weather-image
21°

Grabenstätter hatten vieles auf dem Herzen

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Mit Norbert Lohwieser sprach sich wieder einmal ein Bürger für den Bau eines Kreisverkehrs beim Gasthaus Chiemseebräu am nordwestlichen Ortsausgang von Grabenstätt aus. Die Chancen auf Realisierung der Baumaßnahme stehen aber seit Jahren schlecht. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Eine lebhafte, knapp eine Stunde dauernde Diskussion hat es bei der Bürgerversammlung im Grabenstätter Hof gegeben. Den Wortbeiträgen der Bürger war ein 90-minütiger, informativer Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Georg Schützinger vorangegangen.


Kurt Luft kritisierte die Parkplatzsituation am neuen Pfarrkindergarten St. Maximilian. Für ihn sei es völlig unverständlich, dass das Problem nicht erkannt werde, denn »die Stellplätze reichen hinten und vorne nicht aus«. Auch hinsichtlich der Dauerparker am Kriegerdenkmal und der unzureichenden Ausleuchtung des Gehweges an der Überseestraße bis zum Kreisaltenheim bestehe dringender Handlungsbedarf.

Anzeige

Schützinger: »Sechs Stellplätze sind ausreichend«

Schützinger stellte klar, dass aus baurechtlicher Sicht am Kindergarten schon sechs Stellplätze ausreichend wären, man aber darüber streiten könne, ob der tatsächliche Bedarf zu den Stoßzeiten nicht wesentlich höher sei. Die Eltern sollten auf den gut 15 Stellplätzen aber auch nicht länger parken als notwendig. Mit Blick auf die Dauerparker-Problematik verwies das Gemeindeoberhaupt auf die bekannte Einschätzung der Polizei, wonach die Ausweisung von Kurzzeitparkplätzen nur Sinn mache, wenn regelmäßige Kontrollen durchgeführt würden. Personell könne die Gemeinde dies aber nicht stemmen.

Norbert Lohwieser wünschte sich, dass der seit Jahren von vielen Seiten geforderte Kreisverkehr bei der Gasthaus-Brauerei Chiemseebräu zeitnah realisiert werde. »Wir können den Kreisverkehr jederzeit beantragen«, erwiderte Schützinger, doch sei angesichts knapper Kassen nicht davon auszugehen, dass das Straßenbauamt und der Landkreis als Baulastträger das Projekt in absehbarer Zeit in Angriff nähmen.

Auch die Überquerung der Staatsstraße im Bereich Hirschauer Bucht und jene bei der alten Kläranlage seien Lohwieser zufolge höchst gefährlich: »Ich komme da nicht rüber, mit zwei Kindern ist das ein Wahnsinn«. Am kommenden Montag werde man im Gemeinderat den Haushalt für 2013 beschließen »und da ist die Hirschauer Bucht mit drin«, versicherte Schützinger. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sei »für 2013 eine Unterführung zur Anbindung der Hirschauer Bucht vorgesehen«.

Wilhelm Fechtig kritisierte die Verkehrssituation und den anfallenden Müll beim McDonald's. Auch die bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung angesprochene Lastwagen-Parkproblematik im Gewerbegebiet Nickelberg sei ihm ein Dorn im Auge. Peter Speckbacher mokierte sich über den schlechten Zustand der Eichbergstraße. Dass es im Zuge der Vorfahrtsänderung in der Ortsmitte aufgrund des flüssigeren Verkehrs noch gefährlicher geworden sei, die Kreisstraße südlich der Pfarrkirche zu überqueren, bedauerte Pfarrer Augustin und schob hinterher: »Wir dürfen nicht warten, bis etwas passiert«.

Ein Zebrastreifen auf Höhe des Pfarrhauses sei unrealistisch, so Schützinger, denn dafür »fehlen die notwendigen Querungen«. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung sei schwer durchzusetzen. Im Übrigen könne die Gemeinde in dieser Angelegenheit »nicht selber entscheiden«. Der Vorschlag von Herbert Maurer, zur alten, 2008 geänderten, Vorfahrtsregelung zurückzukehren, wurde zurückgewiesen.

Josef Austermayer machte den überraschenden Vorschlag, den seit Jahrzehnten auf der Südseite befindlichen Friedhofsausgang nach Westen zu verlegen. Was helfe ein Zebrastreifen oder eine Ampel, wenn die Kinder »ohne zu schauen« auf die Straße rennen, wandte sich Anderl Gaßner an die Eltern.

In seinem Jahresrückblick erwähnte Schützinger eingangs unter anderem das Gewerbegebiet Oberwinkl mit dem neu eröffneten Tank-Zentrum Chiemsee, den eingeweihten »wunderschönen« Pfarrkindergarten St. Maximilian in Grabenstätt, die vollendete Turnhalle Erlstätt und die erfolgreich vorangetriebene Turn- und Mehrzweckhalle Grabenstätt. Ohne die Aktivitäten der Ortsvereine und das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger wäre vieles nicht möglich gewesen.

Positives in puncto Breitbandausbau

Mit Freude beschrieb Schützinger die begonnenen Bauarbeiten beim »Schloss Winkl«. Auch die Fortschritte bei der Schließung des Chiemsee-Rundweges seien unübersehbar. Positives gab es auch in puncto Breitbandausbau zu vermelden. »Voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2013« gebe es in den Ortsteilen Grabenstätt, Erlstätt und Winkl eine schnellere Internetverbindung, so der Rathauschef.

Finanziell steht die seit 2006 schuldenfreie Gemeinde weiterhin bestens da. »Mit einem Gesamtvolumen von fast 13 Millionen Euro haben wir den größten Haushalt aller Zeiten und die Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 3,1 Millionen Euro netto geben uns wichtige finanzielle Spielräume«, freute sich Schützinger. mmü