner. Zudem sei man eine finanzschwache Gemeinde. Sich jetzt festzulegen und 22 000 Euro jährlich aufzubringen, halte sie für schwierig.

»Aus Sicht des Gemeindehaushalts können wir es uns leisten«, sagte der Bürgermeister. Peter Huber meinte zudem, dass das ganze Achental nun die Musikschule betreibt und auch Staudach-Egerndach diese Einrichtung nütze. Da sei es nur recht und billig, ebenfalls dazu zu gehören.

Josef Bauer fragte, ob die anderen Gemeinden die Staudach-Egerndacher mitfinanziert haben. Pertl erklärte, dass die Musikschule immer ein defizitärer Betrieb bleiben werde. Würden die Gebühren so angehoben, dass kein Defizit resultiert, könnten sich viele Eltern den Unterricht nicht mehr leisten. Das Defizit werde entsprechend der Schülerzahl aus den jeweiligen Gemeinden auf die Mitglieder umgelegt. tb