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Grassau aus der Vogelperspektive

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Olaf Gruß zeigt eine Postkarte, die dann um ein Vielfaches vergrößert in der Ausstellung zu sehen ist. (Foto: T. Eder)

Grassau. Über 100 Jahre liegen zwischen der ersten und der jüngsten Luftbildaufnahme von Grassau, die in der Ausstellung von Olaf Gruß in der Tourist-Information noch bis zum 21. März zu sehen ist. Gezeigt werden die vielen Luftbildaufnahmen von Grassau, Mietenkam und Rottau während der Öffnungszeiten der Tourist-Information von Montag bis Freitag, jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16.30 Uhr.


Der Ausstellung mit 38 großformatigen Luftbildern geht eine akribische Recherche voraus. Wie Gruß informierte, habe er Archive der Gemeinde durchsucht, etliche Aufnahmen direkt von der Gemeinde erhalten und auch das Internet durchstöbert. Vor allem hier wurde er bei kleinen Auktionen immer wieder fündig und konnte Dias ersteigern. Aber auch die Auflösung von Postkartenfirmen war hilfreich.

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Fototechnisches Wissen war hingegen bei den alten Dias und Negativen gefragt. Zu Hilfe kam ihm da ein befreundeter Kriminalbeamter, der über das nötige Wissen verfügte. Er informierte, dass früher Luftbilder nur mit Genehmigung des Luftfahrtamtes erstellt werden durften. Diese Genehmigung ist auf den Postkarten auch noch zu finden. Als eine besondere Entdeckung zeigt Gruß ein Glasdia von 1960. Interessant seien die Aufnahmen auch, da Gebäude zu sehen sind, die schon längst in Vergessenheit geraten sind, wie das Feuerwehrhaus in Mietenkam.

Die Ausstellungseröffnung übernahm Kulturreferent Fritz Seibold, der von Olaf Gruß als große Bereicherung für das Kulturleben sprach. Ein großer Teil der gezeigten Aufnahmen stamme von der Gemeinde Grassau, viele aber seien auch aus privater Hand. Die Aufbereitung der Fotos habe Gruß selbst übernommen. Seibold bezeichnete die Ausstellung als gelungenes Zusammenspiel aus öffentlicher Initiative und Ehrenamt.

Vor über hundert Jahren war Grassau ein Dorf mit vielen freien Flecken und weiten Feldern. Heute wirkt vor allem der verdichtete Ortskern schon fast kleinstädtisch. Auch die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde lässt sich an den Bildern erkennen. So zeigt Gruß Fotos vom Gewerbegebiet heute und von den Radiowerken Körting von 1969 und 1979. Winteraufnahmen beweisen, dass es früher sehr viel Schnee gegeben hat. Auch wie sich das Sporthotel 1980 und heute präsentiert, ist dokumentiert. Wenn sich auch der Ortskern in den letzten Jahrzehnten sehr verändert hat, so ist doch zu erkennen, dass sich der Charakter der Gemeinde trotz der regen Bautätigkeit nicht geändert hat. Historische Gebäude, wie die Touristinformation, Gasthof zur Post, Doktorhaus und Ebauerhaus wurden über die Jahrzehnte gehalten. tb