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»Gläsernes Seniorenheim St. Martin« schafft Vertrauen

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Vorsitzender Hans Dandl (rechts) verabschiedete Stefan Göttsberger, der viele Jahre als stellvertretender Vorsitzender im Förderverein agierte. (Foto: Sojer)

Waging am See – In der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Seniorenheim St. Martin standen die Neuwahlen im Mittelpunkt.


Der Förderverein unterstützt maßgeblich Umrahmungen verschiedenster Arten, überwiegend aus Spenden der Bürger. Die langjährige Erfahrung und der enge Kontakt zum Seniorenheim haben gezeigt, dass die Aktionen sich bewährt haben.

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Vorsitzender Hans Dandl berichtete über die Aktivitäten des Seniorenheims. Es gab drei Bewohnerausflüge auf die Strobl-Alm, einen Männerausflug ins Porsche-Museum und den jährlichen Strandkurhausausflug. Neben den Besuchen von Theateraufführungen war im vergangenen Jahr die Tier-Therapie mit Lamas und Alpakas ein außergewöhnliches Erlebnis. Auch besuchten die Bewohner musikalische Veranstaltungen, unter anderem das Fest »Blech im Park«.

Lob für die 50 ehrenamtlichen Helfer

Auch die jährliche Information der Ehrenamtlichen sei immer eine gute Sache. »Es gibt immer wieder Neuigkeiten über Verhaltensregeln, die man einfach berücksichtigen muss« so Dandl. Besonders lobte er die 50 Ehrenamtlichen, die immer verlässlich zur Stelle sind, sei es bei der Bewirtschaftung der Cafeteria oder zu kirchlichen Veranstaltungen. »Wenn da nur einige Helfer nicht kommen würden, dann gäbe es in der Organisation des Holens und Bringens von den Stationen ein ziemliches Durcheinander«.

Als das Seniorenheim 1993 gebaut wurde, wusste man zwar viel über Krankenpflege, aber das Wissen in der Altenpflege war eher noch gering. Man stellte sich darauf ein, dass die Pflegebedürftigkeit der älteren Menschen zunehmen werde, aber über exakte Zahlen verfügte man noch nicht. Heute bestätige sich, dass die Beweggründe zum Bau des Seniorenheims eingetroffen seien.

»Mitten in Waging so ein Heim zu haben, ist sehr wertvoll«, sagte Bürgermeister Herbert Häusl dazu. Durch die kurzen Wege sei es für die Angehörigen immer ein gutes Gefühl, ihre Liebsten gleich in der Nähe zu wissen, die sie jederzeit besuchen können. Die Unterbringung sei wesentlich öffentlicher, überschaubarer und kontrollierbarer als in anderen Heimen. »Wir sind schon so etwas wie eine gläserne Einrichtung, und das ist auch gut so«, sagte Häusl. Das bürge für Vertrauen und Sicherheit und damit eine sehr gute Belegung.

Was damals unterschätzt wurde, war die Arbeitsplatzbeschaffung für 130 Mitarbeiter. »In einer Auspendlergemeinde wie Waging mit 800 Auspendlern mehr als Einpendlern dürfen wir um jeden Arbeitsplatz dankbar sein«, betonte Häusl. Aber nicht nur ausgezeichnetes Personal, sondern auch die Arbeit der Ehrenamtlichen spiele eine wichtige Rolle im Heim. »Das Seniorenheim funktioniert nicht nur sehr gut, sondern es wird auch gelebt«, lobte Häusl.

Die 50 Ehrenamtlichen bildeten den Kern der Seele des Hauses. »Wir haben die Hand über das Heim und entscheiden alleine, und das sollten wir uns immer bewahren«, sagte Häusl. Der Förderverein sei eine ganz wichtige Grundlage.

Kassier Reinhold Obermaier berichtete über den Stand der Kasse. Neben Ausgaben von rund 14 000 Euro wurden rund 12 000 Euro eingenommen. Das Minus sei weitaus geringer ausgefallen, als gedacht. Er sei zuversichtlich, dass der Förderverein auch künftig mit Spenden rechnen dürfe. Auch gab Obermaier bekannt, dass der Förderverein als gemeinnützig anerkannt ist und die Spenden steuerlich abzugsfähig sind.

Auch heuer sind Ausflüge geplant

Hans Dandl gab Einblicke in die heuer geplanten Aktionen. In diesem Jahr sind Ausflüge nach Raitenhaslach und ans Strandkurhaus geplant sowie ein Männerausflug und die Teilnahme an Musikveranstaltungen. Die ursprünglich monatlich erscheinende Heimzeitung, in denen Informationen über künftige Aktivitäten, Ereignisse oder Sonstiges für Bewohner, Angehörige und Ehrenamtliche enthalten sind, wird künftig nur noch vier Mal im Jahr erscheinen. An den Ausgaben für allgemeines Material für die Beschäftigungstherapien und die Anschaffung von Sensormatten für Demenzerkrankte beteiligt sich der Förderverein ebenfalls.

Hans Dandl wurde dann als Vorsitzender im Amt bestätigt. Als Nachfolger von Stefan Göttsberger, der das Amt als zweiter Vorsitzender nicht mehr übernimmt, wurde Hans Kern gewählt. »Für mich ist es Zeit aufzuhören«, sagte Göttsberger, der die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft würdigte. Mit Hans Kern habe man einen Nachfolger gefunden, der gut zum Verein passe. Reinhold Obermaier bleibt Kassier, Schriftführer Heinrich Thaler. Kassenprüfer bleiben die Finanzbeamten Siegfried Heigl und Traudl Fischer. Beiräte bleiben Herbert Häusl, Christl Geierstanger, Gisela Hetzel, Josef Frank und Georg Ziegltrum. Neu dazu gewählt wurde Richard Emmermacher.

Hans Dandl berichtete von 383 Mitgliedern. Neue Mitglieder seien willkommen. Der Beitrag liege auch bei nur 10 Euro im Jahr. Wünschenswert wäre auch, dass mehr für das Ehrenamt geworben wird, um die Unterstützung zu sichern, die über den sozialen Rahmen der Gesetze und der Gesellschaft hinausgehen. Attraktionen könne der Verein nicht bieten, aber immerhin ideellen Wert. »Man darf ruhig daran denken, dass man vielleicht auch einmal Mitbewohner im Seniorenheim ist, und da würde man sich sicher auch wünschen, dass sich Menschen um einen liebevoll kümmern«, sagte Dandl.

Dachfenster in der Kapelle vorgesehen

Mitglied Franz Gschwendtner fragte, ob sich zwecks Einbau eines Dachfensters in der Kapelle etwas tue. Die Hitze sei im Sommer unerträglich. »Wenn es technisch möglich ist, dann werden wir dafür sorgen«, sagte Bürgermeister Häusl. Er versprach, sich schnellstmöglich darum zu kümmern.

Richard Emmermacher wies noch auf die Messe »60 aufwärts« hin, die am Samstag von 9 bis 17 Uhr im Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein stattfindet. Im nächsten Jahr besteht der Förderverein zehn Jahre. »Das ist zwar noch ein junger Verein, aber wir werden uns vielleicht ein bisschen 'dranhängen' beim 25. Jubiläum des Waginger Seniorenheims St. Martin«, sagte Dandl abschließend. soj