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Geschäfte und Berufsperspektiven fehlen am Ort

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Stellten die Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Thema »Klima regional« vor (von links): Moderatorin Irene Brickmann mit Baby Carolina, Zweite Bürgermeisterin Elfi Bachmann und Moderatorin Jana Türk. (Foto: Wunderlich)

Schleching. Im Oktober wurde von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München eine Bürgerbefragung mit einem Fragebogen gestartet. Schleching wurde dafür ausgewählt, da der Ort diverse Kriterien erfüllt. Zum Beispiel ist er eine Alpengemeinde, mit Hang- und Tallage, mit einem Fluss und nicht größer als 3000 Einwohner. Das Forschungs-Thema lautet »Klima regional« (soziale Transformationsprozesse für Klimaschutz und Klimaanpassung).


Professorin Cordula Kropp, Irene Brickmann und Jana Türk begleiteten das Projekt schon seit 2011 mit ihren Forschungen und haben dazu unter anderem die Kinder in der Schule befragt, wie sie mit dem Klimawandel umgehen, sie haben die Dorfladen-Gründung mit verfolgt und 18 Bürger interviewt, wie den ehemaligen Bürgermeister Fritz Irlacher oder Wolfgang Wimmer vom Biomassehof Grassau, um nur zwei zu nennen.

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Der Fragebogen hatte zum Ende des Projekts das Ziel herauszufinden, wie die Einschätzung der Wohnsituation, die Lebens- und Mobilitätsbedingungen, die Verbundenheit zu Schleching und der hiesige Lebensstil von den Bürgern beurteilt wird, um darauf bezogene Möglichkeiten der künftigen Anpassung an Umwelt- und Klimaveränderungen abzuleiten.

18,3 Prozent Rücklauf des Fragebogens seien ein passables Ergebnis, meinten Irene Brickmann und Jana Türk bei der Vorstellung der Ergebnisse für die Bürger im Rathaus. Die meisten Punkte wurden von den Bürgern positiv dargestellt, zum Beispiel wurde das soziale Netz als gut bis sehr gut beurteilt. Bei der Frage nach der »Wichtigkeit der Lebensbereiche« stand an erster Stelle die Familie, gefolgt von Freizeit, Arbeit und dann erst Politik und Religion. Die Frage »Was fehlt in Schleching?« haben 24 Prozent mit »Einkaufsmöglichkeiten« und 20 Prozent mit »Berufsperspektiven« beantwortet. Die genauen Ergebnisse sind auf der Internetseite der Gemeinde Schleching einzusehen. Der Fragebogen kann auch weiterhin ausgefüllt werden. Er liegt im Schlechinger Dorfladen aus. Die Antworten werden dann ins System eingelesen, die Ergebnisse fortlaufend aktualisiert.

Das Thema Klima wurde von den meisten Befragten – auch in anderen Gemeinden – eher als ein »Experten-Thema« beurteilt. In Schleching bekam die Frage nach der Haltung »zugunsten des Klimaschutzes den eigenen Lebensstandard einzuschränken« die höchste Bewertung.

Als Essenz des Projektes wird eine »Handlungsempfehlung für klimabezogene Transformationsprozesse im Alpenraum« ausgearbeitet. Bergregionen sind vom Klimawandel besonders betroffen. Vor allem im Alpenraum liegt die Erwärmung schon heute deutlich über dem Landesdurchschnitt. Ergebnisse, Erfahrungen und Lösungsmöglichkeiten sollen damit allen betroffenen Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. wun

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