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Gesteinsmehl für eine gesunde Flora

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Grabenstätt. »Gesunder Boden und stabile Erträge durch optimale Güllewirtschaft« hieß das Thema des Tiroler Biobauern und Agraringenieurs Georg Abermann bei der Mitgliederversammlung der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) für die Region Chiemgau – Inn – Salzach im Gasthaus Schwögler in Kraimoos. Abermann, früher im Tiroler Landwirtschaftsamt, arbeitet heute in der Privatwirtschaft an der Bodenverbesserung durch Gesteinsmehl.


In seinem Rückblick berichtete Hubert Hochreiter, neben Gertraud Gafus, Helga Reiniger und Georg Planthaler einer der vier AbL-Sprecher, von den vielen Veranstaltungen der AbL im vergangenen Jahr. Darunter waren Vorträge zu Themen wie »Wer ernährt die Welt?« oder »Die Kuh ist kein Klimakiller«, die Teilnahme an der Bauernwallfahrt in Altötting, Aktionen bei der Konferenz der Länder-Agrarminister in Berchtesgaden sowie die Teilnahme an der Großdemo »Mia ham's satt« in München. Daneben gab es Hof-Führungen und -besichtigungen und die Teilnahme am Hoffest der neuen Agrarpolitischen Sprecherin der Grünen im Landtag, Gisela Sengl.

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Abermann riet zur Vorsicht bei Beratungen – zunächst sollte untersucht werden, wie ein Betrieb bisher gearbeitet habe, um eine individuelle Basis zu finden für das künftige Wirtschaften, statt sich blindlings den Forderungen der Wissenschaft auszusetzen.

Generell riet er, auf die, vor allem durch große, schwere Maschinen verursachte, Bodenverdichtung zu achten. Durch diese könne der Boden nicht mehr genug Flüssigkeit aufnehmen, es entstehe eine komplett andere als die natürliche Bodenflora mit giftigen Mikroben. Abermann kritisierte die Verwendung von Pestiziden und Antibiotika in der Landwirtschaft, weil diese die natürliche, gesunde Flora und mikrobiologische Beschaffenheit des Bodens veränderten und dabei immensen Schaden anrichten. Einige Bauernverbände verhinderten durch ihre Verbindungen zu Politik und Industrie die Wirtschaftsweise, die nötig wäre, um Boden und Tiere gesund zu erhalten. Vielmehr sollte auf natürliche Indikatoren geachtet werden, wie den Harnstoff – sei er erhöht, lasse er bei Kühen auf Leber- und Nierenschäden schließen.

Übermäßiger Phosphat-Eintrag in Gewässer könne durch die Beimengung von Gesteinsmehl zur Gülle verhindert werden, meinte Abermann. Das, zusammen mit einer geringeren Bodenverdichtung, würde den Boden so verändern, dass viel weniger Phosphat ausgewaschen werde. Abermann propagierte auch die Ausbringung über Prallteller, statt Schlepp-Schuhen oder -Schläuchen, denn Gülle brauche Luft.

Das gesündeste Viehfutter sei der Klee. Der Kleedurchsatz auf Wiesen könne mit der Ausbringung von etwa 40 Kilogramm Gesteinsmehl pro 100 Quadratmeter und Jahr gefördert werden.

Gülle sollte etwa drei bis vier Stunden nach dem Schnitt, vorzugsweise am späteren Nachmittag, auf den trockenen Boden ausgebracht werden. Es sei extrem schädlich, sie bei Regen oder auf nassen Boden auszubringen. Entscheidend sei auch die Menge – keinesfalls sollte überdüngt werden. Bei einer optimierten Güllewirtschaft seien sowohl höhere, stabile Erträge in der Milchwirtschaft, als auch gesündere Tiere und eine hervorragende Bodenbeschaffenheit garantiert.

In der folgenden Diskussion ging Abermann detailliert auf individuelle Fragen und Argumente ein, die großenteils seine Thesen untermauerten.

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