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Gerhard Kotter ist neuer Kreishandwerksmeister

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Gerhard Kotter (Mitte) aus Traunstein ist neuer Kreishandwerksmeister. Seine Stellvertreter sind Thomas Aigner (rechts) für den Landkreis Traunstein und Johannes Haas für den Landkreis Berchtesgadener Land. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Wechsel an der Spitze der Kreishandwerkerschaft: Neuer Kreishandwerksmeister ist Gerhard Kotter, der auf Peter Eicher folgt.


Der Traunsteiner Bäckermeister wurde im Bildungszentrum der Handwerkskammer für die kommenden drei Jahre gewählt.

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963 Mitglieder in 14 Innungen verzeichnet die Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtesgadener Land, die sich regional je nach Innung auf die bis zu vier Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf erstreckt. 1892 Lehrlinge waren zum 31. Dezember in den heimischen Betrieben, die sich in der Kreishandwerkerschaft zusammengeschlossen haben, beschäftigt. Während in der effektiven Zahl der Betriebe ein Rückgang zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Auszubildenden im Handwerk deutlich an.

Eicher ging auf die Digitalisierung ein, die auch dem Handwerk Chancen eröffne. Zwar bestünde Handlungsdruck, gleichzeitig könne man weitere Dienstleistungen anbieten, wie beispielsweise Fernwartungen. Auch die Administration werde durch die Digitalisierung vereinfacht. Der scheidende Kreishandwerksmeister überbrachte die erfreuliche Nachricht, dass die Abschaffung des Meisterbriefes nun wohl doch nicht komme. Dieses Bestreben gab es lange Zeit in EU-Kreisen. »Vielleicht können wir aufatmen.«

Gerhard Wittenzellner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, legte die Jahresrechnung 2016 vor, die geordnete Zahlen auswies und mit einem leichten Gewinn abschloss.

Einen breiten Raum nahmen die Neuwahlen der Vorstandschaft ein. Der bisherige Kreishandwerksmeister, Peter Eicher aus Inzell, stellte sich aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Für ihn wurde sein bisheriger Stellvertreter, Bäckermeister Gerhard Kotter, neu ins Ehrenamt gewählt. Dessen Stellvertreter für den Landkreis Traunstein ist neu Thomas Aigner aus Fridolfing. Für das Berchtesgadener Land ist es wie bisher Johannes Haas aus Bad Reichenhall. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Eveline de Marco-Maier aus Surheim (Friseurinnung), Bernhard Fuchs aus Teisendorf (Bauinnung), Otto Hofer aus Grassau (Schneider-Innung), Josef Lechner aus Tittmoning (Zimmererinnung), Stefan Neumeier aus Anger (Bäckerinnung), Franz Pfeffer aus Freilassing (Metallinnung), Josef Pflügl (SHK-Innung Traunstein), Siegfried Reichenberger aus Ainring (Schreinerinnung Berchtesgadener Land), Rudolf Riedler aus Petting (Metzgerinnung), Peter Schuhbeck aus Teisendorf (SHK-Innung Berchtesgadener Land), Günther Sonderhauser aus Ruhpolding (Malerinnung Traunstein), Andreas Weinzierl aus Traunstein (Schreinerinnung Traunstein), Otto Zach aus Emertsham (Elektroinnung) sowie Jürgen Zellerhof aus Bayerisch Gmain (Malerinnung Berchtesgadener Land).

Der neue Kreishandwerksmeister Kotter beschwor den gemeinsamen Handwerksgeist: »Lasst uns zusammenhalten, nur gemeinsam können wir etwas bewegen.« Dem scheidenden Kreishandwerksmeister Eicher wurde mit einer umgehenden Würdigung seiner langjährigen Tätigkeit eine besondere Ehre zu Teil (siehe nebenstehender Bericht).

Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber hatte Dankesworte für den scheidenden Kreishandwerksmeister und für seinen Nachfolger die besten Wünsche dabei. »Sie liefern Dienstleistung auf höchstem Niveau.« Sie betonte, dass das Handwerk hohes Ansehen in der Bevölkerung genieße und ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor sei.

Aktuelle politische Entwicklungen und ihre Wirkung auf das heimische Handwerk waren das Thema von Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl. »Ich möchte aus der Sicht der Unternehmer Politik gestalten.« Wenn man in die Auftragsbücher schaue, könne man im Schnitt zufrieden sein. »Die wirtschaftliche Lage im Handwerk ist weiter gestiegen.« Gerade das Bau- und Ausbaugewerbe und das Kfz-Gewerbe meldeten steigende Zahlen. »Die aktuelle Lage ist zuversichtlich«, betonte er.

Außerdem sagte Peteranderl, man bekomme nicht mehr genügend Fachkräfte, was auch am »Akademisierungswahn« liege. »Es ist eine irrige Meinung, dass nur die akademische Ausbildung einen guten beruflichen Start bringt.« Die duale Ausbildung müsse der akademischen Ausbildung gleich gestellt sein. Für die Ausbildung von Flüchtlingen sei es wichtig, dass die 3-und-2-Regelung umgesetzt werde und Sicherheit für die Betriebe schaffe. awi