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Georgiritt verlief heuer nach »Plan B«

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Mit einer Flasche Wein verabschiedete der Vorsitzende des Georgivereins, Albert Schmied (links), Kurt Strohmaier, der 29 Jahre lang beim Georgiritt als St. Georg mitgeritten war.

Traunstein. Der Georgiritt verlief heuer nach »Plan B«. Dies berichtete der Vorsitzende des St. Georgs-Vereins, Albert Schmied, bei der Rittnachlese im Hofbräuhaus. Aufgrund der widrigen Bodenverhältnisse beim Ettendorfer Kircherl musste der Zugweg quasi über Nacht umgestellt werden (wir berichteten).


Reiter und Pferde wären auf dem rutschigen Untergrund des Hügels am Kircherl nicht sicher gewesen, betonte Schmied. Der Ritt wäre womöglich nicht unfallfrei verlaufen »Jetzt haben wir einen ‘Plan B’ für die Zukunft in der Schublade«, freute sich Schmied. Wobei er sogleich unterstrich, dass es ihm allerdings lieber wäre, wenn er künftig auch in der Schublade bliebe.

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Mit der Zahl von 344 Pferden war Schmied angesichts der Bedingungen sehr zufrieden. Die Unterstützung seitens der Landgemeinden führte der Vorsitzende auch auf das erfolgreiche Rittbitten zurück, bei dem die Georgiritter 13 Mal mit einer starken Mannschaft dabei waren. Abgesehen von ein paar kleineren Blessuren verlief der Ritt laut Schmied unfallfrei. »Trotz des Wetters war der Georgiritt auch vom Gewand her ein wirklich schöner Ritt. Wir sind mit der Qualität auf dem richtigen Weg. Ihn wollen wir weitergehen, damit unsere Pferdewallfahrt auch eine Wallfahrt bleibt«, erklärte er.

Kösterke: »Durchaus besonderer Ostermontag«

Von einem »durchaus besonderen Ostermontag« sprach Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Die Zuschauer hätten ein Novum erlebt, weil der Bürgermeister der Traunsteiner Partnerstadt Wesseling, Hans-Peter Haupt, und seine Lebensgefährtin Antje Brand nicht in der Ehrenkutsche mitgefahren, sondern ihr als aktive Reiter gefolgt seien. Getreu der Vorgaben des Vorstands sei der Bürgermeister entsprechend eingekleidet worden.

»Die gute Zusammenarbeit zwischen dem Georgiverein und der Stadt Traunstein hat sich wieder einmal bewährt«, sagte der Oberbürgermeister. Trotz der Umstände sei der Georgiritt wieder der schönste Festtag des Chiemgaus gewesen. Man habe gesehen, dass sich die Mühen der Vorberei-tung wiederum gelohnt hätten.

Wesselings Bürgermeister Haupt sprach von einem ganz besonderen Tag. Im vergangenen Jahr sei er noch in der Ehrenkutsche mitgefahren, in diesem Jahr bereits mitgeritten. »Es war ein wunderschönes Erlebnis«, erklärte er. Der Bürgermeister erinnerte an das 30. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Wesseling und Traunstein, das im kommenden Jahr gefeiert wird. Er lud die Georgiritter und die Schwerttänzer deshalb zur Teilnahme am Stadtfest 2014 ein.

Vom »Café St. Georg«, das heuer zum 15. Mal aufgemacht wurde, berichtete die Organisatorin und Initiatorin Gretl Pröbstl. Ihr Dank galt der Stadt für die Überlassung der Räume im Rathaus, Martin Schweiger vom Parkhotel der Kaffee, Milch und Zucker spendiert hatte, den Bäckereien Deisenseer und Kotter für Kuchenspenden sowie den zahlreichen Kuchenspendern, die wieder fleißig gebacken hatten. Für den Verein wurden 1536 Euro erwirtschaftet.

»Caféhaus-Madeln« geben an Jüngere ab

Nach 15 Jahren ist für Pröstl und die meisten ihrer ehrenamtlichen »Caféhaus-Madeln« Schluss. Nun sollen es künftig jüngere richten. Pröstl gab zum Abschied einen kleinen Rückblick auf die Geschichte des »Café St. Georg«, das 1998 im Pfarrsaal von St. Oswald ange-fangen hatte und ein paar Jahre später ins Rathaus umgezogen ist, um näher am Geschehen zu sein. Sie übergab anschließend ihre Aufzeichnungen an den Vorsitzenden Schmied.

Für ihre jahrelange Tätigkeit ehrte der Georgiverein Pröbstl und ihre Mitstreiterinnen, von denen ebenfalls die meisten aufhören, mit einem gemeinsamen Abendessen im Parkhotel. Mit einer Flasche Wein bedankte sich Schmied bei Kurt Strohmaier, der beim Ritt die Figur des Georg als römischer Offizier verkörpert hatte und nun ebenfalls aufhört. Die Aufgabe hatte er vor 29 Jahren von seinem Vater übernommen. Der neue Georg wird im kommenden Jahr Franz Reitschuh junior sein.

In seinen Dank schloss der Vorsitzende alle Helfer des Vereins von A wie Ausschussmitglieder oder Abzeichenverkäufer bis Z wie Zugführer oder Zeugwart ein. Er hob die Unterstützung der städtischen Einrichtungen wie Bauhof oder Gärtnerei hervor, lobte die Schwerttänzer des Turnvereins für ihre zwei sauberen Auftritte. Der Rinderzuchtverband hatte wiederum die Stallungen an der Chiemgauhalle kostenlos zur Verfügung gestellt. Für die Verpflegung waren wiederum die Metzgerei Rührgartner, die Bäckereien Deisenseer und Kotter, die Traunsteiner Brauereien Hofbräuhaus, Schnitzlbaumer und Wochinger sowie das Hofbräuhaus und der Augustiner-Bräu aus München verantwortlich. Bjr