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Aufstellungsversammlung der Grünen – Felicitas Wendt möchte in den Bezirkstag

Gisela Sengl wieder Direktkandidatin

Traunstein – Die Grünen im Stimmkreis Traunstein haben ihre Spitzenkandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl bestimmt: Gisela Sengl aus Sondermoning ist erneut Direktkandidatin für den Landtag, Felicitas Wendt aus Siegsdorf Direktkandidatin für den Bezirkstag. Das ergaben die Wahlen bei der Kreisversammlung der Grünen im Gasthaus Sailer-Keller.

Gisela Sengl aus Sondermoning (links) und Felicitas Wendt aus Siegsdorf sind Spitzenkandidatinnen der Traunsteiner Grünen für Landtag und Bezirkstag. (Foto: H. Eder)

Während Gisela Sengl als einzige Kandidatin mit 70,6 Prozent der Stimmen gewählt wurde, setzte sich Felicitas Wendt gar mit 80 Prozent der Stimmen gegen den Traunsteiner Stadtrat Wilfried Schott durch.

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Gisela Sengl hatte bei ihrer ersten Kandidatur im Jahr 2013 überraschend den Sprung in den Landtag geschafft. Inzwischen ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen und deren agrarpolitische Sprecherin. Sie ist 58 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und ein Enkelkind; zusammen mit ihrem Mann Hans Dandl betreibt sie eine Biolandgärtnerei mit Hofladen. Sie freue sich, wieder hier stehen zu dürfen, meinte sie zu Beginn ihrer Vorstellung. Die Politik mache ihr nach wie vor Spaß, auch wenn die Arbeit in der Opposition oft genug »hartes Brot« sei.

Es mache sehr viel Sinn, bei seiner politischen Meinung zu bleiben, stellte sie fest, gerade auch in Hinblick auf die Sondierungsgespräche für eine Jamaica-Koalition, an denen sie im Landwirtschaftsteam teilgenommen hat. Mit ihren Umweltthemen hätten sich die Grünen in weiten Teilen der Bevölkerung viel Respekt erarbeitet. Unmittelbare Erfolge in der Landtagspolitik seien eher selten, wenn man davon absehe, dass Anträge der Grünen teilweise umgeschrieben und ein paar Monate später in etwas anderer Form von der CSU erneut eingebracht und dann auch verabschiedet würden. Ein direkter Erfolg, der sie selbst überrascht habe, sei die Zustimmung eines Landtagsausschusses zu ihrem Antrag gewesen, die landwirtschaftlichen Flächen von Justizvollzugsanstalten auf biologischen Landbau umzustellen. An der Umstellung werde seitdem gearbeitet. Als wichtige Schwerpunkte ihrer Arbeit sieht sie neben Umwelt- und Tierschutz die Themen Ernährung – »Gutes Essen an den Schulen anbieten!« – und die Stärkung des Lebensmittelhandwerks, gerade auch durch mehr Werbung für den Nachwuchs in dieser Branche.

An Gisela Sengls Ausführungen schloss sich eine längere Frage- und Diskussionsrunde an. Peter Kirchgeorg vom Landesbund für Vogelschutz wünschte sich von den Grünen mehr und härteren Einsatz für die Umwelt, vor allem für den Erhalt der Artenvielfalt. Kritik an manchen Äußerungen von Gisela Sengl kam von Thomas Lang-Nachtnebel, der ihr zudem vorwarf, für Gräben innerhalb des Grünen-Kreisverbands verantwortlich zu sein. Letztlich wurde sie bei drei Enthaltungen mit 31:7 Stimmen zur Landtagskandidatin gewählt und dankte danach »für das Vertrauen trotz kritischer Stimmen«.

Felicitas Wendt, 26 Jahre alt, hat Kommunikationswissenschaft studiert, arbeitet aber seit vergangenem Jahr beim Diakonischen Werk als Asyl-Sozialberaterin. Seit rund drei Jahren ist sie Mitglied bei den Grünen; dabei hätten sie vor allem deren klassische Themen Umwelt und Tierschutz angesprochen. Aber auch humanitäre Themen und Menschenrechte stünden ganz oben in ihrer Priorität – nicht zuletzt auch aufgrund ihrer Arbeit, bei der sie durchaus manchmal den Eindruck habe, dass diese auch hierzulande gefährdet seien. Wichtig sei ihr auch das Thema Inklusion. Mehr qualifiziertes Personal, gute Konzepte und die passenden Rahmenbedingungen seien notwendig, um Inklusion auch gelingen zu lassen. Dafür wolle sie sich besonders einsetzen: »Ich will etwas verändern und auch regional die Dinge mitgestalten.«

Wilfried Schott, seit 1991 Mitglied bei den Grünen, erklärte, eine Motivation für ihn, für den Bezirkstag zu kandidieren, sei nicht zuletzt die Haushalt-Politik; er wolle im Bezirk seine Stimme für eine ausreichende soziale Sicherung einbringen. Ab Mitte kommenden Jahres werde er deutlich mehr Zeit haben, da er seine Altersteilzeit antritt; auch das sei für ihn ein Grund zu der Kandidatur.

Bei der Abstimmung ergab sich eine klare Mehrheit von 34:6 Stimmen für Felicitas Wendt. Danach wurden noch je eine Listenkandidatin gewählt: die Trostberger Stadträtin Marianne Penn für den Bezirkstag – sie war bei der letzten Wahl Bezirkstags-Direktkandidatin gewesen – und die Traunsteiner Stadträtin Burgi Mörtl-Körner für den Landtag. he