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»Glücksfall für Waging«, aber Ausschuss dagegen

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Dieses rund 1000 Quadratmeter große Wiesengrundstück an der Bahnhofstraße würde die Elektrofirma Gruber der Gemeinde kostenlos als Parkplatz zur Verfügung stellen. Dem Bauausschuss erschienen aber die geschätzten 17 000 Euro für eine Aufkiesung als zu hoch.

Waging am See. Eine gut 1000 Quadratmeter große Wiese an der Bahnhofstraße direkt neben ihrem Lampengeschäft würde die Elektrofirma Gruber der Gemeinde kostenlos und zeitlich unbeschränkt als Parkplatz überlassen. Dieses Angebot hatte der Verein »Waging bewegt« aufgegriffen und als Antrag an die Gemeinde gestellt. Nachdem in der letzten Gemeinderatssitzung Bürgermeister Herbert Häusl bei einem ersten Gedankenaustausch zu dem Thema »mehr Pro als Kontra gehört« zu haben glaubte, wurde der Antrag jetzt im Bauausschuss abgelehnt. Der Grund: Der Ausschussmehrheit von 5:4 Stimmen erschienen die Kosten von 17 000 Euro für eine ordentliche Aufkiesung des Platzes als zu hoch.


Empörung daraufhin bei »Waging bewegt«: Gestern nannte Werner Waldherr, im Verein für den Handel zuständig, bei einem kurzfristig einberufenen Pressegespräch das Angebot von Anton Gruber »einen Glücksfall für Waging«. Ein zusätzlicher Parkplatz entlang der Bahnhofstraße wäre »ein Traum«, zumal angesichts der Neugestaltung und Sanierung, die ja hier gerade läuft. Ein Parkplatz an der Stelle, so meinten auch die Vereinsvorsitzenden Lydia Wembacher und Karin Wiedemann, würde die Parksituation an der Bahnhofstraße deutlich entlasten. Vielleicht wäre dann, gerade auch in Hinblick auf die hier angesiedelten Arztpraxen, sogar der eine oder andere Behindertenparkplatz zu verwirklichen.

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Ein wesentlicher Grund für die Ablehnung im Bauausschuss – aus unbekanntem Grund übrigens nichtöffentlich behandelt, während in der letzten Gemeinderatssitzung noch öffentlich darüber debattiert worden war – lag wohl in den Kosten beziehungsweise der Finanzierung der Aufkiesung. Laut Bauamtsleiter Manfred Gries stieß manchen Ausschussmitgliedern die Tatsache unangenehm auf, dass sich die Volksbank-Raiffeisenbank, die wohl mit als Hauptnutzer des neuen Parkplatzes gesehen wird, angeblich nicht an den Kosten beteiligen wollte. Dies hatte Bürgermeister Häusl laut Gries in der Sitzung berichtet.

Außerdem stehen etliche Gemeinderäte, wie in der Gemeinderatssitzung bereits zu hören war, auch auf dem Standpunkt, dass es keines zusätzlichen Parkplatzes in Waging mehr bedürfe. Denn im Zusammenhang mit dem Turnhallenbau werde ein großer neuer Parkplatz mit rund 50 Parkplätzen an der Salzburger Straße entstehen. »Dieses Grundstück gehört uns«, hatte der Bürgermeister herausgehoben, bereits in etwa einem Monat könne der Platz so hergerichtet sein, dass man darauf parken könne. Letztlich hatte man sich dann darauf verständigt, in der nächsten Bauausschusssitzung in Ruhe darüber zu reden.

Andreas Barmbichler hatte sich im Gemeinderat für den Parkplatz ausgesprochen. So eine Chance, einen Parkplatz kostenlos nutzen zu können, dürfe man sich nicht entgehen lassen, hatte er gemeint. Zumal die beiden anderen großen Grundstücke schnell weg sein könnten: nämlich die derzeit ungenutzten Parkplätze bei der Grundschule und beim ehemaligen Hofbauer-Anwesen.

Darauf verweist auch die Vereinsspitze von »Waging bewegt«. Diese beiden Parkplätze könnten schnell weg sein, meinte Lydia Wembacher; die Besitzer würden die Grundstücke sicherlich nicht ewig ungenutzt liegen lassen. Vielleicht würde sich auch mit zusätzlichen Parkplätzen sogar noch das eine oder andere Geschäft an der Bahnhofstraße ansiedeln, könnte sie sich vorstellen. Und ein Parkplatz an der Stelle könnte auch eine Entlastung für die Anwohner bedeuten, da potenzielle Kunden dann nicht mehr durch die Straße fahren müssten auf der Suche nach einen Parkplatz weiter innerorts.

»Im Rat denkt man einfach nicht weiter«, kritisierte Wembacher, »da gibt es keine Visionen.« Auf alle Fälle werde sie selber bei der VR-Bank nachfragen, von wem die Ablehnung gekommen sei und ob seitens der Gemeinde auch intensiv genug nachgefragt worden sei. Und man werde seitens »Waging bewegt« mit Hilfe von Gemeinderäten, die für den Parkplatz sind, versuchen, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung zu bekommen, damit nochmals darüber gesprochen werden kann. he

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