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Grassauer Biomasseheizwerk ums Doppelte vergrößert

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Das Bild entstand, als der neue Heizkessel in das Grassauer Biomasseheizwerk eingehoben wurde.

Grassau – Die Grassauer Fernwärme, betrieben vom Kommunalunternehmen »Wärmeversorgung Grassau« hat nur vier Jahre nach Inbetriebnahme des Biomasseheizwerkes ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Mit einem Aufwand von rund 2,2 Millionen Euro wurde das Werk jetzt erweitert. Geschäftsführer Sebastian Stephan informierte in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt über die Erweiterung.


Im April hatte der Verwaltungsrat beschlossen, das Heizwerk zu vergrößern. Grund war der Ausbau des Leitungsnetzes. Um weitere Straßenzüge anzuschließen, war eine Erweiterung unumgänglich, auch wenn dies erhebliche Investitionen erforderte. Derzeit werden über 500 Haushalte und Gewerbebetriebe, darunter auch große Abnehmer, wie das Sporthotel und Katek, über ein 14 Kilometer langes Leitungsnetzes versorgt.

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2009 wurde die Biomasseanlage mit einer Leistung von drei Megawattstunden errichtet. Im Mai 2010 ging es in Betrieb. Zur Abdeckung der Spitzenlast und zur Ausfallsicherung wurde zudem ein Fünf-Megawatt-Öl-Kessel installiert. Nun wurde die Anlage um einen weiteren Biomassekessel mit drei Megawatt Leistung erweitert. Theoretisch, so Stephan, könnten nun über 1000 Abnehmer versorgt werden. Allerdings sei es dem Werk wichtig, den Heizölanteil des Werkes auf das Notwendigste zu beschränken. Dies sei nun dank der Erweiterung möglich, da nur bei Wartungsarbeiten die Ölversorgung zugeschaltet werden muss. Eine Spitzenlast könne nun durch den zweiten Kessel abgefangen werden.

Bereits jetzt können in der Gemeinde 1,5 Millionen Liter Heizöl ersetzt werden und 3900 Tonnen CO2-Ausstoß verhindert werden. Durch die Erweiterung wird sich die CO2-Belastung um rund 5000 Tonnen weiter verringern.

Stephan betonte, dass bei allen Ausbauschritten des Leitungsnetzes auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten werden müsse. Schließlich koste allein ein Meter Leitung 360 Euro. Folglich sei es wichtig, dass an Straßenzügen sich möglichst viele für diese umweltfreundliche Art des Heizens entscheiden. Abnehmer sparen sich einen Raum für Heizung und für Brennstoff. Außerdem entstehen für sie keine Wartungskosten. Ein weiterer Vorteil liege in den Serviceleistungen.

Die Erweiterung wurde in einer Bauzeit von nur vier Monaten errichtet und als Anbau an das bestehende Werk realisiert. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Heat Pipe Performer (ähnlich einem Holzvergaser), der bereits seit knapp zwei Jahren stillsteht. Hier läuft das Insolvenzverfahren. Die Gemeinde ist nicht betroffen, da sie lediglich das Grundstück zur Verfügung gestellt hat. Die Abwärme dieser Anlage sollte eigentlich in die Fernwärme eingespeist werden. Mit dem Biomassehof hat das Kommunalunternehmen einen Betriebsführungsvertrag und wird über die direkte Nachbarschaft des Biomassehofs mit Hackschnitzeln aus der Region versorgt. Der Biomassehof interessiert sich für den Heat Pipe Performer und ist bestrebt, den Holzvergaser wieder in Betrieb zu nehmen. Gespräche diesbezüglich laufen.

Laut Stephan steht nun dem Anschluss weiterer Haushalte, sofern eine Wirtschaftlichkeit gegeben ist, nichts mehr im Wege. Gebäude, die bereits an der Leitungstrasse liegen, können angeschlossen werden. Als neues Ausbaugebiet steht im Frühjahr ein Teilbereich des Oberdorfes auf dem Plan. Durch die Erweiterung bestehen nun darüber hinaus weitere Möglichkeiten zum Anschluss. tb