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Grabplatten im Stadtpark restaurieren

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Eine 5000-Euro-Spende für die Grabplatten an der Kirche St. Georg und Katharina übergab der Direktor der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, Josef Schallinger (Mitte), an Richard Kraft (rechts) und Otto Huber vom Förderverein »Alt-Traunstein«. (Foto: Buthke)

Traunstein – Die alten Grabplatten (Epitaphe) an der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark lässt der Förderverein »Alt-Traunstein« restaurieren, um sie vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Die geschätzten Kosten von rund 45 000 Euro sollen durch Spenden und Zuschüsse aufgebracht werden. Eine erste Spende von 5000 Euro übergab Direktor Josef Schalllinger von der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg an den Vorsitzenden des Fördervereins »Alt-Traunstein«, Richard Kraft, und Schriftführer Otto Huber.


Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Toten der Stadt im alten Friedhof beerdigt, der sich im heutigen Stadtpark rund um die Kirche St. Georg und Katharina befand. Als der Waldfriedhof in Haidforst seiner Bestimmung übergeben wurde, begann man 1904 damit, Gräber umzubetten oder einzuebnen. »Glücklicherweise wurde ein Großteil der wertvollen Grabplatten aufbewahrt und an der Außenwand der Kirche St. Georg und Katharina angebracht«, erklärte Huber. Die ältesten der aus Marmor oder Kalkstein gefertigten Epitaphe gehen auf das Jahr 1639 zurück. Witterung und Luftverschmutzung haben ihnen im Lauf der Jahre stark zugesetzt. Einige Platten sind bis zur Unkenntlichkeit verwittert, bei anderen sind die Schriften kaum noch lesbar. Der Förderverein »Alt-Traunstein« hat sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Epitaphe im Stadtpark vor dem weiteren Verfall zu bewahren.

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Von einem Traunsteiner Architekturbüro wird derzeit ein Leistungsverzeichnis über die Sanierung erstellt, das als Grundlage für eine Ausschreibung dienen soll. Eine erste Schätzung über die Sanierungskosten für die 41 Epitaphe ergab einen Finanzierungsbedarf von etwa 45 000 Euro. »Es ist jetzt noch zu klären, welche Grabplatten wegen ihrer Bedeutung für die Traunsteiner Stadtgeschichte vollständig restauriert werden und bei welchen nur eine allgemeine Konservierung vorgenommen wird«, so Vorsitzender Kraft.

Die Kirchenstiftung St. Oswald plant für 2016 eine Gebäuderestaurierung der Kirche St. Georg und Katharina. Sie soll im Lauf des Jahres 2017 abgeschlossen sein. Erst danach kann mit der Sanierung der Epitaphe begonnen werden. Kreisarchivpfleger Albert Rosenegger und der Leiter des Traunsteiner Stadtarchivs, Franz Haselbeck, haben damit begonnen, die Epitaphe zu entziffern und ihre Bedeutung für die Geschichte der Stadt Traunstein zu recherchieren. Bjr