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»Gewaltige Kosten – da zieht's dir momentan die Schuhe aus«

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Statt ursprünglich avisierter 3 bis 5 Millionen Euro soll das Kultur- und Kunstzentrum Klosterkirche nach neuesten Schätzungen rund 7,5 Millionen Euro kosten. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Das war eine bittere Pille, die Stadtbaumeister Klaus Hechfellner den Mitgliedern des Kultur- und Sportausschusses sowie anschließend denen des Finanzausschusses zu schlucken gab: Überschlägige Berechnungen haben ergeben, dass das Projekt Kultur- und Kunstzentrum Klosterkirche (KuKK) rund 7,5 Millionen Euro kosten könnte – »also 10 Millionen, bis wir fertig sind«, lautete die Anmerkung von Wolfgang Osenstätter. Die Mitglieder der CSU stimmten in beiden Ausschüssen gegen die Pläne. Obwohl im Finanzauschuss auch Wilfried Schott von den Grünen seine Zustimmung verweigerte, reichte auch dort eine knappe 5:4-Mehrheit dazu, dass die nächste Planungsphase in Auftrag gegeben wird.


Wegen der hohen Kosten und auch deshalb, weil es massive Proteste gegen die Verkleinerung des Schulhofes der Ludwig-Thoma-Volksschule gab, hatte der Stadtrat auf die ursprünglich geplante Kleinkunstbühne verzichtet. Deren Kosten waren mit gut 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Davon bleiben noch fast 1,7 Millionen für das Untergeschoß. Die ursprünglich auf 1,1 Millionen geschätzte Sanierung des Südflügels mit Galerie wird jetzt auf über 2 Millionen Euro geschätzt und die Sanierung der Klosterkirche auf 1,5 statt 0,63 Millionen Euro. Für die Außenanlagen war bisher noch kein Betrag genannt worden; jetzt sind für Schulhof, Lichtgraben und das Vorfeld der Klosterkirche 887 000 Euro angesetzt. Und die Baunebenkosten, die bisher auch nirgends beziffert wurden, stehen jetzt mit fast 1,28 Millionen Euro im Schätzungsplan.

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Dass diese schockierenden Zahlen eine hitzige Debatte auslösten, war nur allzu verständlich; hatte sich doch erst vor wenigen Tagen der Hauptausschuss bezüglich Güterhalle mit Kostensteigerungen ähnlichen Ausmaßes konfrontiert gesehen.

Wolfgang Osenstätter erinnerte daran, dass er schon im Vorfeld gewarnt hatte, verschiedene Kosten seien in der ersten Schätzung nicht drin. Von neuen Fenstern habe man nichts gesagt. »Das ärgert mich brutal. So etwas hätte man doch vorher wissen können; gleiches gelte für die Bodenplatte, die man in der Klosterkirche brauche. Osenstätter zeigte sich überzeugt: »Es werden zehn Millionen, bis wir fertig sind. Als Unternehmer wäre ich bei einem solchen Vorgehen pleite, bevor ich den ersten Bagger aufstelle.«

Kulturreferentin Ursula Lay begrüßte die Planung, aber auch für sie seien 7,5 Millionen Euro eine Summe, »wo ich tief durchschnaufen muss«. Sie habe »gewaltige Bauchschmerzen«; schließlich sei man bei der ersten Abstimmung von 3 bis 5 Millionen Euro Kosten ausgegangen. In der Schule in Bergen, die sie leitet, habe man den Schulhof mit Hilfe des städtischen Bauhofes für 50 000 Euro saniert. In Traunstein solle es 880 000 Euro kosten.

Voraussichtlich 50 bis 60 Prozent der Kosten wird die Stadt voraussichtlich als Zuschüsse aus der Städtebauförderung und der Denkmalpflege bekommen. Über den weiteren Fortgang der Diskussion und über andere Punkte der Ausschusssitzungen berichten wir noch. -K.O.-

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