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Grassau möchte ins »Leader«-Programm

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Grassau. Die Marktgemeinde Grassau möchte vom EU-Förderprogramm »Leader« profitieren. Das Programm fördert innovative Aktionen im ländlichen Raum – vor allem, wenn es keinen Zuschuss aus anderen Fördertöpfen gibt, wie Professor Ulrich Pietrusky, Geschäftsführer der »Leader«-Aktionsgemeinschaft Chiemgauer Seenplatte, in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung informierte. Der Rat votierte noch in der Sitzung für einen Beitritt.


Grassau hätte sich theoretisch auch der »Leader«-Aktionsgemeinschaft Chiemgauer Alpen anschließen können. Bürgermeister Rudi Jantke sprach sich aber für einen Beitritt bei der »Leader«-Aktionsgemeinschaft Chiemgauer Seenplatte aus, da »die Chiemsee-Gemeinden sehr gut zusammenarbeiten und die Nachbargemeinden Übersee und Grabenstätt für dieses Gebiet tendieren«.

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Professor Pietrusky erklärte, dass für private Projekte eine Förderung von 25 Prozent möglich ist, Projekte von Kommunen werden mit einem Fördersatz von 50 Prozent der Nettokosten bedacht. Die »Leader«-Aktionsgemeinschaft Chiemgauer Seenplatte umfasste bislang 16 Mitgliedsgemeinden mit 68 000 Einwohnern in zwei Landkreisen. Die 16 Gemeinden haben den Verein »Regionalinitiative Chiemgauer Seenplatte« gegründet.

Für die nächste Förderphase muss ein regionales Entwicklungskonzept erstellt werden, eine Fortschreibung des bestehenden sei nicht möglich, so Pietrusky. Der Geschäftsführer nannte eine einheitliche Radwegbeschilderung, gemeinsame Ortsbegrüßungstafeln wie auch die Beschilderung historischer Gebäude als geförderte Beispiele. Beispiele von privaten Projekten, die bereits gefördert wurden, seien ein Dorfladen, Kunstobjekte im öffentlichen Raum und ein Mehrgenerationengarten.

Was die Marktgemeinde der Beitritt zur »Leader«-Aktionsgemeinschaft kostet, steht noch nicht fest. Dies hänge von der Zahl der Gemeinden ab, die sich ebenfalls beteiligen, so Pietrusky. Hans Münch (CSU) meinte, dass es ärmere Länder gebe, die die Förderung dringender benötigen als Deutschland. Hierzu informierte der Experte, dass jedes EU-Land fünf Prozent aus dem »Leader-Topf abrufen« kann. In Grassau hätte es bereits viele Projekte gegeben, die über das Programm gefördert worden wären, so Bürgermeister Jantke. Er erinnerte an den Ausbau des Reifinger Badesees. »Eine Förderung wäre da nicht von Nachteil gewesen«, so Jantke. Grundsätzlich entschied der Marktgemeinderat die Aufnahme ins »Leader«-Programm und sprach sich für einen Beitritt in die »Leader«-Aktionsgemeinschaft Chiemgauer Seenplatte wie auch in den Verein »Regionalinitiative Chiemgauer Seenplatte aus. tb