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Grabenstätt richtet heuer Kriegerwallfahrt nach Maria Eck aus

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Grabenstätt – Fast alle 46 Veteranenvereine waren vertreten bei der Gauversammlung der Soldaten- und Kriegerkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus in Grabenstätt. Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt worden, denn die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Grabenstätt (SKK), die am 26. Juni ihr 150. Gründungsjubiläum feiert, wird am 12. Juni auch die Kriegerwallfahrt nach Maria Eck ausrichten.


In seinem Tätigkeitsbericht verwies Gauvorstand Michael Bernauer auf zwei Vorstandssitzungen – bei der ersten sei die neue Gausatzung vorgestellt worden. Zudem habe man einstimmig beschlossen, je 100 neue Gauehrenzeichen und Zeichen für die zehnmalige Teilnahme an der Kriegerwallfahrt nach Maria Eck zu bestellen. Die zweite Vorstandssitzung diente unter anderem der Vorbesprechung der Kriegerwallfahrt.

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Alle SKK- und KSK-Vereine im Gau hätten zusammen 6766 Mitglieder, darunter 307 Kriegsteilnehmer, 5610 Reservisten und 849 Fördermitglieder. Seit der letzten Gauversammlung hat es zwei Vorstandswechsel gegeben. Bei der VKV Halfing beerbte Paul Reineke Sebastian Baumann und bei der KSK Haslach Simon Schreiber Georg Jobst.

Mit seinem Stellvertreter Anton Linner erinnerte Bernauer an 44 Termine der vergangenen zwölf Monate, darunter die Kriegerwallfahrt nach Maria Eck, den Fackelzug und den Festgottesdienst beim Buchenwaldgedenken in Altenmarkt, das Chiemgauer Gedenken auf der Kampenwand, die Gedenkveranstaltung am Hohen Kreuz in Traunstein und Dankempfänge zur Kriegsgräbersammlung 2015.

Kassier Georg Steiner berichtete von einem positiven Kassenstand. Bernauer würdigte den anonymen privaten Spender von 3800 Euro, die ausschließlich für die Kriegerwallfahrt nach Maria Eck bestimmt seien. Landrat Siegfried Walch lobte er für den Zuschuss von 500 Euro für die Wallfahrt.

»Gott sei Dank herrscht in Deutschland seit 71 Jahren Frieden, was in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist«, betonte Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. Damit dies so bleibe, gelte es, immer wieder zu erinnern und zu mahnen. Das Gedenken an die Kriegstoten und Vermissten aufrechtzuerhalten, sei eine der wichtigsten Aufgaben der Krieger- und Soldatenkameradschaften. Auch zur Bewahrung von Brauchtum und Tradition seien sie unverzichtbar.

Es freue ihn sehr, »dass die Gauversammlung heute bei uns stattfindet und die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Grabenstätt vom Gauverband auch den Zuschlag für die Ausrichtung der Kriegerwallfahrt nach Maria Eck erhalten hat«, meinte Bürgermeister Georg Schützinger. Krieger- und Soldatenkameradschaften seien wichtige Bestandteile des Gemeindelebens. Er freue sich auch auf das 150. Gründungsfest der SKK Grabenstätt mit Kirchenzug, Festgottesdienst, Festumzug und Einkehr in der Mehrzweckhalle.

Auf starkes Interesse stieß der Reisebericht »Gegen das Vergessen« von Franz Maier aus Kay, der mit einigen Mitstreitern in Frankreich Soldatengräber des 1. Weltkriegs besuchte. Neben dem Grab seines Großonkels gelang es dabei auch, Gräber anderer Soldaten aus Kay ausfindig zu machen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sei »ein hervorragender Bewahrer der ganzen Kriegsgräbersache«, lobte Maier.

Dessen Kreisvorsitzender Anton Eckart dankte für die Unterstützung durch die Sammlungen. Grüße überbrachte auch Stefan Fritzenwenger, Gauvorstand im Rupertigau. Auf das 150. Gründungsfest der KSK Kammer 2017 verwies Robert Maier. Als wichtigste Termine nannte Gauvorstand Bernauer die Kriegerwallfahrt am 12. Juni nach Maria Eck und die Gedenkfeier auf der Kampenwand am 28. August. Diese wird heuer von der Gemeinde Obing ausgerichtet.

Abschaffung der Wehrpflicht macht Vereinen zu schaffen

Die Mitgliederstände seien nicht zuletzt wegen der Abschaffung der Wehrpflicht rückläufig, bedauerte der Vorstand der SKK Grabenstätt, Michael Jendrischewski, und forderte die jungen Generationen auf, »unsere Ziele und unsere Arbeit zu unterstützen«. Um zu verdeutlichen, dass es früher deutlich strengere Aufnahmebedingungen gab, verlas er einen Auszug aus den kaiserzeitlichen Statuten der SKK Grabenstätt.

Für die Kriegerwallfahrt nach Maria Eck hoffte er auf zahlreiche Teilnahme. »Vergesst Eure kranken, alten und einsamen Vereinsmitglieder nicht und sorgt dafür, dass in Eurem Umfeld Frieden und ein guter Geist der Freundschaft herrschen«, appellierte Bernauer abschließend. mmü