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Georg Pöschl aus Stein wird heute 95 Jahre alt

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Georg Pöschl aus Stein wird heute 95. (Foto: Mix)

Traunreut – Georg Pöschl, früherer Verwaltungsbeamter der Gemeinde Stein, feiert am heutigen Montag seinen 95. Geburtstag. Für fünf Jahrzehnte als Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Stein erhielt er bereits vor 20 Jahren die Medaille »Traunreut dankt«. Der Jubilar interessiert sich nach wie vor sehr für das Geschehen in seiner Heimatgemeinde und ist eine schier unerschöpfliche Quelle für jegliche Art von Fragen zur Geschichte der ehemaligen Gemeinde Stein.


Georg Pöschl wurde 1923 in Reit bei Stein geboren. Er war eines von zehn Geschwistern und wuchs auf einem Bauernhof auf. Vor dem Krieg erlernte er das Müllerhandwerk. Im April 1942 wurde der junge Mann zum Militär eingezogen und landete mit seiner Einheit in Nordafrika. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 1942 erlitt er eine schwere Verwundung am Bein und musste am Unterschenkel amputiert werden. Der Krieg war für ihn damit beendet.

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Wieder zurück in der Heimat hatte er zunächst keine Arbeit und war froh, als ihn der kommissarische Bürgermeister der Gemeinde Stein im August 1945 als Gemeindesekretär einstellte. Er wurde schließlich Verwaltungsbeamter und Amtsinspektor und führte die Gemeindeverwaltung von Stein bis zur Gebietsreform im Jahr 1978. Die Abwicklung der Eingemeindung nach Traunreut war eine Aufgabe, die ihm sehr schwerfiel, hatte er doch mit Leib und Seele die zuvor eigenständige Gemeinde verwaltet.

In Stein und St. Georgen war er neben seiner Arbeit in der Gemeindekanzlei auch ein wichtiger Motor für die Ortsvereine. 1948 gründete er den VdK-Ortsverband Stein/St. Georgen und später den Ortsverband Traunreut. 50 Jahre lang blieb er Vorsitzender des VdK in Stein. Auch bei der Gründung des TSV Stein/St. Georgen 1964 war er maßgeblich beteiligt ebenso beim späteren Bau des Sportheimes in der Irsinger Au. In der Krieger- und Soldatenkameradschaft St. Georgen zählt Georg Pöschl zu den wenigen noch lebenden Mitgliedern, die den Krieg selber miterlebten.

1948 heiratete Georg Pöschl seine Frau Magdalena. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Inzwischen gehören auch acht Enkel und fünf Urenkel zur Familie. Aufgrund einer Makuladegeneration sieht der Jubilar seit einigen Jahren nur noch sehr eingeschränkt. Mit einer Lupenbrille kann er in der Tageszeitung lediglich die fett gedruckten Überschriften lesen. Und wenn ihn ein Artikel interessiert, liest er ihn mit Hilfe eines Lesegeräts, das den Text stark vergrößert.

Seit seine Frau vor drei Jahren gestorben ist, versorgt sich der 95-Jährige weitgehend selbst. Er kocht jeden Tag für sich, vorwiegend Gemüse, das er im eigenen Garten erntet und von dem er auch im Winter einen ausreichenden Vorrat hat. Mit dem Bus fährt er immer mal in die Stadt und sonntags geht er nach wie vor zum Stammtisch zum Wirt, wo er angeregte Gespräche führt. Auch bei den Versammlungen der Ortsverein ist Georg Pöschl stets gerne gesehen.

Während er jetzt, in der kalten Jahreszeit, in seiner sauber aufgeräumten, warmen Wohnung sitzt, schaut er sehnsüchtig aus dem Fenster und meint: »Ich freu mich schon wieder auf den Sommer und meinen Garten.« An seinem heutigen Ehrentag erwartet er jede Menge Gratulanten. mix