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Georgiritt von Stein nach St. Georgen

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Traunreut – Der traditionelle Georgiritt von Stein nach St. Georgen findet am Sonntag nach altem Vorbild statt. Um 14 Uhr setzt sich der Zug in Stein in Bewegung.


Bereits während der Aufstellung spielen im Schlosshof und davor drei Musikkapellen auf. Der Zug führt dann über Fasanenjäger und Anning nach St. Georgen, wo er von der Georgi-Bruderschaft empfangen wird. Am Kirchplatz in St. Georgen werden Pferde und Reiter von Pfarrer Thomas Tauchert gesegnet. Im Anschluss an den Ritt und eine kurze Andacht in der Pfarrkirche von St. Georgen sorgt die Freiwillige Feuerwehr Stein im Bierzelt neben dem Feuerwehrhaus für die Verpflegung der Ritt-Teilnehmer und Besucher.

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Der Ritt zu Ehren des heiligen Georg wurde nachweislich schon vor über 300 Jahren durchgeführt. In früheren Zeiten fand er immer am Namenstag des Heiligen am 23. April statt, nun hat er am zweiten Sonntag im April seinen Stammplatz im Kalender. Eine Beschreibung, wie er früher aussah, findet sich im 1913 im Bayerland-Verlag erschienen Büchlein »Altbayerns Umritte und Leonhardifahrten« von Georg Schierghofer.

Darin heißt es unter anderem: »Wie ein Auszug zur Sühne ins Gelobte Land aus der Kreuzritter Zeiten kommt die Gruppe aus dem Schlosshof, gefolgt vom Schlosskaplan im festlichen Ornat, mehreren Geistlichen im Chorrock und von gegen zweihundert stattlichen Reitern.« Auch heutzutage werden jedes Jahr rund 200 Pferde beim Umritt gezählt. Weiter ist zu lesen: »Postillione in Gala, Vereine mit flatternden Fahnen, auch eine Musikkapelle in geschmücktem Wagen sieht man.

In einem Landauer, den Pferde des Schlossbesitzers Graf Arco-Zinneberg ziehen, angetan mit einem vergoldeten Prunkgeschirr, sitzt die Gemeindevertretung mit dem Bürgermeister der hauptbeteiligten Gemeinde.« Auch diese Angaben gelten noch heute. Über Weisham und Weisbrunn seien die Teilnehmer dann »zu St. Irgen« gezogen, »wo außerhalb der wenigen Gehöfte die Georgibruderschaft in weiß-roter Ordenstracht laut betend sie empfängt und an die Kirche geleitet«.

Geändert hat sich seitdem, wie die Teilnehmer nach Ende des Rittes den Tag ausklingen lassen. Anfang des 20. Jahrhunderts blühte noch der ebenfalls an diesem Tag stattfindende Rosshandel und wie in dem Büchlein nachzulesen ist, trafen sich die Menschen »bei schönem Wetter beim Konzert im Wirtsgarten, wobei Bier und Wurst angesichts des gelungenen Festes und der schönen Pferde doppelt gut munden«. mix