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Gier gefährdet Frieden

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Soldaten der Inzeller Patenkompanie 231 der Gebirgsjägerbrigade 23 mit einem Kranz an der Kriegerkapelle. (Foto: Mergenthal)

Inzell. Dass der Volkstrauertag nicht nur mit den Millionen Opfern der Weltkriege und der NS-Diktatur, sondern ganz viel mit der Gegenwart zu tun hat, verdeutlichte Bürgermeister Martin Hobmaier in seiner Rede nach dem Gottesdienst. Zuvor waren Abordnungen der Vereine und der Patenkompanie 231 aus der Kaserne Bad Reichenhall, die mit sechs Mann unter Leitung von Major Mario Klötzer da war, mit der Musikkapelle Inzell in die Kirche gezogen.


Die sogenannte »Endlösung« im Dritten Reich habe nicht erst in den Konzentrationslagern begonnen, betonte der Bürgermeister. Sie habe sich angebahnt in der Intoleranz und Verachtung gegenüber Juden, Sinti und Roma, Behinderten und »Landstreichern«, wie damals Obdachlose abwertend genannt wurden. Hobmaier: »Genau aus diesem Grund haben die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes die Würde des Menschen in Artikel 1 für unantastbar erklärt.« Ausgrenzung gefährde den inneren Frieden, ohne den es auf Dauer keinen äußeren Frieden gebe.

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Seit Ende des Zweiten Weltkriegs habe es bis heute weltweit über 200 Kriege gegeben. »Und auch in den Familien, die doch eigentlich ein Hort der Geborgenheit sein sollten, herrscht leider oft Kleinkrieg. Es beginnt also immer mit dem ausgestreckten Finger, der auf den anderen zeigt«, betonte er. Auch die Gier von Managern, denen Profit über Moral geht, die Gier von Anlegern, die nicht fragen, woher die Renditen kommen, oder die Machtgier von Politikern machte er für Unfrieden verantwortlich.

Die von Pfarrer Quirin Strobl zelebrierte Messe und das anschließende Gedenken an der Kriegerkapelle wurden von der Musikkapelle Inzell feierlich umrahmt. Kränze wurden von Major Klötzer für die Patenkompanie, die vorher mit zwei Mann Ehrenwache hielt, Bürgermeister Hobmaier für die Gemeinde Inzell, Annelie Gromoll für den VdK Inzell, und Gerhard Huber für die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Inzell niedergelegt. vm

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