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Imkereiverein Teisendorf–Anger ehrte langjährige Mitglieder – Klimawandel führt zu Veränderungen in der Natur

Gesundheit der Bienen beschäftigt die Imker

Teisendorf – Der Imkereiverein Teisendorf–Anger sorgt sich um die Gesundheit der Bienen. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung des Vereins deutlich. So forderte Schriftführer Sepp Lamminger ein Verbot des Herbizids Glyphosat sowie aller Nervengifte in der Landwirtschaft und erhielt von den Imkern viel Zustimmung. Seine Forderung möchte er auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mitteilen, an den eine Unterschriftenliste geschickt werden soll.

Vorstand Martin Mösenlechner (Dritter von links) und Kreisvorstand Karl Eibenstein (rechts) ehrten bei der Jahreshauptversammlung (von links) Johann Maier, Franz Wolfgruber, Schriftführer Sepp Lamminger, Johann Aicher und Josef Hocheder. (Foto: Albrecht)

Vorstand Martin Mösenlechner gab einen Rückblick auf das vergangene Bienenjahr. Der Frühling habe sich etwas zu früh, aber anfangs recht gut entwickelt. Leider sei dann der Mai zu verregnet und kühl gewesen und die Bienen hätten sich von diesem Rückschlag nur sehr zögerlich erholt, sodass der Honigertrag zu wünschen übrig gelassen habe. Überhaupt scheine sich laut Mösenlechner wohl durch den Klimawandel vielerlei in der Natur zu verzögern und später als bisher einzutreten. »Die Jahreszeiten verschieben sich und sind dadurch nicht ideal für normale Prozeduren.«

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Außerdem informierte der Vorstand, dass der Verein zur Zeit 91 aktive, mit der Imkerei beschäftigte Mitglieder habe, die insgesamt 594 Völker bewirtschaften. Im vergangenen Jahr habe es vier Neuzugänge gegeben.

Gesundheitswart Martin Lenz erinnerte die Imker daran, immer auf die Hygiene zu achten und Bienenstöcke, die eine Krankheit oder einen Befall von Milben und Ähnlichem aufwiesen, sofort auszusortieren und zu zerstören. Lenz warnte davor, Königinnen und Stöcke zu kaufen, die nicht aus der Gegend stammten, denn dadurch könnten Krankheiten eingeschleppt werden. Kreisvorstand Karl Eibenstein sagte, der Wegfall des EU-Zuschusses zur Bekämpfung der Varroa-Milbe sollte, zumindest teilweise, von den Gemeinden kompensiert werden.

Auch Referent Georg Bernöcker stellte in seinem Vortrag fest, der Winter komme jetzt zu spät, wodurch die Bienen verwirrt und zu unnatürlichem Verhalten verleitet würden. Deshalb sei es wichtig, genügend Futter bereitzustellen. Bernöcker kritisierte das immer frühere und öftere Mähen von Grünflächen in der Landwirtschaft. Dadurch könnten Blumen kaum noch blühen und Bienen mit Futter versorgen. Kritik übte er auch an der massenhaften Ausbringung von Gülle.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden auch langjährige Mitglieder geehrt. Für 25-jährige Mitgliedschaften erhielten Johann Aicher und Johann Schindler Medaillen und Urkunden. Schon 40 Jahre beim Verein sind Josef Hocheder, Hermann Sappl und Franz Wolfgruber. Auch sie erhielten Medaillen und die dazugehörigen Urkunden. Für seine außergewöhnlichen Verdienste bei den Imkern überreichte Vorstand Martin Mösenlechner einen Geschenkkorb an Sepp Lamminger.

In seinem Grußwort unterstrich Angers Bürgermeister Sylvester Enzinger die Wichtigkeit der Bienen für die Natur und die Bemühungen der Gemeinde Anger, ihnen einen angemessenen Lebensraum zu geben. Dazu gehörten Maßnahmen, wie das nicht zu oft durchgeführte Mähen gemeindeeigener Grünflächen, Grabenränder und das Pflanzen von Blumen auf Verkehrsinseln. Er wisse, die Imkerei sei nicht nur Hobby, sondern auch anspruchsvolle Arbeit. al