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Georgiritt und Schwertertanz werden Kulturerbe

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Die Ursprünge des Traunsteiner Schwertertanzes reichen zurück bis in das Jahr 1530.
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Rund 400 festlich geschmückte Pferde nahmen heuer an der Wallfahrt zum Ettendorfer Kircherl teil. (Fotos: Miller)

Traunstein – Was für eine Würdigung: Der Georgiritt und der Schwertertanz werden Kulturerbe. »Das ist eine wahnsinnige Ehre«, freut sich Karl Weilharter, der Vorsitzende der Schwerttänzer. Und Albert Schmied, der Vorsitzende des St.-Georgs-Vereins, ergänzt: »Das zeigt, dass wir den richtigen Weg gehen.« Die feierliche Aufnahme in das bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes wird am 10. November bei einem abendlichen Festakt im Kaisersaal der Münchner Residenz erfolgen.


Durch einen Anruf aus dem Bayerischen Kulturministerium hat Albert Schmied von der Aufnahme in die Unesco-Liste erfahren. »Inzwischen ist auch das offizielle Schreiben eingetroffen«, erzählt der Vorsitzende im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Die Bewerbung hatte Schmied vor etwa einem Jahr gemeinsam mit dem Kassier des Georgivereins, Peter Graspeuntner, sowie einer Mitarbeiterin der Stadt Traunstein verfasst und abgeschickt (wir berichteten).

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Ursprünglichkeit des Brauchtums überzeugte

Den Ausschlag dafür, dass der Georgiritt und der Schwertertanz jetzt Immaterielles Kulturerbe werden, gab wohl, dass das Brauchtum in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist. »Nichts wurde im Laufe der Zeit verkitscht«, erläutert Schmied. Der Vorsitzende der Schwerttänzer, Karl Weilharter, ergänzt: »Ich bin jetzt seit gewiss 40 Jahren dabei. Und in dieser Zeit hat sich rein gar nichts geändert. Der Tanz schaut noch genauso aus wie früher.« Anderswo würde hie und da etwas dazugemacht. »Dass das bei uns nicht so ist, macht mir viel Freude.«

Beim Georgiritt scheint gerade auch das gelebte Motto »Stadt und Land – Hand in Hand« das Expertenkomitee überzeugt zu haben. »Es kam gut an, dass viele Menschen aus dem weiteren Umfeld sich aktiv am Georgiritt beteiligen«, weiß Vorsitzender Albert Schmied.

Der Georgiritt in Traunstein ist eine der größten Pferdewallfahrten in Bayern und kann auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken. Gut 400 festliche geschmückte Pferde nahmen heuer an der Wallfahrt zum Ettendorfer Kircherl teil. Der Schwertertanz stellt die Austreibung des Winters durch den Frühling dar. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1530 zurück.

Bei dem Festakt zur Aufnahme von bayerischen Traditionen in das Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes am 10. November werden 14 der 350 Plätze im Kaisersaal der Münchner Residenz für die Traunsteiner reserviert sein. Der Delegation gehören Oberbürgermeister Christian Kegel, die Vorstandschaft des St.-Georgs-Vereins, einige Schwerttänzer und Landsknechte an. »Wir fahren alle in Uniform«, verrät Albert Schmied. Er selber wird sich für die Fahrt in die Landeshauptstadt sein Heroldskostüm überstreifen. Karl Weilharter, der Kopf der Schwerttänzer, kann aus gesundheitlichen Gründen nicht in München dabei sein – »leider«, wie er hervorhebt. Sepp Parzinger, der seit vielen Jahren für die Ausbildung der Schwerttänzer zuständig ist, vertritt ihn.

Bundesverzeichnis als nächster Schritt?

Die Aufnahme in das Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes soll nach dem Willen der Traunsteiner aber noch nicht der Schlusspunkt sein. Georgiritt und Schwertertanz sind auch für die Aufnahme ins Bundesverzeichnis vorgeschlagen. Und in einem weiteren Schritt wäre hernach noch eine internationale Würdigung möglich. Wenn daraus nichts mehr wird? Georgiverein und Schwertänzer sind sich einig, dass jetzt schon sehr viel erreicht ist. »Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit«, sagt Albert Schmied. san