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Gericht hebt Baustopp im Seeoner Gewerbegebiet auf

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Für acht Millionen Euro wollen Camba Bavaria und Braukon in Seeon eine Produktionshalle errichten. (Foto: Reiter)

Seeon-Seebruck – Drei Monate lang herrschte wegen einer Nachbarklage Stillstand auf der Großbaustelle von Camba Bavaria und Braukon im Seeoner Gewerbegebiet. Jetzt hob das Verwaltungsgericht München den Baustopp für den Brauereikomplex auf. Über einem späteren Betrieb steht aber nach wie vor ein Fragezeichen. Die gerichtliche Entscheidung darüber steht noch aus.


Der jetzt ergangene Gerichtsbeschluss beruht laut Gericht darauf, dass die klagende Nachbarin und das Landratsamt Traunstein der jetzigen Aufhebung des Baustopps zugestimmt haben. Allerdings betrifft die Entscheidung nur die Fertigstellung des Bauvorhabens. Die Frage, ob Camba Bavaria und Braukon dort danach auch ihren Betrieb aufnehmen können, ist nach wie vor ungeklärt. Das Gericht wird darüber noch entscheiden müssen. Wann, das steht in den Sternen. »Es ist nicht abzuschätzen, wann eine Entscheidung ergehen wird«, teilte gestern Florian Huber, Sprecher des Verwaltungsgerichts München, mit.

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Im Kern wird es bei der noch ausstehenden Entscheidung um die Frage gehen, ob die Baugenehmigungen des Landratsamts Traunstein beim späteren Betrieb des Brauereikomplexes den erforderlichen Nachbarschutz gewährleisten. Im Februar hatte das Verwaltungsgericht München auf eine Nachbarklage hin den Baustopp in einem Eilverfahren angeordnet. Die Begründung: Die Baugenehmigung für das Vorhaben aus dem Mai 2015 sei voraussichtlich zu unbestimmt und verletze Nachbarrechte. Das Landratsamt Traunstein konkretisierte und ergänzte daraufhin mit Bescheid vom 29. März die Baugenehmigung in ihren immissionsschutzrechtlichen Nebenbestimmungen. Im April beantragten Camba Bavaria und Braukon, den Eilbeschluss vom Februar insoweit aufzuheben, dass eine Fertigstellung des Acht-Millionen-Euro-Baus möglich ist. Laut Geschäftsführer Markus Lohner verschlang der Baustopp jeden Monat eine Summe von 100 000 Euro.

»Die Euphorie hält sich in Grenzen«

Wegen der Zustimmung des Landratsamts Traunstein und der Nachbarin musste das Gericht in seinem jetzigen Beschluss keine weitere inhaltliche Überprüfung der Baugenehmigungen vornehmen. Das bleibt dem Hauptsacheverfahren vorbehalten, das nach einer ersten mündlichen Verhandlung am 20. April weiterhin anhängig ist.

Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte Geschäftsführer Markus Lohner gestern in einer ersten Reaktion, dass noch nicht klar sei, wann die Bauarbeiten in Seeon weitergingen. Es gehöre erst abgeklärt, wann die Baufirmen sich »zeitliche Freiräume« schaffen könnten. »Aber Fakt ist: Wenn wir weiterbauen dürfen, dann werden wir weiterbauen.« Seine Euphorie halte sich dennoch in Grenzen: »Wir gehen nicht davon aus, dass jetzt alles reibungslos weiterlaufen wird.« san