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Glücksbringer in Schwarz bevölkerten den Maxplatz

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Kaminkehrer Siegfried Waack (rechts) verpasste dem 15 Monate alten Bastian Viehhauser aus Traunstein eine rußige Nase. Später war auch noch Mama Jessica an der Reihe. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Traunstein – Viele Traunsteiner sind gestern wieder mit rußigen Nasen durch die Stadt spaziert. Verpasst hatten ihnen diese die Kaminkehrer aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Die Schornsteinfeger bevölkern traditionell am Tag vor Silvester den Maxplatz, um Glücksbringer für das neue Jahr an die Menschen zu verteilen, Glühwein auszuschenken und Geld für den guten Zweck zu sammeln – und die Nasen der Passanten, einem alten Brauch folgend, mit Ruß anzumalen.


Rund 30 Kaminkehrer waren gestern nach Traunstein gekommen, unter ihnen auch Siegfried Waack. Der Unterwössner verbrachte am Maxplatz seinen letzten Arbeitstag vor der Rente. Er war sage und schreibe 48 Jahre lang als Kaminkehrer tätig. Bei der Aktion zum Jahreswechsel war er von Anfang an dabei – »heuer das 17. Mal«, wie er erzählte. Damit fehlte Waack seit dem Startschuss der Aktion im Jahr 2000 kein einziges Mal.

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Das Geld, das die Kaminkehrer gestern sammelten, wird dem bundesweit tätigen Verein »Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern« zugute kommen. »Geplant ist, dass die heimischen Kaminkehrer ihre Spende im Frühsommer in Frankfurt übergeben«, erzählt Michael Marx; er ist Leiter der Schulungsstelle der Kaminkehrer in Traunstein und einer der Organisatoren der Aktion. Über 55 000 Euro sind in den vergangenen 17 Jahren durch das Engagement der rußigen Männer für den guten Zweck zusammengekommen. Denn die meisten Menschen, die sich von den Kaminkehrern mit Glücksbringern beschenken lassen oder ihren Glühwein trinken, spenden dafür im Gegenzug großzügig Geld. san