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»Grabenstätter wollen ihren Seeblick behalten«

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IG-Sprecherin Rosa-Maria Multerer und  MdL  Klaus  Steiner diskutierten auf dem Grabenstätter Beobachtungsturm am Seeufer über die Entfernung der Verbuschung (im Hintergrund) in der ehemaligen Kernzone. (Foto: vom Dorp)

Grabenstätt – Dialogbereitschaft signalisierte der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner bei einem Treffen in der Hirschauer Bucht mit der Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Hirschauer Bucht, Rosa-Maria Multerer, den Bürgermeistern Marc Nitschke (Übersee) und Georg Schützinger (Grabenstätt) sowie dem Leiter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, Walter Raith. Das Fazit zu den Themen Verlandung und Hochwasserschutz war die Erkenntnis, dass man für Lösungen kleine und vor allem gemeinsame Schritte gehen müsse.


Am meisten Übereinstimmung gab es zum Wunsch der IG, das Buschwerk am Aussichtsturm der Hirschauer Bucht vor der Kernzone zu entfernen. »Wenn wir Grabenstätter auch nicht mehr wie in früheren Jahrzehnten im See baden können, so möchten wir uns wenigstens den freien Blick auf den See erhalten«, betonte IG-Sprecherin Multerer.

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Ein Blick zurück: Seit 1986 herrscht ein Betretungsverbot für die mit der Seekante beginnenden Kernzone. Mit dieser Regelung war seinerzeit auch ein Bestandsschutz für die Zugänge zum Wirtshaus und zum See festgelegt worden.

Mit den Jahren hat sich die Seekante weiter in den See und vom Land weg verlagert. Die damaligen Absperrungen und Kernzonenschilder stimmen somit nicht mehr mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Dies soll nun auf politischer Ebene von den zuständigen Behörden korrigiert werden, »damit die Kernzonenschilder künftig auch dort sind, wo sich die Kernzone, also die Seekante, befindet«, wie Multerer feststellte. Damit wäre dann auch der Weg frei für eine Entbuschung des Uferbereichs und einen freien Seeblick.

In einer Art Zwischenbilanz zu den Themen Verlandung der Hirschauer Bucht und Hochwasserschutz machte Steiner gleich zu Beginn deutlich, »dass wir eine große Lösung nicht sofort hinbekommen werden«. Die IG, die sich die Rettung der Bucht mit ihrem Kampf gegen die Verlandung auf die Fahnen geschrieben hat, wünscht sich unter anderem eine Rückverlegung der Dämme nördlich der Autobahn, damit die Tiroler Ache bei überflutendem Hochwasser die mitgeführten Fest- und Schwebstoffe auf den dann entstehenden Retentionsflächen der angrenzenden Auwälder ablagern kann. Damit würden sie nicht mehr in die Hirschauer Bucht gelangen und zu ihrer Verlandung beitragen.

Steiner sah bei dieser Lösung durch die Verschlammung und Versandung großer Gebiete Probleme hinsichtlich der Weiderechte für die Bauern. Auch die Tatsache, dass sich die angrenzenden Auwälder größtenteils in Privatbesitz befinden, mache es nicht einfacher.

Übersees Bürgermeister Marc Nitschke befürchtete mit der gewünschten Rückverlegung der Deiche nach Westen eine Gefährdung für den Hochwasserschutz in Übersee. Diese Bedenken räumte die IG-Sprecherin jedoch aus: »Wir haben in allen Plänen und Anträgen nur von einem Rückbau an geeigneter Stelle, nicht aber in Richtung Übersee gesprochen.«

Amtsleiter Raith sah in der Verlandung einen Natur gegebenen Vorgang, »der kaum aufzuhalten ist«. Für ihn habe deshalb der Hochwasserschutz die höchste Priorität.

Sichtlich um Konsens bemüht, zog Steiner das Fazit, dass die Interessenskonflikte nur Schritt für Schritt und im Rahmen eines intensiven Dialogs mit allen Beteiligten vor Ort zu lösen seien. bvd