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Gericht reduzierte die Haftstrafe

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Das Landgericht Traunstein hat sich gestern noch einmal mit dem brutalen Überfall auf einen Autohändler in Rosenheim befassen müssen. Der Grund: Der Bundesgerichtshof hatte den Schuldspruch gegen einen 39-Jährigen von schweren auf einfachen Raub und von gefährliche auf vorsätzliche Körperverletzung reduziert. Das Landgericht musste gestern nur mehr über die Höhe der Strafe befinden. Das Ergebnis: Zwei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe.


Der Gebrauchtwagenhändler war am 21. November 2011 in seinem Laden an der Klepperstraße überfallen worden. Der 23-jährige Hauptangreifer schlug dem Opfer, das mit dem Rücken zu ihm auf einem Drehstuhl saß, mit einem Gegenstand auf den Kopf. Noch weitere sechs bis zwölf heftige Hiebe führten zu massiven Kopfverletzungen. Der Räuber ergriff die Geldbörse des Opfers mit knapp 2000 Euro und verschwand. Sein 39-jähriger Komplize, der in den Tatplan eingeweiht war, fuhr den Angreifer nach Salzburg.

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Zehn Einträge im Bundeszentralregister

Das Landgericht Traunstein hatte die beiden Männer im vergangenen Juli wegen gemeinschaftlichen besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung zu sieben Jahren beziehungsweise fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der 39-Jährige legte Revision ein, sein Fall landete schließlich vor dem Bundesgerichtshof – und jetzt ein weiteres Mal in Traunstein.

Sein Verteidiger Peter Dürr aus Rosenheim erklärte gestern, sein Mandant habe eine derartige Gewaltanwendung nicht gewollt. Als der 39-Jährige die Fotos von den Verletzungen des Autohändlers gesehen habe, sei er »entsetzt« gewesen. Dürr sagte im Plädoyer, sein Mandant habe zwar »keine tolle Vergangenheit« – im Bundeszentralregister des 39-Jährigen sind zehn Einträge zu finden, darunter vor allem Fälle von Diebstahl –, sich aber mit dem Umzug nach Rosenheim vor etwa acht Jahren stabilisiert.

Der Verteidiger stellte einen »minderschweren Fall« in den Raum und verzichtete auf einen konkreten Antrag zur Strafhöhe. Staatsanwältin Juliane Grotz hielt vier Jahre Freiheitsstrafe für angemessen.

In der Urteilsbegründung hob Vorsitzender Richter Dr. Klaus Weidmann heraus, dass der Tatbeitrag des 39-Jährigen »deutlich unter dem des Haupttäters« liegt. Die Tat sei jedoch geplant und organisiert, der Beitrag des Angeklagten zur Durchführung notwendig gewesen. Strafschärfend wirkten laut Richter die zahlreichen Vorstrafen. kd