weather-image
19°

Gesucht wird das kleinste Übel

0.0
0.0

Übersee – Die unterschiedlichen Interessen von Bahn und Gemeinde prallten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats beim »Vorgehen bei der Unterführung Sichlerweg-Heißanger« aufeinander. Bis zu 1,8 Millionen Euro müssen für das baufällige Bauwerk in die Hand genommen werden. Eine Lösung wurde vertagt.


Die 1,53 Meter hohe Mini-Unterführung ist ein öffentlicher Feldweg und nur für den Viehbetrieb vorgesehen. Laut Aussage von Nachbar Peter Stöger wird der Weg dafür aber kaum noch genutzt. Hin und wieder wird er trotz der geringen Höhe noch von Radlfahrern befahren, wobei es schon zu etlichen Unfällen kam.

Anzeige

Hätte die Bahn nicht eine gewisse Baufälligkeit festgestellt, wäre die Straße darunter, für die die Gemeinde zuständig ist, wohl in ihrem Dornröschenschlaf geblieben. Nun eröffnete der zuständige Sachbearbeiter der Bahn, Norbert Knuhr, dem Gemeinderat drei Möglichkeiten für das weitere Vorgehen. Würde man das Bauwerk sanieren, kämen auf die Bahn 1,2 Millionen Euro und auf die Gemeinde keine Kosten zu. Das käme laut Knuhr aber einem Schildbürgerstreich gleich, denn die Straße dürfte auch weiter nur für den kaum genutzten Viehbetrieb benutzt werden.

Bei einem Ausbau zu einem Radl- und Fußgängerweg mit Höhe von 2,5 Meter käme man auf 1,8 Millionen Euro mit einem Gemeindeanteil von 720 000 Euro. Zuwendungen von der Regierung von Oberbayern wären nicht zu erwarten, weil für den Bau keine Notwendigkeit besteht. Dritte Möglichkeit wäre der Rückbau und die Verfüllung der Unterführung. Das würde 300 000 Euro kosten, die je zur Hälfte von Bahn und Gemeinde zu tragen wären.

CSU-Fraktionssprecher Alois Huber bezeichnete die Radl- und Fußgänger-Variante als »blanken Unsinn«. Margarete Winnichner (Die Grünen) und Marco Ehrenleitner (CSU) brachten einen »Deal« mit der Bahn ins Spiel, sei doch die Gemeinde beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs bei der Bahn auf taube Ohren gestoßen. Das biete Verhandlungsmöglichkeiten. Knuhr bezeichnete das aber als Scherz.

Da sich die Räte, bis auf Wolfgang Hofmann (BP), für den Rückbau als »kleinstes Übel« aussprachen, sollen nun Verhandlungen wegen der Kostenaufteilung geführt werden. Knuhr deutete Spielräume an, »zumal wir ja Partner und keine Gegner sind.« bvd