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Grabenstätter Kinder wurden umgesiedelt

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Hier im ersten Stock des alten Pfarrkindergartens St. Maximilian in Grabenstätt war bis zuletzt die Übergangsgruppe untergebracht. Neueste Messungen hatten ergeben, dass die Radonbelastung so hoch ist, wie lange nicht. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Überraschende Wende in der Radon-Problematik im alten Grabenstätter Pfarrkindergarten St. Maximilian. Hatte es auf einer Infoveranstaltung Anfang Juli im neuen Pfarrkindergarten von Expertenseite noch geheißen, die Radonwerte seien bei regelmäßigem Lüften völlig unbedenklich, da sie durchgehend unter dem Richtwert von 100 Becquerel Strahlung pro Kubikmeter Luft lägen, wurden bei den derzeit laufenden Langzeitmessungen plötzlich in zwei Räumen Werte von bis zu 160 Becquerel ermittelt. Die Kirchenverwaltung reagierte prompt.


16 Kinder der Übergangsgruppe betroffen

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Man habe am vergangenen Mittwoch von den neuen Messergebnissen erfahren und umgehend entschieden, die 16 Kinder der Übergangsgruppe aus dem Gebäude rauszunehmen und im Turnraum des neuen Pfarrkindergartens unterzubringen, hieß es aus deren Kreisen. Von der neuen Entwicklung sei man völlig überrascht worden. Selbstverständlich hätten die Trägervertretung und die Kindergartenleitung die Eltern der 16 betroffenen Kinder sofort informiert. Mittlerweile seien alle Eltern per Brief über den aktuellen Sachstand unterrichtet worden.

Ein ähnlich hoher Radonwert wurde im alten Pfarrkindergarten letztmals im Jahr 2002 gemessen. Allerdings lag der offizielle Richtwert damals noch deutlich über 200 Becquerel Strahlung pro Kubikmeter Luft. Auf der Infoveranstaltung im Juli mit dem Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz-Xaver Heigenhauser, dessen Amtskollegin Dr. Anja Teebken und Kinderärztin Dr. Barbara List hatte Dr. Jakob Wagner vom untersuchenden INA Institut auf »aktuelle Werte von 81 und 95 Becquerel« verwiesen. Dies sei ein Bereich, der »auch für Kinder absolut akzeptabel sei«, erklärte Wagner damals den besorgten Eltern.

Schlackesteine beim Bau verwendet

Für die nun ermittelten 160 Becquerel trifft dies offensichtlich nicht mehr zu, weshalb man nun wohl auch von offizieller Seite die Reißleine zog. Das radioaktive Edelgas Radon, das überall natürlich vorkommt, aber nicht überall die gleiche Strahlungsintensität aufweist, tritt im alten Pfarrkindergarten vermehrt auf, weil bei dessen Bau einst Schlackesteine aus dem ehemaligen Eisenverhüttungswerk »Maxhütte« in Bergen verwendet wurden. Der alte Pfarrkindergarten ist damit schon ein Jahr früher als geplant Geschichte, denn ab dem kommenden Kindergartenjahr wären dort sowieso keine Kinder mehr untergebracht worden.

Aus aktuellem Anlass wird das Thema auch in der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag zur Sprache kommen, hieß es aus der Gemeindeverwaltung. mmü