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Georg Vachenauer ist seit 75 Jahren Mitglied beim Trachtenverein Bergen

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Eingerahmt  von  zwei  feschen Trachtendirndln wurde Georg Vachenauer (Mitte) von Vorstand Martin Heigermoser (links) die Chronik des Gauverbands I. überreicht. Neben dem Geehrten stehen die Vortänzerin Johanna Schrobenhauser (links), Lena Neumayer und zweiter Vorstand Herbert Schrobenhauser.

Bergen – Ganz im Zeichen von Ehrungen langjähriger und verdienter Vereinsmitglieder stand die Generalversammlung des Trachtenvereins Bergen. Zusätzlich zur Ehrung für 50-jährige, treue Vereinsmitgliedschaft erhielten Maria Aschl, Lorenz Aschl und Maria Strehhuber das Goldene Gauehrenzeichen des Gauverbands I. verliehen. Maria Strehhuber wurde gleichzeitig zum Ehrenmitglied ernannt.


In der gut besuchten Versammlung wurden außerdem Mitglieder für 25-jährige, 40-jährige, 50-jährige und sogar 60-jährige Vereinstreue geehrt. Ein besonderes Vereinsjubiläum konnte Georg Vachenauer feiern. Der 92-jährige »Sigl Schorsch« konnte bei bester Gesundheit und Laune seine Ehrung für 75-jährige Mitgliedschaft persönlich entgegennehmen und bekam von Vorstand Martin Heigermoser die Gauchronik des Gauverbands I. überreicht, die zudem mit einer persönlichen Widmung versehen war.

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Mehr als 60 Termine im abgelaufenen Vereinsjahr

In seinem Jahresbericht ging Heigermoser auf die Termine des abgelaufenen Vereinsjahrs ein. Besonders hob er den Jubiläums-Hoagart auf dem Schusterhof in Bergen hervor, zu dem anlässlich des 120-jährigen Bestehens des Bergener Trachtenvereins auch der Patenverein »D' Griabinga« Hohenaschau eingeladen war. Zum über 60 Termine umfassenden Jahresbericht zählten weiterhin die Teilnahme am Gaufest in Rosenheim, das Trachtenfest der »Hochlandler« in Söllhuben sowie die eigenen Kurpark- und Obstangerfeste. Besondere Veranstaltungen waren auch die Mitgestaltung der Abende beim elften nationalen Bergen-Treffen sowie der Wastl-Fanderl-Jubiläumsabend. Auch das alpenländische Adventsingen in der Pfarrkirche durfte nicht fehlen. Der Erlös aus dieser Veranstaltung wurde wieder an bedürftige Familien im Gemeindegebiet Bergen verteilt.

Kassierin Barbara Parzinger gab ihren detaillierten Kassenbericht ab, der erfreulicherweise für dieses Jahr mit einem Plus abschloss. Lydia Grandl trug als Schriftführerin ihr Protokoll der vorjährigen Versammlung vor.

Auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz

Im Vorstandsbericht hob Vorstand Heigermoser die Arbeit der Kinder- und Jugendleiter Lorenz Gehmacher und Rosi Schrobenhauser mit ihren vielen Helfern besonders hervor, die mit ihrer wertvollen Arbeit die Zukunft des Vereins sichern. Ganz besonders erfreulich für den Verein ist es, dass nun neben Karl Rosenegger jun. mit Annemarie Bachmayer auch ein Aktives Dirndl aus Bergen der Gaugruppe des Gauverbands I. angehört. Auch die hervorragende Platzierung beim Gruppenplattln mit einem sechsten Platz zeigt das hohe Niveau der Plattler. Er dankte den Aktiven als starke Gruppe für ihre Arbeit im Verein und lobte, dass sie ein guter und eingeschworener »Haufen« sind, bei dem auch die Kameradschaft und die Geselligkeit nie zu kurz kommen.

Die Lacher auf seiner Seite hatte Vorplattler Michi Utzmeier, der seinen kurzweiligen Jahresbericht in Gedichtform vortrug. In weiteren Berichten gaben Rosi Schrobenhauser als Röckefrauen- und Jugendvertreterin und Hans Lindner als Vertreter der Historischen Gruppe ihren Jahresrückblick ab.

Kritischer Blick auf den Film »Das Golddorf«

Kritisch blickte Martin Heigermoser auf den Dokumentarfilm »Das Golddorf« zurück, der heuer in der ARD zu sehen war. Der Trachtenverein Bergen spielte darin eine nicht unbedeutende Rolle und soll das Heimatidyll widerspiegeln, in dem sich zwei Asylbewerber nach ihrer Flucht plötzlich befinden. Nachdem es sehr viele kritische Stimmen rund um den Film gab, könne man trotzdem versuchen, etwas Positives daraus mitzunehmen, so Heigermoser. Die beiden Asylbewerber, die noch nie vorher in ihrem Leben mit einem Trachtenverein in Berührung gekommen waren, finden es nämlich bemerkenswert, dass sich hier junge Leute der Traditions- und Brauchtumspflege verschrieben haben, während überall woanders auf der Welt die Jugend irgendwelchen Trends und Modeerscheinungen nachläuft.

Heigermoser rief die Vereinsmitglieder dazu auf, die Traditionen und Bräuche zu hinterfragen und sich damit auseinanderzusetzen. Trachtenvereine haben es sich auf die Fahnen geschrieben, unserer Heimat ein unverwechselbares Gesicht zu geben und unsere Identität zu bewahren – eine Aufgabe, die in unserer heutigen schnelllebigen Zeit mehr Bedeutung habe denn je.

Der Gebietsvertreter des Gauverbands I., Alfred Gehmacher aus Vachendorf, lobte den Verein als sehr aktiv und regte an, doch einmal über eine Ausrichtung des Gautrachtenfestes nachzudenken. Er meinte, dass in Bergen die nötige Infrastruktur für ein so großes Fest vorhanden wäre.

Zweiter Bürgermeister Herbert Berger hob die hervorragende Jugendarbeit im Trachtenverein hervor. Daraufhin übergab Berger noch ein Kuvert mit einer Spende für die Jugendarbeit des Trachtenvereins aus dem Erlös der Altpapiersammlung des ÜW-Ortsverbands Bergen.

Ausblick auf bereits feststehende Termine

Bei seinem Ausblick auf das neue Vereinsjahr gab Martin Heigermoser die bereits feststehenden Termine bekannt. Am 13. Dezember ist das alpenländische Adventssingen in der Pfarrkirche, das Faschingskranzl im Mühlwinkler Hof findet am 5. Februar statt. Weitere Termine sind die Trachtenwallfahrt nach Maria Eck am 22. Mai, das Drei-Vereine-Kinder- und Jugendpreisplattln in Chieming am 19. Juni und das Gaupreisplattln am 24. Juli in Peterskirchen. Besucht werden das 126. Gaufest am 17. Juli in Peterskirchen und das 110. Gründungsfest in Lauter am 14. August. fb