weather-image
22°

»Glück, in Übersee leben zu dürfen«

4.1
4.1
Bildtext einblenden
»Ein Münchner im Himmel«: Der Überseer Theaternachwuchs in Aktion. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Mehr als 14 Stunden lang haben rund 1500 Überseer im Rahmen des alljährlichen Dorffests des Überseer Trachtenvereins den 1225. Geburtstag ihrer Gemeinde gefeiert. Trotz tropischer Hitze riss der Besucherandrang zur malerischen Festwiese unter den Obstbäumen auf der Kasparschmid-Wiese zwischen Kirche und Pfarrzentrum von 11 Uhr vormittags bis in die späten Nachtstunden nicht ab. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm sorgte zudem für eine super Festtagsstimmung.


Begonnen hatte der Gemeinde-Geburtstag bei strahlendem Sonnenschein schon am Morgen mit der Totenehrung am Kriegerdenkmal, einem Festgottesdienst und einem Festzug durch den Ort zur Festwiese (wir berichteten). »Wir alle können glücklich sein, hier in Übersee leben zu dürfen«, sagte Bürgermeister Marc Nitschke zur Begrüßung.

Anzeige

Anfangs nur eine spärliche Entwicklung

Dann ging der Gemeindechef 1225 Jahre zurück, als Übersee im Verzeichnis des Salzburger Bischofs erstmals urkundlich erwähnt worden ist. Da die Gemeinde fernab von jeder Handelsstraße lag, gab es in den ersten Jahrhunderten nur eine spärliche Entwicklung durch den Anbau von Mais, Rüben und Zwiebeln. Später kam die Pferdezucht dazu.

Das änderte sich 1845, als der erste Chiemsee-Dampfer von Übersee aus in See stach. Ein kontinuierlicher Aufschwung setzte dann 1860 ein, als der erste Eisenbahnzug durch Übersee fuhr.

Mit der Entdeckung der landschaftlichen Schönheiten am Überseer Chiemseeufer durch viele Kunstmaler wurde um die Jahrhundertwende das Zeitalter des Tourismus eingeläutet. Denn es waren die Kunstmaler, die Übersee für sich entdeckten und dann als »Geheimtipp« für eine Sommerfrische weitergaben, sagte der Bürgermeister.

»Heute darf sich Übersee mit seiner eigenen Autobahnausfahrt und einem eigenen Bahnhof mit IC-Halt sicherlich als die für den Fernverkehr am besten erschlossene Chiemsee-Gemeinde bezeichnen«, sagte Bürgermeister Nitschke. Abgesehen davon, sei die inzwischen auf 5000-Seelen angewachsene Kommune durch die Lage am Chiemsee und im Alpenraum, seine ausgebaute Infrastruktur, aber auch durch seinen weiterhin dörflichen Charakter mit einer vorbildlichen Dorfgemeinschaft, regem Vereinsleben und vieler sozialer Initiativen lebens- und liebenswert geworden.

Nitschke erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Wort von Ministerpräsident Horst Seehofer, dass Bayern die Vorstufe zum Paradies sei. »Da sind wir in Übersee schon eine Stufe weiter«, sagte der Rathauschef nicht ohne Stolz.

Beim abwechslungsreichen Programm bis in die späten Nachtstunden hinein kamen dann alle auf ihre Kosten. Die Kinder hatten ihren Spaß beim Spielen mit großen Bauklötzen, bei Fahrten mit dem Feuerwehrauto, beim Pony-Reiten sowie bei Eis und Popcorn des Schulfördervereins.

Vor allem die Gäste erfreuten sich an den Darbietungen der Kinder- und Jugendgruppen, der Aktiven Buam und Dirndln sowie der Goaßlschnalzer. Für die Erwachsenen gab es das stark frequentierte Torwand-Schießen, Kirchenführungen und einen Informationsstand der Wasserwacht mit einer Tombola. Etwas ganz Besonderes hatte sich der Theaterverein mit seinem, zum Jubiläumsfest passenden, Sketch »Ein Münchner im Himmel« einfallen lassen. Bei dem Stück stand der Theaternachwuchs auf der Bühne.

Trikot mit Unterschriften der Bayern-Spieler versteigert

Einen weiteren Höhepunkt des Fests hatte die JU mit der Versteigerung eines FC Bayern-Trikots mit allen Spieler-Unterschriften initiiert. Zustande gekommen war die Aktion über JU-Kontakte zu Tobias Schweinsteiger, dem Bruder des langjährigen Bayern-Spielers Bastian Schweinsteiger. Die ersteigerte Summe von 610 Euro soll laut JU-Vorstand Benedikt Gschwendner dem Schulförderverein zugute kommen.

Großes Lob erhielten die Blaskapelle für ihre Stimmungsmusik am Nachmittag und die Gruppe »Weißngroana« am Abend sowie der Trachtenverein für seine schmackhaften Brotzeiten samt Steckerlfischen. Als besonderes Schmankerl gab es zudem die kunstvoll dekorierten, alkoholfreien Cocktails der Sansibar und am Abend einen Barbetrieb. bvd