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»Global denken, regional handeln, lokal profitieren«

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Ruhpolding. Die Vereinigung Ruhpoldinger Bürger (VRB) gibt es seit 30 Jahren. Entstanden ist sie aus der Bürgerinitiative »Laubauer Wasser«, als die Stadt Traunstein Wasser aus dem Laubauer Brunnen entnehmen wollte. Darauf wies der Vorsitzende Hermann Hipf bei der Kandidatenvorstellung im Hotel zur Post hin und gab einen kleinen Rückblick über die Entwicklung der Gruppierung.


Nach ihrer Gründung kämpfte die VRB vor allem gegen die Ausrichtung der Olympiade 1984. Seither stellte die parteilose Vereinigung Ruhpoldinger Bürger in allen Jahren drei bis fünf Gemeinderäte und habe so zu einer ausgewogenen Sitzverteilung im Gemeinderat beigetragen, sagte Hipf. In den vergangenen sechs Jahren stellte die VRB fünf Gemeinderäte, Hermann Hipf, Ulrike Pfeifer, Ludwig Böddecker, Sepp Hohlweger und mit Ferdinand Fiedler erstmals den Zweiten Bürgermeister. Viele Ideen der VRB hätten sich wegen der angespannten finanziellen Lage nicht umsetzen lassen. Dies werde sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen, weil sich die Gemeinde auf ihre Pflichtaufgaben konzentrieren müsse, so der Vorsitzende.

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Trotz der vielen »ortsgeprägten Anforderungen« dürfe die VRB aber nicht den Blick fürs Ganze verlieren, appellierte Hipf. Sie solle vielmehr weiter nach dem Leitsatz »global denken, regional handeln, lokal profitieren« handeln. Als besonders wichtig bezeichnete er die Verbesserung des Tourismus in Ruhpolding mit verstärkter Vermarktung der Region Chiemgau, den Ausbau der erneuerbaren Energien, Elektromobilität, Hochwasserschutz, Schulbildung, die Schaffung von Gewerbeansiedlungen und Wohnraum für junge Familien.

Bevor sich die Kandidaten der VRB vorstellten, nahm der Landratskandidat von Bündnis 90/Die Grünen Sepp Hohlweger zu aktuellen politischen Themen Stellung. Scharf kriti-sierte er die Mehrheitsmeinung der Großen Koalition, die mit der Verweigerung der Stromtrasse die Versorgungssicherheit gefährde. Da der Landkreis bis 2020 den Strombedarf für alle Haushalte und Gewerbebetriebe aus erneuerbaren Energien erzeugen wolle, sei die aktuelle Politik der Landesregierung ein großes Hemmnis.

Im Landkreis Traunstein wolle Hohlweger sich selbst für die frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung bei der Entscheidung zu Großprojekten einsetzen und eine dynamische regionale Entwicklung vorantreiben. Wirtschaftlich hielt er den Landkreis mit seinen vielen Unternehmern und Gewerbetreibenden für bestens aufgestellt. Dafür sei die geringe Quote an Arbeitslosen ein schlagender Beweis.

Angefangen mit »Nachrücker« Wolfgang Loders stellten sich dann die Kandidaten der VRB vor. Einhellige Meinung aller war, dass es innerhalb der VRB viel Raum zu freier Diskussion gebe und alle fair miteinander umgingen. Jeder Bewerber nannte das Thema Tourismus als besonders bedeutend für den Ort. Jugendarbeit und die Lebensqualität im Ort für Jung und Alt waren weitere Themen, die von den meisten Kandidaten angesprochen wurden, außerdem die Bedeutung der rechtzeitigen Bürgerbeteiligung sowie die Stärkung von Landwirtschaft und Landschaftspflege. gi