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Gerhard Freutsmiedl für 18 Jahre als Aktivenchef geehrt

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Mit dem Ehrenkrug des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein wurde Gerhard Freutsmiedl (rechts) für seine 18-jährige Tätigkeit als Kommandant der Feuerwehr Pierling und seine Verdienste um das Feuerwehrwesen ausgezeichnet. Die Ehrengabe überreichten Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein (Mitte) und Kreisbrandrat Hans Gnadl. (Foto: Volk)

18 Jahre lang war Gerhard Freutsmiedl Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pierling. Für diese langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit als Aktivenchef der Traunreuter Ortsteilwehr erhielt Freutsmiedl jetzt den Ehrenkrug des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein. Die Auszeichnung überreichten Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein und Kreisbrandrat Hans Gnadl bei der Dienstversammlung der Kommandanten im Inspektionsbereich Traunstein Land 5 in Traunreut.


Unterstein, verantwortlich für 17 Feuerwehren in der Landkreismitte – zwischen und rund um die Städte Traunstein und Traunreut – würdigte Freutsmiedls Verdienste um die Feuerwehr Pierling und das Feuerwehrwesen. Zugleich stellte er Josef Söldner als neuen Pierlinger Kommandanten vor. Stellvertretender Kommandant ist Jürgen Wanninger.

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Personelle Veränderungen auch in Traunreut

Personelle Veränderungen gab es auch bei der Feuerwehr Traunreut. Vor kurzem wurden Karl-Heinz Erhard, der schon zwölf Jahre lang Zweiter Kommandant war, zum Kommandanten und Konrad Unterstein zu seinem Stellvertreter gewählt. Die Kommandantenwahl muss noch offiziell vom Stadtrat Traunreut bestätigt werden. Ingo Klepke, der 18 Jahre lang an der Spitze der aktiven Mannschaft der Feuerwehr Traunreut stand, stellte sich nicht mehr zur Verfügung.

Ein neues Kommandanten-Duo gibt es bereits seit Beginn des Jahres in Hart. Dort wurde Daniela Rottner zur Kommandantin gewählt. Sie ist im Landkreis Traunstein die erste Feuerwehrfrau an der Spitze einer Feuerwehr. Zweiter Kommandant der Feuerwehr Hart ist Simon Endlicher.

Kreisbrandinspektor Unterstein blickte auf die Höhepunkte des Feuerwehrwesens in seinem Inspektionsbereich zurück. 139 Feuerwehrmänner und -frauen absolvierten mit Erfolg eine Leistungsprüfung. Damit zeigte sich Unterstein hoch zufrieden, nachdem es im Vorjahr nicht einmal 100 Absolventen gab. 74 Aktive legten das Leistungsabzeichen der Gruppe im Löscheinsatz ab; 65 Floriansjünger waren beim Leistungstest Technische Hilfeleistung erfolgreich. »Die Leistungsprüfungen schaffen Routine und geben Sicherheit im Einsatz – sie sind ein unverzichtbar wichtiger Bestandteil der Grundausbildung«, so Untersteins Appell an die Aktivenchefs, die Leistungstests zu forcieren.

44 junge Aktive wurden in diesem Jahr bei Lehrgängen in Nußdorf und Stein zum Truppmann ausgebildet. Erstmals wurde im Inspektionsbereich ein Fachlehrgang Technische Hilfeleistung durchgeführt, an dem 24 Feuerwehr-Aktive teilnahmen. Mehr genutzt werden könne die Brandsimulationsanlage (BSA) im Feuerwehrgerätehaus Traunreut. Die Übungsanlage sei eine erstklassige Schulungsmöglichkeit, doch nur 23 Mann aus dem Inspektionsbereich bildeten sich dort fort. Insgesamt 388 Atemschutzträger nutzen die BSA, davon sind jedoch mehr als die Hälfte von Feuerwehren außerhalb des Landkreises Traunstein.

Jugend hat aktives Jahr hinter sich

Hocherfreuliches konnte Untersteins Sohn Konrad berichten, der im Inspektionsbereich als Fachberater Jugend tätig ist. 119 Feuerwehranwärter nahmen am diesjährigen Wissenstest der Feuerwehrjugend in Traunreut teil, so viele wie niemals zuvor. 48 Buben und Mädchen legten das bayerische Jugendleistungsabzeichen mit Erfolg ab, 35 die Prüfung zur Jugendflamme I und II, dem Jugendtest des Deutschen Feuerwehrverbands. Der Bereichsjugendwart lobte das Engagement der Jugendwarte in den Wehren, die von Gemeinschaftsübungen mehrerer Jugendfeuerwehren über interessante Angebote der Freizeitgestaltung bis zu Aktionstagen vielfältige Aktivitäten für die Feuerwehrjugend initiierten.

Anerkennung und Respekt sprach Manfred Unterstein den Aktiven und Führungskräften für die professionelle und hervorragende Abarbeitung aller etwa 420 Einsätze aus, die in diesem Jahr im Inspektionsbereich zu bewältigen waren. Der Kreisbrandinspektor erinnerte an den Großbrand in Traundorf, der die Wehren im Inspektionsbereich besonders forderte, einen Schwelbrand auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in Grilling, bei dem die Wehren durch ihr beherztes Eingreifen einen Großbrand verhindern konnten.

Eine Serie von Autobränden, die alle vorsätzlich gelegt wurden, hielt die Feuerwehr Traunreut in Atem. Die Täter konnten von der Polizei mittlerweile ermittelt werden. Bei zahlreichen schweren Verkehrsunfällen kam einige Male die Hilfe von Feuerwehren und Rettungsdienst zu spät. Diese Einsätze mit tödlichem Ausgang seien für die Aktiven keineswegs »leicht wegzustecken«, betonte Unterstein. Welchen Gefahren die Aktiven in ihrem ehrenamtlichen Dienst ausgesetzt sind, machte der Kreisbrandinspektor an einem Einsatz deutlich, zu dem die Feuerwehr Traunreut gerufen wurde. Dabei ging es um eine Wohnungsöffnung. An der Türe der Wohnung hing ein Schild »Achtung Giftgas – Lebensgefahr!« Der Bewohner hatte ein Feuer entfacht und sich mit Kohlenmonoxid das Leben genommen. Die Feuerwehrler gingen entsprechend bedacht und mit großer Vorsicht vor.

Blaulichttag: Neuauflage trotz geringem Besuch

Den erstmals veranstalteten Blaulichttag aller im Landkreis Traunstein tätigen Rettungsorganisationen, der im Juli auf dem Festplatz in Traunreut und am Feuergerätehaus durchgeführt wurde, wertete Unterstein als sehr informativ und gut organisiert. Leider kamen nur wenige Besucher zu dem Aktionstag. Dennoch werde der »Tag der Blaulicht-Familie« 2016 wieder stattfinden.

Klaus Ritter, Bürgermeister der Stadt Traunreut, bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Feuerwehrlern für ihren Dienst im Einsatz. Besonders würdigte Ritter die ständige Einsatzbereitschaft rund um die Uhr. pv