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Grabkreuz der »Frauenbrunn-Resl« restauriert und geweiht

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Das schmiedeeiserne Grabkreuz, das der Heimatbund Schloss Pertenstein restaurieren hat lassen, erinnert an die letzten Schneiderinnen, die im Frauenbrunn-Häusl in Traunwalchen gelebt haben. Auf Initiative von Franz Jaksch und Hans Lauber (rechts, im Bild mit Ortsheimatpfleger Johannes Danner) wurde das Denkmal jetzt vor dem kleinen Handwerkerhaus aufgestellt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Den älteren Traunwalchnern dürfte der Name »Frauenbrunn-Resl« noch bestens bekannt sein. Theresia Gastager, so ihr richtiger Name, war die letzte am Frauenbrunn lebende Schneiderin.


Bis ins hohe Alter hatte sie sich fürsorglich um die Frauenbrunn-Kapelle gekümmert, die mit dem kleinen Handwerkerhaus, in dem sie lebte, ein idyllisches Ensemble bildet.

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1989 ist Theresia Gastager verstorben. Seit ihrem Tod erinnerte ein schmiedeeisernes Grabkreuz an ihrem Grab auf dem Traunwalchner Friedhof unmittelbar neben dem Frauenbrunn an die ehemalige Stör-Schneiderin und deren Tante, Theresia Feilnreiter. Feilnreiter, ebenfalls Schneiderin, hatte ihre Nichte mit drei Jahren in ihrem Haus am Frauenbrunn aufgenommen.

An eine gern gesehene Person erinnern

Das Grab von Theresia Gastager wurde vor einigen Jahren aufgelassen und das Kreuz in einem Traunreuter Steinmetzbetrieb eingelagert. Dem Heimatbund Schloss Pertenstein, seit 1991 Besitzer des Frauenbrunn-Häusls, war es jedoch ein Anliegen, das Kreuz an seinen angestammten Platz zurückzuholen und damit an eine gern gesehene Person zu erinnern.

Initiiert haben das der Vorsitzende des Heimatbundes, Hans Lauber, und Franz Jaksch. Mit Hans Riederer aus Altenmarkt wurde ein Kenner auf dem Gebiet von schmiedeeisernen Restaurationen gefunden. Der Hobby-Schmied hat das Kreuz von Grund auf restauriert. Gut 20 Stunden habe er daran gearbeitet, sagte er dem Traunsteiner Tagblatt. Dabei habe er festgestellt, dass das Kreuz, das er auf 100 Jahre schätzt, schon einmal überholt worden sei. Es handle sich dabei um eine sehr wertvolle Arbeit. Derjenige, der das Kreuz in Auftrag gegeben hatte, dürfte eine gut situierte Person gewesen sein, sagte Riederer. Den Sockel, auf dem das Kreuz befestigt ist, hatte Herbert Hingerl in Form eines Mühlensteins angefertigt.

Haus am Frauenbrunn wurde 1770 gebaut

Im Rahmen der Weihnachtsfeier der Chorfreunde Traunwalchen wurde das Kreuz vor dem Frauenbrunn-Ensemble aufgestellt und von Pfarrer Richard Datzmann geweiht. Der Traunwalchner Ortsheimatpfleger Johannes Danner begrüßte die Initiative des Heimatbunds Schloss Pertenstein; war es doch der damalige Besitzer des Schlosses Pertenstein, Graf Emanuel von Törring, der das Haus am Frauenbrunn im Jahre 1770 errichten hatte lassen.

Das Gebäude diente seinerzeit als Schulhaus und Wohnung für einen Eremiten, der in Traunwalchen als Lehrer tätig war. Später diente es über viele Generationen als Schneiderwerkstatt. Theresia Gastager war die letzte am Frauenbrunn lebende Schneiderin. Nach ihrem Tod 1989 fiel das Haus durch Erbschaft in die Hände ihres Neffen, der das historische Gebäude mit seiner volkstümlich interessanten Ausstattung an den gemeinnützigen Heimatbund Schloss Pertenstein verkaufte.

Die Aufstellung des Kreuzes nahm Lauber auch zum Anlass, an die Verdienste des vor 50 Jahren verstorbenen Traunwalchner Bürgermeisters Josef Schroll zu erinnern. Das frühere Gemeindeoberhaupt ist am 14. Dezember 1967 mit nur 66 Jahren gestorben. Schroll habe sich nicht nur um die heutige Carl-Orff-Schule große Verdienste erworben, sondern auch als Gründer der Musikschule, sagte Lauber. Ohne seine Ideen gäbe es heute die Musikschule nicht.

50 Jahre Begegnungen mit Bürgermeistern

Nicht ohne Hintergedanken, auf die Abstufung der Traunwalchner Schule aufmerksam zu machen, ließ er in Anwesenheit von Bürgermeister Klaus Ritter seine Begegnungen mit den Bürgermeistern der vergangenen 50 Jahre in Vers-Form Revue passieren: »Bürgermeister Schroll, Musikschul-Gründer, wie aus der Chronik zu sehen, mit visionären Ideen. Bürgermeister Hans Parzinger stand voll dahinter. Er brachte den Weltkomponisten Carl Orff in unser kleines Traunwalchner Dorf. Bürgermeister Eduard Wiesmann förderte das Geschehen. Bürgermeister Franz Parzinger ließ es so stehen. Von Bürgermeister Klaus Ritter erhoffe ich ein Orff´sches Auferstehen, denn aus einem orffernen Tun wurde ein orff-fernes Ruh'n. Das ist bitter, Herr Ritter!« ga

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