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Gleich mehrere Ausnahmen im Bauausschuss

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Reit im Winkl. Eine Reihe von Bauanträgen hatte der Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung vor wenigen Tagen zu bearbeiten, wobei immer wieder Abweichungen von der Ortsgestaltungssatzung diskutiert, letztlich aber zugelassen wurden. Nachträgliche Genehmigung erfuhr eine Werbeanlage, sie war im Dezember 2009 in größerer Form von dem Gremium noch abgelehnt worden. Ein neues Wohnhaus soll in der Weinleiten entstehen.


Bereits aufgestellt worden ist die beleuchtete, 1,3 mal 1,25 Meter große Werbeanlage in der Hausbergstraße, die auf eine dort befindliche Gästepension hinweist. Ursprünglich, also 2009, wollten die Antragsteller, ein Ehepaar, das diese Pension betreibt, zwei weitere Werbeflächen installieren, was der Ausschuss damals allerdings ablehnte. Nun wurde trotzdem eine Werbetafel aufgestellt, die allerdings in zwei Unterpunkten der geltenden Ortsgestaltungssatzung widerspricht. In einem Begleitschreiben begründeten die Antragsteller dieses Hinweisschild damit, dass ihr Hotel schlecht einsehbar sei.

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Gemeinderat Georg Speicher (Freie Wähler) war hier der Ansicht, dass diese Werbeanlage für den Übernachtungsbetrieb notwendig sei, auch der Platz sei dafür geeignet. Nach kurzer Diskussion und unter der Auflage, dass die Beleuchtung der Werbeanlage nach 22 Uhr abgeschaltet werden muss, genehmigten die sieben Mitglieder des Ausschusses einstimmig den Antrag.

Umfunktioniert werden soll das ehemalige Lifthäuschen am Hausberg zu einem Zielhäuschen an den Benzeckliften, dies beantragte der örtliche Wintersportverein. Im vergangenen Winter musste der Hausberglift seinen Betrieb endgültig einstellen (wir berichteten), weswegen das kleine, hölzerne Gebäude am Hausberg dort nicht mehr benötigt wird. Nun soll es künftig als Zielhaus für Skirennen im Ortsteil Blindau verwendet werden. Auch hier stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu.

Eine neue Garage soll neben einem Wohnhaus an der Chiemseestraße gebaut werden, allerdings weicht diese in zwei Punkten von der Gestaltungssatzung ab: So ist die Dachneigung minimal zu steil, ferner soll der First nicht wie vorgesehen in der Mitte des Daches errichtet werden. Die geplante Form der knapp 20 Quadratmeter großen Garage sei allerdings »wegen der Einbindung in den Gebäudebestand« erforderlich, wie dies die Räte sahen, und votierten auch bei diesen beiden Abweichungen einstimmig zugunsten des Vorhabens.

Der Bau eines Wintergartens wurde für ein Anwesen in der Tiroler Straße beantragt, dieser überschreitet in geringem Umfang das zulässige Höchstmaß. Erbaut werden soll dieser in einer Aluminium-Konstruktion. Unter der Auflage, dass das Aluminium in Holzoptik ausgefertigt werden soll, waren die Ausschussmitglieder für den Antrag.

Keine Einwände hatten die Räte ferner gegen eine beantragte, 60 Quadratmeter große Hofüberdachung an einem Anwesen in der Weitseestraße, wobei auch hier der First nicht in der Mitte des Daches verlaufen wird.

Schließlich stimmten die Ausschussmitglieder auch für den Bau eines Einfamilienhauses in der Weinleiten ab. Bei einer Grundfläche von rund 140 Quadratmetern sollte das Wohnhaus mit zwei geplanten Wohneinheiten 7,4 Meter hoch werden. Zu hoch meinte hier der Ausschuss, die maximale Wandhöhe dürfe sieben Meter nicht überschreiten. ost