weather-image
17°

Grassau ist quasi schuldenfrei

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der geplante Anbau ans Grassauer Feuerwehrhaus wurde auf das Frühjahr 2018 verschoben. Auch das trug dazu bei, dass die Marktgemeinde derzeit zumindest rechnerisch schuldenfrei ist. (Foto: T. Eder)

Grassau – Zum ersten Mal in der Geschichte der Marktgemeinde Grassau werden die Rücklagen die Schulden übersteigen. Damit wäre die Gemeinde Grassau zum Jahresende hin, rein rechnerisch, schuldenfrei.


Darüber informierte Bürgermeister Rudi Jantke in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Der positive Nachtragshaushalt ist auch eine Folge der sehr guten Jahresrechnung 2016.

Anzeige

Zunächst ging Kämmerer Peter Enzmann auf die Jahresrechnung 2016 und damit auf die endgültigen Daten des letztjährigen Haushalts ein. Die Finanzen, so Enzmann, hätten sich sehr gut entwickelt. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt, veranschlagt mit 1,8 Millionen Euro, stieg tatsächlich auf rund 2,1 Millionen Euro. Zudem konnte der Schuldenstand von 3,96 Millionen um weitere 610 000 Euro reduziert werden.

Der Rücklage konnten 964 000 Euro zugeführt werden. Sie stieg damit auf 2,84 Millionen Euro. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass einige größere Posten 2016 nicht realisiert und abgerechnet wurden, wie die Barrierefreiheit der Schule und auch der Anbau ans Grassauer Feuerwehrhaus. Diese Ausgaben wurden in den Haushalt 2018 aufgenommen.

Sehr zufrieden zeigte sich Bürgermeister Rudi Jantke mit dem Nachtragshaushalt. So zeige sich, dass aufgrund der positiven Entwicklung rund 400 000 Euro mehr an Gewerbesteuer und 150 000 Euro mehr an Einkommensteuer eingenommen würden. Bedingt durch die Mehreinnahmen und Verschiebung von Bauprojekten auf nächstes Jahr könne auf eine Rücklagenentnahme verzichtet und stattdessen rund eine halbe Million Euro den Rücklagen zugeführt werden.

Damit überstiegen zum ersten Mal in der Grassauer Geschichte die Rücklagen von 3,3 Millionen Euro die Schulden von 3,1 Millionen Euro und Grassau wäre zumindest rein rechnerisch schuldenfrei.

Dies sei jedoch nur eine Momentaufnahme, denn nach Erledigung der verschobenen Bauprojekte ergebe sich wieder eine Verschuldung. Zu den großen Projekten zählte Jantke die Turnhalle, für die 2018 voraussichtlich zunächst eine Million Euro angesetzt werde, sowie die Erschließung des Kapellenwegs und den Anbau ans Feuerwehrhaus, mit dem im Frühjahr 2018 begonnen werden soll. Geplant sei zudem sozialer Wohnungsbau.

Sollte es wirtschaftlich so weitergehen, wäre Grassau 2021 auf dem gleichen Stand wie jetzt und quasi schuldenfrei, so Jantke. Das gute Ergebnis sei auf das Zusammenwirken von Bürgermeister, Verwaltung und Gemeinde mit einer besonnenen Haushaltsführung zurückzuführen, erklärte Kämmerer Enzmann und gab das Lob zurück.

Der Verwaltungshaushalt innerhalb des Nachtragshaushalts 2017 schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 14,1 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt mit 3,52 Millionen Euro. Diesem positiven Ergebnis stimmten alle Räte zu. tb