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Gesamtsituation wenig verändert

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Die Verbisssituation im Wald hat sich im Zuständigkeitsbereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein seit 2009 tendenziell leicht verschlechtert. Dies erklärte Forstdirektor Hans-Heinrich Lechler nach Fertigstellung der »Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung« für 18 Hegegemeinschaften und der ergänzenden revierweisen Aussagen für die rund 250 Jagdreviere in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Insgesamt habe sich nach den Worten Lechlers die Gesamtsituation wenig verändert. Zwischen den einzelnen Jagdrevieren gebe es aber wie schon in der Vergangenheit zum Teil beträchtliche Unterschiede bei der entscheidenden Frage, ob die standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne besondere Schutzmaßnahmen aufwachsen können.


Landkreis Traunstein

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Auf den gesamten Landkreis betrachtet hat sich laut Lechler die Situation beim Leittriebverbiss bei der Tanne und der Buche leicht verschlechtert, bei den übrigen Laubhölzern hingegen verbessert. In acht Hegegemeinschaften wurde der Verbiss insgesamt als »tragbar« gewertet, in fünf Hegegemeinschaften wurde ein »zu hoher« Verbiss festgestellt. Bei den einzelnen Jagdrevieren weisen zwei Drittel eine »tragbare« oder gar »günstige« Verbisssituation auf, in einem Drittel der Jagdreviere wurde ein zu hoher Verbiss festgestellt. 20 Prozent der Jagdreviere zeigen eine Verbesserung, allerdings habe sich die Verbisssituation aber gleichzeitig in 17 Prozent der Jagdreviere verschlechtert. Auffällig sei, dass zwei Drittel der Jagdreviere mit zu hohem Verbiss konzentriert in fünf von den 13 Hegegemeinschaften im Landkreis Traunstein liegen, nämlich Traunstein, Trauntal, Oberes Alztal, Seeoner Seen und Unteres Achental.

Im Landkreis Berchtesgadener Land hat sich gemäß dem Gutachten der statistisch festgestellte Umfang an verbissenen Leittrieben gegenüber der Aufnahme vor drei Jahren kaum verändert. In fast drei Viertel aller Jagdreviere wurde der Verbiss als »tragbar« oder sogar (in zwei Fällen) als »günstig« beurteilt. Am besten schneiden die Hegegemeinschaften Stoißer Achental, Unteres Surtal und Oberes Surtal ab, die meisten Reviere mit zu hohem Verbiss finden sich hingegen in den Hegegemeinschaften Saalachtal und Berchtesgadener Täler.

Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein, Alfons Leitenbacher, lobte das Engagement und die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Jägern und Jagdgenossen in den zahlreichen Revieren, in denen eine »tragbare« Verbisssituation erreicht wurde. Obwohl der Amtsbereich Traunstein dadurch deutlich besser als der bayernweite Durchschnitt da- steht, müssten in den immerhin 100 Jagdrevieren mit noch zu hohem Wildverbiss energische Anstrengungen unternommen werden, damit auch hier artenreiche Mischwälder der Zukunft aufwachsen können.