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Grabenstätter Heizwerk feierlich eingeweiht

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Pater Augustin segnete das Grabenstätter Fernwärme-Heizwerk, das bereits Mitte November in Betrieb gegangen war. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Rund 700 geladene Gäste feierten neben der Einweihung der Sport- und Mehrzweckhalle Grabenstätt auch die Einweihung des daran gebauten Fernwärmeheizwerks, das bereits Mitte November in Betrieb gegangen war. Den kirchlichen Segen erhielten beide Gebäude von Pater Augustin und dessen evangelischem Kollegen Rainer Maier.


Heizwart Josef Huber führte die Besucher durch »sein« Heizwerk und erklärte alle technischen Abläufe. Im Rahmen der »Bioenergietage«, die erstmals in Grabenstätt stattfanden, präsentierten regionale Anbieter unter anderem Biomassekessel, die mit Pellets, Hackgut oder Stückgut betrieben werden, auch in Kombination mit anderen Energieträgern wie der Solarthermie. Beliebt waren auch die Spritztouren mit einem Elektro-Sportwagen. Elektrounternehmer Hans Haslreiter sprach übers Energiesparen, Bernhard Schauberger, Biomassehof Achental, über die Bioenergie-Region Achental und Traunstein und Holger Kötter über das Stromsparen und diverse Stromanbieter.

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Wie Bürgermeister Georg Schützinger sagte, habe die Gemeinde schon vor dreieinhalb Jahren erste Überlegungen für eine Fernwärmeversorgung angestellt. Auf Basis einer zentralen Hackschnitzelheizung sollte die Abhängigkeit vom Heizöl reduziert werden. Bald habe man das gemeindliche Schulgrundstück als besten Standort auserkoren, auch wegen der Nähe der großen Abnehmer Schule, Sportheim, Kreisaltenheim, Kindergarten, Pfarrheim, Vereinsheim, Sparkassengebäude, Rathaus, Kirche und neue Turnhalle.

Mit Unterstützung des Ökomodells Achental und des Biomassehofs Achental und der Firma Aquotec stieg man in die konkreten Planungen ein. Im März 2012 gründete die Gemeinde ein Kommunalunternehmen. Dem Verwaltungsrat steht Schützinger selbst vor. Unter Federführung des bestellten Vorstandes Peter Drechsler und dessen Stellvertreters Bernward Ebner kümmerte sich der Verwaltungsrat fortan um Bauentwurf, Finanzierung und Auftragsvergabe. Am 10. August erfolgte der Spatenstich. Nachdem im Herbst auf einer Trassenlänge von rund 1660 Metern Fernwärmeleitungen verlegt worden waren, ging das Heizwerk am 15. November in Betrieb. Aktuell sind 27 Abnehmer an die Fernwärme-Versorgung Grabenstätt-Süd angeschlossen. In einem Vertrag mit dem Grassauer Biomassehof ist die Betreuung und Überwachung der Anlage sowie die Betriebsführung geregelt. Der Hackgut-Liefervertrag gilt bis Ende 2017.

Der 800-Kilowatt-Biomassekessel läuft auf Holzhackgut-Basis und der 1300-Kilowatt-Ausfallkessel auf Heizölbasis. Der Biomassekessel garantiert 97 bis 98 Prozent des benötigten Wärmeabsatzes. Große Vorteile bringt der 27 000-Liter Pufferspeicher. Derzeit wird pro Jahr mit einer Wärmeabnahmemenge von 2119 Megawattstunden (MWh) kalkuliert. Es wird erwartet, dass jährlich etwa 265 000 Liter Heizöl eingespart werden können. Die jährliche CO2-Einsparung liegt bei ungefähr 650 Tonnen.

Jährlich werden rund 4000 Schüttraummeter Waldhackgut benötigt. Die Versorgung mit Brennstoffen aus der Region kann durch Resthölzer gewährleistet werden. Das Waldhackgut stamme aus einem Umkreis von 50 Kilometern, betonte Heizwart Josef Huber und schob hinterher: »Für uns ist der lange, kalte Winter super gewesen«. Die Investitionskosten liegen bei rund 1,41 Millionen Euro. Bei der Förderung könne man laut Wolfgang Wimmer von rund 181 000 Euro ausgehen, die vom Bund über die KfW-Bank ausbezahlt werden. Das Grabenstätter Fernwärme-Heizwerk sei ein »weiterer Baustein mit Symbolcharakter«, da das Ökomodell Achental mit seinen Mitgliedsgemeinden Grabenstätt, Bergen, Grassau, Marquartstein, Reit im Winkl, Schleching, Staudach-Egerndach, Übersee und Unterwössen das ambitionierte Ziel verfolge, »bis 2020 energieautark zu sein«. mmü