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Geschichte der Schlossbrauerei Stein in einem Werk erzählt

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In der Chronik der Brauerei wird auch der alte Fuhrpark gezeigt.

Traunreut – Der Steiner Mühlbach mit seinen Mühlen ist Hauptthema im Burgbrief Nummer 24 des Vereins der Freunde der Burg Stein. Gleichzeitig wurde die Chronik der Schlossbrauerei Stein veröffentlicht. In Teilen war die Geschichte des Unternehmens schon in früheren Burgbriefen zu finden. Nun wurden alle zusammengefasst zu einem Gesamtwerk.


Vorsitzender Dr. Michael Elsen befasst sich schon lange und mit der Geschichte der Brauerei. Ihm war wichtig, die drei Teile zusammenzufassen. Und: »Ich wollte dabei auch Menschen zeigen, die hier arbeiteten, und verdiente Leute entsprechend würdigen.« Historikerin Jolanda Engelbrecht hat die Geschichte der Brauerei ab 1489 zusammengestellt. Einige Lücken konnten durch die Mithilfe Dr. Elsens geschlossen werden. Somit liegt nun die Chronik als Gesamtwerk vor.

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Geschichte lesen und Rückschlüsse ziehen

Mit eingeschlossen sind die Schlosskapelle, die unter Dr. Elsen als Brauereichef renoviert wurde, diverse technische Neuerungen und auch Jubilare, die ihr ganzes Arbeitsleben in der Brauerei verbrachten. »Entstanden ist eine Einheit, aus der man die Geschichte lesen und so manche Rückschlüsse ziehen kann«, freut er sich. So wird die Entwicklung der Brauerei in den vergangenen 526 Jahren aufgezeigt. Das Büchlein ist beim Verein der Freunde der Burg Stein zu beziehen.

Den Hauptteil im Burgbrief nimmt die Beschreibung des Steiner Mühlbachs mit seinen Mühlen ein, eine historische Betrachtung von Jolanda Engelbrecht. Dr. Elsen schreibt dazu im Vorwort: »Am Steiner Mühlbach, dessen Wasser oberhalb der Poschmühle aus der Traun ausgeleitet und nach dem Schloss Stein wieder dem Fluss zugeführt wird, lagen drei, zeitweise auch vier Mühlen.«

Aufmerksamkeit für kleine Mittelstandsbetriebe

Dem Vorsitzenden war es ein Anliegen, den kleinen Mittelstandsbetrieben Aufmerksamkeit zu schenken. Die Mühle zu Stein, Malzmühle und Sägemühle der Schlossbrauerei, die Mühle in St. Georgen, Poschenmühle, Pulvermühle, Ottmühle, sie alle werden beschrieben, auch wenn sie teils gar nicht mehr existieren. Auch auf die Familiengeschichte der jeweiligen Besitzer geht die Autorin ein.

Wie lange die Geschichte der Mühlen zurückgeht, lässt sich am Beispiel der Poschenmühle erahnen. Im Burgbrief ist zu lesen: »1204 bis 1210 erscheint 'Poschenpeunt', ein mit jungen Nadelbäumen bewachsenes Grundstück, erstmals in den schriftlichen Quellen, wird aber noch nicht als Mühle bezeichnet. In einem Baumburger Zehentverzeichnis von 1338 heißt es dann erstmals 'Poschenpeunt molendinum' (lateinisch für Mühle), ab diesem Zeitpunkt sind die Poschenmühle und mit ihr auch der Mühlbach sicher fassbar.«

Auch alte Zeitungsartikel sind enthalten

Wie in den Burgbriefen üblich befindet sich zudem auch in der aktuellen Ausgabe ein amüsanter Lausbubenstreich von Franz Seraph Lukas. Dr. Hansjürgen Schubert, Erich Wernhöfer und Dr. Michael Elsen haben auch wieder viel Zeit investiert, um in alten Zeitungen zu stöbern und Nachrichten aus Stein herauszusuchen. Aus den Jahren 1914, 1939 und 1964 wurden Zeitungsberichte im Burgbrief aufgeführt. Unter anderem kann man über den Tod von Ilse Wiskott, Besitzerin von Schloss Stein, am 5. Mai 1964, nachlesen und über die Gründung eines Sportvereins in St. Georgen im Juli desselben Jahrs.

Dr. Elsen hat bereits Pläne für die nächste Ausgabe. Er möchte noch den neuesten Teil zur Geschichte des Mühlbachs hinzufügen, in dem es um den Beitrag zur Energiewende durch moderne Kraftwerke geht. Zudem soll die Diplomarbeit von Janina Biller aus Kienberg vorgestellt werden. Sie befasste sich an der Uni Bamberg mit dem Thema »Die Burg Stein als Beispiel für einen außerschulischen Lernort im Sachunterricht der Grundschule«. - mix

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