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Gerüchteküche über vergiftete Hundeköder

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Immer wieder kommt es vor, dass Hunde mit ausgelegten Ködern vergiftet werden. Für jeden Hundebesitzer ein Albtraum. Im Bergener Moos war das vor Monaten der Fall. Nun verselbstständigen sich via Facebook erneut Gerüchte von giftigen Ködern. Die Polizei spricht von »Fake News«.

Bergen – »Ich kenn da jemanden, der kennt jemanden und der hat erzählt ...«. Das gab es schon immer: Gerüchte, die die Runde machen, dadurch immer weiter ausgeschmückt werden und am Ende kaum mehr zurückverfolgt und auf deren Kernaussage überprüft werden können.


In Zeiten sozialer Netzwerke multipliziere man dazu den Faktor X und schon rollen ganze Gerüchtelawinen durch das »World Wide Web«, die von ihrer Quelle und ihrem Ursprungsinhalt meilenweit entfernt sind.

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So ähnlich trägt es sich wohl zu unter den Hundehaltern in der Region bzw. rund um Bergen. Ein Beitrag von einer Hundebesitzerin auf Facebook, wonach im Bergener Moos mit Rattengift präparierte Würstl ausgelegt werden und »deswegen schon drei Hunde gestorben sind«, wird binnen weniger Tage zigfach geteilt, geliked und gepostet.

Er taucht auf bei den »Hundefreunden des Landkreises«, wird dann auf der Seite einer Hundeschule veröffentlicht, die dazu gleich noch einen »Giftköder-Präventionskurs« anbietet, gelangt von dort auf die Seite für vermisste/entlaufene Hunde und Katzen in der Region und auf eine »Hundesachen-Flohmarkt- Seite« mit wiederum unzähligen weiteren »Freunden« und »Freundesfreunden«. Einer davon verschickt dann noch Warnungen an die Medien und spricht darin von »Drecksschweinen«, ohne den Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Und schon gibt es im Bergener Moos binnen weniger Tage kaum mehr Hundebesitzer, die mit ihren geliebten Vierbeinern unbesorgt Gassi gehen. Dafür eine ganze Menge potenzielle Giftköder-Verdächtige.

Versucht man, diesen Gerüchten nachzuspüren, landet man bei Hundebesitzern, die Hundebesitzer kennen, die wiederum gehört haben ... Weder die Polizei in Traunstein noch die Gemeinde Bergen wissen von Giftködern geschweige denn toten Hunden. Elfriede Schroll vom Ordnungsamt der Gemeinde erinnert sich an einen Vorfall vor Monate, bei dem ein Hund vergiftet worden sei. Damals hatte die Polizei aber einen Hinweis veröffentlicht und ist der Sache nachgegangen. Seither sei in der Gemeinde kein weiterer Fall bekannt geworden. Die Mitarbeiter des Bauhofs seien extra angehalten, nach verdächtigen »Ködern« Ausschau zu halten. Schroll hält es für unwahrscheinlich, dass es weitere Fälle gebe, ohne dass die Gemeinde davon Wind bekäme. Auch die Polizei in Traunstein spricht in diesem Zusammenhang »eher von Fake News« und will der Nachrichtenquelle auf den Grund gehen.

Was bleibt sind Unverständnis, Wut und natürlich auch Verunsicherung bei den Hundebesitzern. ka

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