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Grassauer Feuerwehr absolvierte 126 Einsätze

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Kommandant Alfred Mayer (von links) ehrte Peter Irger gemeinsam mit Vorsitzendem Peter Ritzer für 40 Jahre aktiven Dienst. (Foto: T. Eder)

Grassau – Mit einer Mannschaftsstärke von 68 Kräften ist die Freiwillige Feuerwehr Grassau gut aufgestellt. Besonders bemerkenswert sei, so der Kommandant Alfred Mayer, in der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus, dass die Tageseinsatzstärke immer zwischen 20 und 25 Leuten liege und damit auch während der regulären Arbeitszeit stets ein Löschzug einsatzbereit sei.


126 Einsätze absolvierte die Grassauer Feuerwehr 2014 – im Vorjahr waren 349 Einsätze abzuarbeiten gewesen, wie der Kommandant erläuterte. Einige besondere Einsätze rief er in Erinnerung, wie den Brand im Asylbewohnerheim, den die Bewohner verdecken wollten aus Angst vor Repressalien. Mayer kritisierte den mangelnden Brandschutz im Asylbewohnerheim. Zudem musste die Wehr zu zwei Lastwagen-Bränden und einen Dachstuhlbrand in Marquartstein ausrücken. Auch zu einem brennenden Baum, in den der Blitz eingeschlagen hatte, wurden die Grassauer Floriansjünger gerufen.

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61 Technische Hilfeleistungen

Während des Chiemsee-Summer-Festivals galt es, einen brennenden Bus zu löschen und in Staudach-Egerndach ein Fahrzeug. Neben Brandeinsätzen standen die Grassauer Feuerwehrleute bei 61 Technischen Hilfeleistungen parat.

Maier erklärte, dass die Türöffnungen mit und ohne Rotem Kreuz zunehmen und auch die Einsätze für das Rote Kreuz mit der Rettungsbühne. Auch zu einigen Unfällen wurden die Floriansjünger gerufen, so zu einem Motorradunfall am Klaushäusl und einer Rettung am Reifinger Badesee. In Reit im Winkl gab es einen Auffahrunfall von zwei Pferdegespannen mit 13 Verletzten. Am Grassauer Kreisel passierte ein Unfall mit einem umgestürzten Tieranhänger.

Viermal wurden die Aktiven als »Helfer vor Ort« gerufen. Maier erklärte, dass in diesem Fall die Feuerwehr die Erstversorgung übernehme und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrücke.

Großes Lob sprach der Kommandant seiner Mannschaft hinsichtlich der Teilnahme an den Übungen aus. So wurde der Ernstfall in 172 Übungen mit einem Stundenaufwand von 4897 Stunden geprobt. Stets seien über 35 Aktive bei den Übungen gewesen. Zudem ließen sich 15 Leute am Defibrillator ausbilden. Weitere 785 Stunden waren für Wartungen am Fuhrpark vonnöten.

Probleme gab es lange Zeit mit der Hubrettungsbühne. Nachdem das Gerät mehrfach den Dienst verweigerte, wurde es zur Generalüberholung ins Werk geschickt. Die Wehr musste vier Monate lang auf das Rettungsfahrzeug verzichten und dann, so Maier, kam es mit mehr Mängeln als vorher zurück. Nach vielen Telefonaten und fachkundigen Reparaturen von Experten, sei das Gerät aber nun wieder vollständig einsatzfähig.

Peter Ritzer, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, erinnerte an die Vereinsaktivitäten, darunter auch an die altersbedingte Verabschiedung von Alfred Körner aus dem aktiven Dienst. Im August organisierte der Verein das Dorffest beim Feuerwehrhaus und verkaufte beim Grassauer Advent Glühwein. Beim Eisstockturnier belegten die beiden Mannschaften der Wehr den ersten und dritten Platz.

Nur sechs Jugendfeuerwehrler werden derzeit unterrichtet, wobei nur ein Neueintritt zu verzeichnen ist, bedauerte Jugendwart Thomas Göls. Vier Jugendliche konnten in die aktive Mannschaft wechseln. Beim Kreisjugendfeuerwehrtag, beim Wissenstest in Siegsdorf wie beim Jugendleistungsabzeichen zeigten alle gute Leistungen. Das Interesse am »Red Fun Day« zum 20-jährigen Bestehen der Jugendwehr hielt sich in Grenzen. Im Ausblick erwähnte Göls, dass es eine Achental-Jugendübung geben werde. Zur Mitgliederwerbung wolle man nun gezielt die Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren ansprechen.

Was die Feuerwehr leiste, sei nicht selbstverständlich und gehöre darum anerkannt, so Bürgermeister Rudi Jantke. Zur dringend benötigten Erweiterung der Fahrzeughalle erklärte der Rathauschef, dass hierfür in diesem Haushalt 200 000 Euro eingestellt seien. Im Investitionsprogramm der Gemeinde für 2016 sind 350 000 Euro für die Ersatzbeschaffung des LF 8 vorgesehen. Zudem nehmen die Feuerwehren des Gemeindegebiets am erweiterten Digitalfunk-Probebetrieb teil, was die Gemeinde mit 33 000 Euro unterstützt.

Hallenerweiterung: Grundstücksfrage noch offen

Zurückkommend auf die Hallenerweiterung informierte Jantke, dass vorab dringend das benötigte Grundstück gesichert werden muss. Der Grund befinde sich im Eigentum der Kirche. Bereits zwei Baugrundstücke wurden der erzbischöflichen Finanzkammer zum Tausch angeboten. Jantke schildete seine Versuche, mit der Finanzkammer in Kontakt zu treten. Er werde aber ständig vertröstet. Gleichwohl betonte er aber, dass dies nicht an der örtlichen Kirchenvertretung liege. Von Pfarrer Andreas Horn erfahre er Unterstützung.

Kreisbrandinspektor Georg König hob die vielen Übungen, Lehrgänge und Ausbildungen hervor, ohne die ein erfolgreicher Einsatz nicht möglich ist. Auch dürfe man nicht vergessen, dass alle Einsatzkräfte ehrenamtlich arbeiten. »Die Feuerwehr ist die Armee des Bürgermeisters und ihr habt eine gute Armee«, lobte der Kreisbrandinspektor.

Letztlich galt es noch einige langjährige Mitglieder zu ehren. Eine besondere Ehre war es, Peter Irger für 40 Jahre Aktiven Dienst auszuzeichnen. tb