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Geplanter Lebensmittelmarkt ist umstritten

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Chieming. Für Diskussionsstoff bei der Bürgerversammlung in Chieming sorgte die geplante Errichtung eines Lebensmittelmarktes neben dem Rathaus. Kritisiert wurde, dieser Markt würde das dortige Dorfbild verschandeln, wäre zu wuchtig, hätte zu wenig Parkplätze, beschere dem Ort ein höheres Verkehrsaufkommen, würde mehr Lärm bringen und stelle eine Existenzgefährdung für den Einzelhandel dar. Franz Pleli sagte, der Gemeinderat sollte dies neu überdenken, da die zu erwartete Gestaltung des Baues kein gutes Bild abgeben würde.


Bürgerbefragung zur Ortsumfahrung

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Bürgermeister Benno Graf betonte, dieser neue Markt mit einer Verkaufsfläche von 900 Quadratmetern würde als Vollsortimenter jede Art des Bedarfes führen und somit die Versorgung der Chieminger Bevölkerung über Jahrzehnte sichern. Weiter sagte er, die Kaufkraft würde im Ort bleiben, sichere der Gemeinde weitere Steuereinnahmen und für ältere Bürger seien kurze Wege wichtig. Chieminger Bürger würden dann – statt nach Traunstein oder Traunreut zu fahren – die neue Einkaufsmöglichkeit in Chieming verstärkt nutzen, hieß es. Außerdem sagte Graf, dass zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Zufahrtsbereich zum neuen Markt eine Querungshilfe durchaus möglich sei.

Silvia Rachl aus Hart sprach sich für eine gestalterische Gesamtplanung des künftigen Marktes in Verbindung mit der energetischen Sanierung des Rathauses aus.

Gebhard Gassner ging auf das Thema Chieminger Ortsumfahrung ein und wünschte sich, dass die Stichprobenmessungen noch mehr ausgeweitet werden, vor allem auf der Strecke Laimgrub-Chieming. Graf kündigte an, die Gemeinde bleibe an der Ortsumfahrung dran und beabsichtigt, eine Bürgerbefragung durchzuführen.

Wolfgang Ludwig bedauerte, dass Bürgermeister Graf kein Engagement zeige in Bezug auf eine Podiumsdiskussion mit den zwei anderen Bürgermeisterkandidaten. Graf meinte dazu, in den Bürgerversammlungen in Ising, Hart und Chieming sei doch vieles gesagt worden – und er verwies außerdem auf seinen vollen Terminkalender.

Ein Bürger aus Weidach sprach über »die Raserei auf der Kreisstraße Egerer nach Weidach«, und forderte dort verstärkte Geschwindigkeitskontrollen. Außerdem stellte er fest, dass das Verkehrsaufkommen, vor allem auch der Lkw-Verkehr, stark angestiegen sei und verurteilte die hohe Lärmentwicklung, die durch Fahrzeuge eines Entsorgungsunternehmens frühmorgens zustande komme. Graf kündigte verstärkte Kontrollen an.

Ortsheimatpfleger Hubert Steiner wünscht sich eine verstärkte Einbindung in gemeindliche Bauvorhaben, die bereits bei den Planungen beginnen sollte.

Angesprochen wurde auch die Gestaltung des Kreisverkehrs im Laimgrub, der als Spiegelbild für den Ort Chieming gesehen wird. Graf sagte, dort sei im Mittelkreis eine Wildblumenwiese geplant, die Voraussetzungen dazu sollen im Frühjahr geschaffen werden. Eine Bürgerin meinte, passender sei ein altes Ruderboot.

Ein Diskussionsthema war auch der Gedanke nach einer Residenz für betreutes Wohnen. Als Standort wurde das Grundstück für den neuen Edeka-Markt genannt. Graf sagte, viele Bürger könnten sich das Wohnen in einer Residenz nicht leisten und appellierte dafür, dass die Betreuung zu Hause vom Staat besser gefördert werden müsste.

Diskussion in Ising und Hart

Neben der Bürgerversammlung in Chieming fanden am Wochenende auch Versammlungen in Ising und Hart statt. Unser Berichterstatter hat die wichtigsten Diskussionsbeiträge zusammengefasst: Einige Bürger aus Ising beklagten die unzureichenden Busverbindungen für Schüler aus einigen Chieminger Gemeindeortsteilen zum Landschulheim Schloss Ising.

Arno Zandl stellte verärgert fest, dass das Problem Entwässerung im Bereich des Waldweges in Arlaching noch immer nicht behoben sei. Josef Beilmaier reklamierte den vielen Unrat im Uferbereich ab Gasthaus »Kupferschmiede« bis hin zur Seestraße in Arlaching. Der Unrat stammt noch aus dem Hochwasser 2013, hieß es.

Graf sagte, ein Ingenieur-Büro wurde bereits beauftragt, Vorschläge zur Behebung der bisher unzureichenden Entwässerung im Bereich des Waldweges zu erarbeiten. Er erwarte demnächst eine Lösung. Auch werde er dafür sorgen, dass der angesprochene Uferbereich vom Unrat entsorgt wird.

Bei der Bürgerversammlung in Hart bemängelte ein Kleinunternehmer die fehlende Ausweisung von Gewerbegrundstücken in Hart. Er bräuchte für eine Betriebserweiterung etwa 2000 Quadratmeter Grundfläche.

Grundsätzlich zufrieden äußerten sich die Harter Bürger über die Einführung des schnellen Internets, doch Anwohner aus Hub, Hillek und Weidboden hätten dieses immer noch nicht.

Josef Mayer junior teilte mit, dass in Hart noch heuer ein Dorfbrunnen gegenüber dem Kriegerdenkmal erstellt werde und bedankte sich bei der Gemeinde für die Kostenübernahme von 50 Prozent. Die zweite Hälfte werden die Harter Ortsvereine finanzieren, wobei noch etwa 1000 Euro offen sind.

Graf bedauerte, dass im Gemeindebereich von Chieming zur Zeit keine Gewerbegrundstücke zur Verfügung stehen. Er sicherte die weitere Suche aber zu. OH

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