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Gleich beim Regie-Debüt gelang Laura Thies ein Volltreffer

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Gleich die Premiere war ein voller Erfolg: Die 28-jährige Laura Thies hat gut lachen, ihr Spielfilm »Surviving Family« begeisterte das amerikanische Publikum.

Was für ein großartiger Erfolg bei ihrem Debüt als Regisseurin: Laura Thies hat gleich mit ihrem ersten Spielfilm mehrere Auszeichnungen in Amerika abgeräumt. Ihr preisgekrönter Film »Surviving Family« feiert nun auch in Deutschland Premiere. Er ist am kommenden Mittwoch um 20.30 Uhr im Münchner Gabriel Filmtheater zu sehen.


Arbeit am Set: Nervenkitzel pur

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Bereits mit acht Jahren war für Laura Thies, die damals mit ihren Eltern und ihrem Bruder in Stöttham bei Chieming wohnte, klar: »Ich gehe nach New York.« Sie wollte unbedingt Schauspielerin werden. Gesagt, getan. Mit 16 Jahren wechselte sie zunächst an eine Schule in Kanada, machte dort ihren Abschluss und bewarb sich anschließend an einigen Schauspielschulen – in New York wurde sie prompt genommen. Während ihrer weiteren Ausbildung an der »New School University« begann sie, sich für das Filmemachen zu begeistern und fing auch noch ein Regiestudium an. Nur drei Jahre nach ihrem Abschluss war ihr erster Film im Kasten.

Eineinhalb Jahre dauerten dafür die Vorbereitungen. »Ab Juli 2011 haben wir dann gedreht«, erzählt die ehemalige Chiemingerin. Drehorte waren unter anderem New York, New Jersey und Pennsylvania. Eine aufregende Zeit für Laura Thies, schließlich »war der Film sehr gut besetzt«. Die Arbeit mit den erfahrenen Schauspielern wie Phyllis Sommerville sei »schon ein Nervenkitzel« gewesen. Aber das Eis sei auch schnell gebrochen. »Und wir haben eine gute Ebene gefunden«, so Thies. Insgesamt hatte sie 37 Schauspieler am Set. »Vom Baby bis zur alten Dame war alles dabei«, sagt die Jungregisseurin. Dies sei gleich beim Debüt natürlich »ein Traum« gewesen.

Anfangs hatte sie aber auch Bauchschmerzen. »Wir hatten nur das Budget für einen Probentag, das hat mich doch sehr nervös gemacht.« Schließlich komme sie vom Theater und da seien viele Proben die Regel. »Im Endeffekt war das aber alles kein Problem, es hat alles wunderbar funktioniert.«

Und wie! »Surviving Family« feierte im August Premiere auf dem Woods Hole Film Festival auf Cape Cod – und schlug ein. Der Film hat in den USA bereits elf Preise und elf Nominierungen erhalten. Er hat unter anderem den Preis als Bester Spielfilm und Beste Hauptdarstellerin (Sarah Wilson) bekommen, außerdem wurde er unter anderem für Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Phyllis Somerville), Beste Kamera (Timothy Naylor), und Bestes Drehbuch (Mara Lesemann) nominiert. Laura Thies gewann bei dem Golden Door International Film Festival den Alice Guy Blaché Women in Cinema Award und wurde bei dem Action on Film Festival in L.A. für die Beste weibliche Filmemacherin nominiert.

Das Familiendrama handelt von Terry Malone, einer klugen, jungen Frau. Sie steht kurz davor, den Mann ihrer Träume zu heiraten. Aber sie ist nicht auf ein glückliches Leben vorbereitet, da sie aus einer zerbrochenen Familie kommt. Ihre Vergangenheit ist gezeichnet von Alkoholismus, psychischer Erkrankung und Selbstmord. Ein Besuch bei ihrer Familie zwingt Terry, bitteren Wahrheiten ins Gesicht zu blicken: über den Tod ihrer Mutter, das Leben ihres Vaters, und über die Halbschwester, die sie bis dahin nicht kannte...

Seit 2010 wohnt Regisseurin in München

Für den Film pendelte Thies ständig hin und her. Denn seit 2010 ist sie wieder in Deutschland und lebt in München. »Ich versuche jetzt, mir auch hier etwas aufzubauen«, erzählt die 28-Jährige. Sie möchte etwa »Surviving Family« auch irgendwann in deutscher Sprache präsentieren können. Dafür müsste sie den Film aber auch einmal einem breiten Publikum vorstellen. »Bisher wurde er aber noch bei keinem deutschen Filmfestival genommen«, sagt Thies. Sie organisierte die Vorstellung nächste Woche in München daher auch selber.

Zudem trainiert sie auch nach wie vor für die Schauspielerei. Schließlich lassen sich die beiden Berufe »gut miteinander vereinbaren«. An einem neuen Filmprojekt arbeitet sie ebenfalls schon – diesmal zusammen mit der jungen Münchner Schriftstellerin Josephine Ehlert. Klappt das, »dann werden wir vielleicht auch am Chiemsee drehen«. Nach dem erfolgreichen Spielfilm-Debüt darf man sich auf das nächste Projekt von Laura Thies jedenfalls schon freuen. SB