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Georg Wimmer nimmt seinen Hut

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Feuerwehr-Vorsitzender Bernhard Wimmer (von links) überreichte dem scheidenden Zweiten Kommandanten Georg Wimmer und seinem eigenen Vorgänger Ludwig Gschwendtner das Vereinsabzeichen in Gold. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Er ist der dienstälteste Feuerwehrkommandant, den die Feuerwehr Teisendorf je hatte: Georg Wimmer, der 30 Jahre lang Zweiter Kommandant war. Nun stellte der 52-Jährige sein Amt zur Verfügung, um der Jugend den Vortritt zu lassen. Zum neuen Zweiten Kommandanten wurde in der Feuerwehr-Versammlung Peter Hofhammer gewählt. Georg Wimmer wurde zum Abschied aus seinem Amt vom Kreisfeuerwehrverband, der Marktgemeinde und dem Feuerwehrverein geehrt.


Nach dem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Feuerwehrler gaben alle 106 Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Mit 97 Stimmen wurde Peter Hofhammer gewählt. Aktiver Feuerwehrler wurde er gleich mit 18 Jahren. 13 Jahre lang war er Gerätewart. Seit fünf Jahren führt er den ersten Zug, prädestiniert für diese Aufgabe, da er direkt beim Feuerwehrhaus wohnt.

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»30 Jahre lang stellvertretender Kommandant einer großen Feuerwehr zu sein, ist eine Aufgabe, die nicht alltäglich ist«, betonte Kreisbrandrat Josef Kaltner bei der Ehrung von Georg Wimmer mit dem Ehrenkreuz in Silber des Kreisfeuerwehrverbands Berchtesgadener Land. Der Teisendorfer Postzusteller war seit 1978 in der Feuerwehr aktiv, wurde 1983 Gruppenführer und 1985 mit erst 23 Jahren Zweiter Kommandant. Während der Erkrankung und nach dem frühen Tod des Kommandanten Leonhard Zillner von 1982 bis 1986 führte er die Feuerwehr kommissarisch.

Bürgermeister Thomas Gasser überreichte Wimmer den Ehrenkrug der Marktgemeinde und einen Essensgutschein. Er würdigte ihn dafür, dass er die jungen Leute für die Feuerwehr begeistert habe. Für den Feuerwehrverein überreichte Vorsitzender Bernhard Wimmer an Ludwig Gschwendtner, der 28 Jahre lang Vorsitzender war, und Georg Wimmer das Vereinsabzeichen in Gold.

In persönlichen Abschiedsworten wünschte der scheidende Zweite Kommandant seinem Nachfolger eine glückliche Hand. »Ich habe eigentlich mit dem Bürgermeister ausgemacht, dass wir da nichts machen, aber er hat sich nicht dran gehalten«, beanstandete er schmunzelnd. Bewegt zeigte er sich, dass die früheren Kreisbrandräte Otto Blumenstein, Heinrich Abfalter und Rudi Zeif gekommen waren. Er habe drei Kreisbrandräte, vier Kommandanten und drei Bürgermeister erlebt, sagte Wimmer rückblickend. Am Herzen lag ihm die Ausbildung; sein Steckenpferd war die Leistungsprüfung. Alle Truppmänner der Teisendorfer Wehr gingen durch seine Hände. Die Zahl der Fahrzeuge verdoppelte sich in seiner Amtszeit. »Ich bin selber erstaunt, wo die Zeit geblieben ist«, meinte er gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Prägende Ereignisse zu nennen, fällt ihm schwer: »Jeder Einsatz ist prägend. Jeder Einsatz hat seine Dramatik.« Durch seinen Beruf als Postbote kannte er viele Betroffene von Unfällen oder Brandunglücken persönlich. Wimmer dankte auch allen Familien der Einsatzkräfte und der Gemeinde. »Feuerwehr ist nicht gleich die Summe der Einsatzfahrzeuge und technischen Geräte«, stellte er klar. Sie lebe vor allem von den Menschen.

Bürgermeister Thomas Gasser betonte, in der Feuerwehr würden Werte vermittelt, die für die Gesellschaft »elementar lebenswichtig sind – für das Funktionieren des Zusammenlebens von Menschen«. Nicht der Gedanke »was bringt mir das?«, sondern die Bereitschaft, dem Nachbarn in einer Notsituation zu helfen, stehe im Vordergrund. Anerkennung zollte er allen Feuerwehrlern und besonders den Funktionsträgern für die investierte Zeit, den Angehörigen und allen Betrieben, die Mitarbeiter freistellen. Der im Gemeinderat bereits verabschiedete Sechs-Jahres-Plan umfasse rund 1,3 Millionen Euro.

Gasser versprach, persönlich für die Feuerwehr Werbung zu machen, die bereits seine Tochter ausbilde, und auch bei der 150-Jahr-Feier 2016 selbst mit anzupacken. Über die weiteren Ehrungen und die Berichte von Kommandant, Vorsitzendem und Jugendwart berichten wir noch. vm

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