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Gewerbesteuer geht um eine halbe Million Euro zurück

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Der Bau des Gebäudes für die Mittagsbetreuung hat sich von zunächst berechneten 195 300 auf rund 259 000 Euro verteuert. Unter anderem waren im Vorfeld die Kosten für Kanalanschluss und Außenanlage unterschätzt worden. Im Nachtragshaushalt wurde der Ansatz korrigiert. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Die prägnanteste Veränderung im Nachtragshaushalt der Marktgemeinde Waging, den Kämmerer Bernhard Kraus in der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentierte, liegt im Gewerbesteuer-Aufkommen. In der ursprünglichen Planung war mit Gewerbesteuereinnahmen von 2,9 Millionen Euro gerechnet worden. Bis zum September dieses Jahres betrugen die erwarteten Einnahmen aber nur 2,43 Millionen Euro. So musste der Ansatz für die Gewerbesteuer auf 2,5 Millionen Euro korrigiert werden.


Auf Rückfrage aus dem Gemeinderat erklärte der Kämmerer, er rechne damit, dass sich die Gewerbesteuer wohl auf diesem Niveau einpendeln werde: »Das Spitzenergebnis von 3,4 Millionen Euro von vor vier Jahren, das werden wir in Zukunft wohl nicht mehr haben.«

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Die dadurch bedingten geringeren Einnahmen aus der Gewerbesteuer konnten im Verwaltungshaushalt größtenteils nur dadurch kompensiert werden, dass die Zuführung an den Vermögenshaushalt um 352 700 auf nunmehr 1,15 Millionen Euro gesenkt wurde. Diese geringere Zuführung stellt laut Kämmerer die Marktgemeinde aber vor keine Probleme, da einige Investitionen im Vermögenshaushalt nicht umgesetzt werden konnten beziehungsweise günstiger ausgefallen sind.

Der Löschteich in Harmannschlag wird heuer nicht mehr saniert, auch der geplante Ersatzbau der Brücke über den Schinderbach wurde auf nächstes Jahr verschoben, ebenso wie die Erschließung des Baugebiets »Otting Nord«. Ein möglicher Grunderwerb für das Programm Seenreinhaltung wurde heuer nicht realisiert. Schließlich war noch eine Bühnenüberdachung angedacht, die aber aufgrund der zu hohen Kosten als nicht umsetzbar betrachtet wird. Nicht zuletzt konnten die Kosten für den Parkplatz bei der künftigen Turnhalle von 200 000 auf 123 000 Euro nach unten korrigiert werden.

Es gab auch einige Mehrausgaben, die aber nur mäßig ins Gewicht fallen – mit Ausnahme der Mittagsbetreuung. Deren Baukosten haben sich von 195 300 auf rund 259 000 Euro verteuert. Für die Sanierung des Feuerwehrhauses in Waging sind 10 000 Euro überplanmäßige Ausgaben angefallen, da die Fassadenrenovierung nicht nur west- und nordseitig, wie zunächst geplant, durchgeführt wurde, sondern komplett. Und bei der neuen Halle für den Bauhof hat man sich von der ursprünglich geplanten 22 Meter langen Halle auf die größere Variante von 32 Metern Länge entschieden, da die Mehrkosten nur rund 20 000 Euro ausmachten.

Durch die verschobenen und aufgegebenen Maßnahmen fällt die zunächst geplante Entnahme aus der Rücklage geringer aus als geplant. Sie wird aller Voraussicht nach bei 2,75 Millionen Euro liegen. Die ursprünglich geplante Entnahme lag noch bei 3,08 Millionen Euro. Die Differenz wird aber voraussichtlich 2016 entnommen werden müssen, da einige Investitionen nur verschoben worden sind.

Aufgrund der reduzierten Entnahme wird der Rücklagenstand zum Ende des Haushaltsjahres 2015 etwa 1,1 Millionen Euro betragen, eher sogar noch ein bisschen mehr. Diese Information war Kämmerer Kraus deshalb wichtig, weil im Gemeinderat größter Wert darauf gelegt wird, dass nach Fertigstellung der Turnhalle noch eine siebenstellige Rücklage bleibt. Dies werde der Fall sein, ist sich Kraus sicher, da die finanzielle Abwicklung des Turnhallen-Baus bereits zu über 90 Prozent über die Bühne gegangen sei.

Insgesamt hat sich der Gesamtumfang des Haushalts wie folgt entwickelt: Das Volumen des Verwaltungs-Haushalts ging von 11,26 auf 10,8 Millionen Euro zurück, also um rund 455 000 Euro. Der Vermögens-Haushalt verringerte sich von 5,78 auf 5,09 Millionen Euro, also um fast 700 000 Euro. he

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