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Gnadl: »Rauchmelder sind Lebensretter Nummer 1«

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Kleine Geräte, große Wirkung: Im Falle eines Brandes können Rauchwarnmelder Leben retten. Gerade in der Nacht leisten sie enorme Dienste. Sie wecken im Ernstfall durch einen schrillen Ton Schlafende auf, die damit den giftigen Brandrauch nicht einatmen.

Traunstein. Glück im Unglück hatte eine Seniorin aus Übersee vor wenigen Wochen: Als in ihrer Wohnung wegen eines Kerzengestecks ein Feuer ausbrach, löste der mit dem Hausnotrufgerät kombinierte Rauchmelder Alarm aus und die Hausnotrufzentrale des Malteser Hilfsdienstes meldete dies umgehend der Integrierten Leitstelle. »Dadurch war schnell Hilfe vor Ort und die Frau konnte gerettet werden«, sagt Peter Volk, Pressesprecher der Feuerwehren im Landkreis. »Ein Rauchmelder ist der Lebensretter Nummer   1«, ergänzt Kreisbrandrat Hans Gnadl im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Wo solche Anlagen drin sind, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.«


Melder sollten miteinander verbunden sein

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Beide sind deshalb froh, dass nun auch der Gesetzgeber reagiert hat. Denn seit Anfang des Jahres besteht die Pflicht, dass alle Neubauten mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden. Nach der gesetzlichen Vorgabe müssen in jedem Kinder- und Schlafzimmer und in allen Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen, Rauchmelder montiert werden. Bestehende Gebäude müssen bis zum 31. Dezember 2017 mit Rauchwarnmeldern nachgerüstet werden. Bei Mietwohnungen muss der Vermieter dafür sorgen, für die Betriebsbereitschaft ist dann der Mieter verantwortlich. »Das ist eine der besten Gesetzgebungen des Freistaats, die in den letzten Jahren gemacht worden ist«, sagt Gnadl, »und das zum Wohle der Bürger.« Beim Kauf der Rauchmelder muss man darauf achten, dass sie eine CE-Kennzeichnung haben und der DIN   EN   14604 entsprechen. »Die örtliche Feuerwehr steht bei Fragen aber gerne mit Rat und Tat zu Seite«, betont Gnadl. Aber auch im Fachhandel könne man sich beraten lassen, betont er.

Zudem sollte man laut dem Kreisbrandrat darauf achten, dass man Rauchmelder der neuesten Technik kauft. Diese sind mit Akkus ausgestattet, die eine Lebensdauer von zehn Jahren haben. Die Rauchmelder, die auch immer wieder gewartet werden müssen, sind bei dieser Technik untereinander verbunden. »Diese Vernetzung ist sehr sinnvoll«, sagt Gnadl, denn im Ernstfall schlagen dann alle Rauchmelder Alarm. Gerade in einem Haus bekomme man dann sicher mit, wenn es etwa im Keller brenne.

Auch die Ausgaben für einen Rauchmelder halten sich in Grenzen, er kostet um die 40 Euro. »Das ist ein minimaler Betrag, wenn man bedenkt, dass man dafür gut geschützt ist«, betont Volk. Auch die Befestigung der Geräte sei kein Problem, heben beide hervor. Sie sollten am besten mittig an der Decke befestigt werden.

Auch ein Feuerlöscher und eine Löschdecke – beides ist für private Gebäude keine Pflicht – sollten laut den Feuerwehrlern in jedem Haushalt vorhanden sein. »Im Ernstfall soll man zwar nicht den Helden spielen«, betont Gnadl, aber dennoch können Feuerlöscher und Löschdecke größeren Schaden verhindern. »Eine Löschdecke ist etwa in der Küche wichtig«, sagt der Kreisbrandrat, »denn in Brand geratenes Fett in Pfannen darf man niemals mit Wasser löschen.«

»Großer Schutz für Neugeborene«

Einige Kommunen im Landkreis sind laut Hans Gnadl übrigens bereits dazu übergegangen, jungen Familien bei der Geburt eines Kindes als Willkommensgeschenk einen Rauchmelder zu geben. »Rauchmelder sind einfach auch ein großer Schutz für Neugeborene«, sagt Gnadl. »Wir wollen auch gerade junge Familien für dieses Thema sensibilisieren.«

Hat man keine geeigneten Hilfsmittel bei einem Brandfall zur Hand, dann gelten folgende Regeln. »Die Personen sollen unverzüglich den Raum verlassen, einen Notruf absetzen, Fenster und Türen schließen und sich in Sicherheit bringen«, sagt Hans Gnadl. Dann sollten die Betroffenen aber unbedingt auf die Feuerwehr warten, um als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, um genaue Angaben über den Brand zu machen. SB