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»Gezeigt, was mit Liebe und Kraft möglich ist«

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Bürgermeister Klaus Ritter überreichte Pfarrer Constantin Bartok als Anerkennung für sein Bemühen rund um den Kirchenbau die Medaille »Traunreut dankt«. (Foto: P. Mix)

Traunreut – Am Feiertag Christi Himmelfahrt wurde die neue »Rumänisch-Orthodoxe Kirche zur Ehre der Heiligen Drei Hierarchen« in Traunreut feierlich geweiht (wir berichteten kurz). Dr.  Serafim Joanta, Erzbischof der Rumänisch-Orthodoxen Erzdiözese und Metropolit von Deutschland, weihte Kirche und Altar.


Vor zwei Jahren, im Mai 2016, fand der Spatenstich für die orthodoxe Kirche in typischer Holzbauweise statt und es ging ein Herzenswunsch von Pfarrer Constantin Reinhold Bartok und seiner rumänisch-orthodoxen Gemeinde in Erfüllung. Mit viel Eigenengagement und großzügigen Spenden konnte das Gotteshaus errichtet werden. Nun ist es fertig ausgestattet.

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Erzbischof Serafim Joanta, der gleichzeitig Metropolit von Deutschland sowie Zentral- und Nordeuropa ist, ging in seiner Predigt auf die Bedeutung der neuen Kirche ein. Sie steht unter dem Patronat der Heiligen drei Hierarchen Basilius des Großen, Gregor des Theologen und Johannes Chrysostomos aber auch einer Ortsheiligen, nämlich der seligen Irmgard vom Chiemsee. Als orthodoxe Kirche von Traunreut solle sie über die Jahre und Zeiten hinweg eine Brücke zwischen den geografischen Regionen Rumäniens und Bayerns darstellen. Der Erzbischof betonte: »Ich bin überzeugt davon, dass diese Kirche eine immer größere Zahl von Gläubigen anziehen wird, die in ihr Trost an Leib und Seele finden werden. Im Holz dieser Kirche stecken Seele und Herzblut aller, die zum Bau und zur schmuckvollen Ausgestaltung beigetragen haben.«

Der Dank des Metropoliten galt auch den »katholischen und evangelischen Brüdern und Schwestern, die uns hier von Anfang an mit geschwisterlicher Liebe aufgenommen haben und uns ihre Kirche für Gottesdienste zur Verfügung gestellt haben.« Die orthodoxen Rumänen seien sehr aufgeschlossen für den ökumenischen Dialog und nähmen an jedem ökumenischen Treffen in dem Bewusstsein teil, dass die Menschen sich nur im Dialog kennenlernen und die jeweiligen Werte teilen könnten. Als Zeichen der Anerkennung für seine Verdienste zur Entstehung der neuen Kirche überreichte der Metropolit ein Ehrenkreuz an Pfarrer Constantin Bartok.

Bürgermeister Klaus Ritter erzählte von den zahlreichen Besuchen von Pfarrer Bartok seit Beginn seiner Amtszeit, der regelmäßig »nur mal so auf einen Sprung« zu ihm ins Rathaus gekommen sei und dabei zufällig immer wieder das Thema eigene Kirche zur Sprache gebracht und um Unterstützung gebeten habe. Das städtische Grundstück, auf dem die Holzkirche nun steht, wurde laut Ritter schon im Jahr 2000 als »kirchlicher Bedarfsgrund« festgelegt, war allerdings ursprünglich für den Bau eines katholischen Kindergartens gedacht. Die traditionelle Holzkirche bezeichnete das Stadtoberhaupt als etwas »ganz Besonderes und große Ehre für Traunreut«. Als Geschenk der Stadt wurden schon vor der Weihfeier fünf Rosen der Art »Rosa Damascena« vor dem Gotteshaus gepflanzt, sie symbolisieren Reinheit und Liebe und die Freude über das Dasein der neuen Kirche. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der Bürgermeister außerdem die Medaille »Traunreut dankt« an Pfarrer Bartok, der mit starkem und zielstrebigem Willen das fast Unmenschliche geschaffen und diese Kirche errichtet habe. »Sie haben uns gezeigt, was mit Liebe und Kraft möglich ist«, so Klaus Ritter. Der Pfarrer sowie der Bischof trugen sich daraufhin ins Goldene Buch der Stadt ein.

Für den Landkreis sprach der stellvertretende Landrat Andreas Danzer ein Grußwort und nannte die Weihe »ein wahrhaft historisches Ereignis«. Neben wertvollem Kulturgut wie dem Kloster Baumburg, Maria Eck und vielen weiteren prachtvollen, christlichen Bauten stelle die rumänisch-orthodoxe Kirche in Traunreut nun eine weitere Bereicherung im Landkreis dar. »Ich wünsche mir, dass diese Kirche ein Symbol ist dafür, dass wir auch im 21. Jahrhundert Vertrauen in das christliche Fundament haben dürfen, auf dem unsere Werte beruhen, und dass wir unser Leben mit großem Selbstvertrauen und froher Zuversicht leben dürfen. Diese beiden Eigenschaften bilden den Boden für Toleranz, Toleranz gegenüber Menschen, die anders leben oder auch anders glauben wollen und die ebenso unseren Respekt verdienen.«

Einige Jahre lang war die rumänisch-orthodoxe Gemeinde zu Gast in der evangelischen Pauluskirche in Traunreut und Pfarrer Stefan Hradetzky bedankte sich bei Pfarrer Bartok für diese gute gemeinsame Zeit, in der beide sich angefreundet und festgestellt hätten, »wir haben alle denselben Glauben«.

Nach dem offiziellen Teil kamen die Gäste zum Essen im katholischen Pfarrsaal zusammen, wo der rumänische Trachtenverein Traunreut traditionelle Tänze aufführte. mix