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Georg Angerer übergab Taktstock an Manfred Berger

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Um seinem Nachfolger als Dirigent der Blaskapelle Traunwalchen die Arbeit zu »versüßen«, hatte Georg Angerer (links) den Dirigentenstab, den er beim Konzert offiziell an Manfred Berger übergeben hat, mit Schokolade verziert. (Foto: Rasch)

Traunreut – Wenn die Blaskapelle Traunwalchen ein Konzert gibt, ist ein volles Haus garantiert. Auch beim Frühjahrskonzert waren die Plätze in der Aula der Carl-Orff-Grundschule begehrt. Dass den Besuchern nicht nur der »Marsch« geblasen wird, zeigten die Blaskapelle und ihre Jugendkapelle wieder eindrucksvoll mit einem abwechslungsreichen und hochklassigen Programm. Die Kapellen standen zwar im Mittelpunkt, aber den Takt gab der langjährige Chefdirigent Georg Angerer an. Der 75-Jährige hat in den vergangenen vier Jahrzehnten die Blasmusik in Traunwalchen »salonfähig« gemacht. Jetzt hat er den Taktstock in jüngere Hände gelegt, nämlich in die von Manfred Berger.


»Langjährige Qualität geht nicht verloren«

Bürgermeister Klaus Ritter bezeichnete es einen Glücksfall, dass Angerer den Taktstock an einen erfahrenen Nachfolger übergeben könne. »Die langjährige Qualität geht nicht verloren und kann fortgeführt werden.« Manfred Berger, selbst ein exzellenter Trompeter und Musiklehrer an der Sing- und Musikschule Traunwalchen, macht seit vielen Jahren eine hervorragende Nachwuchsarbeit und leitet die Jugendkapelle.

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Nach so vielen Jahren seines musikalischen Wirkens weiß Georg Angerer, dass als Kapellmeister auch Geduld und Nervenstärke angesagt sind. Deshalb »versüßte« er den Dirigentenstab mit Schokolade und überreichte ihn unter großem Applaus an seinen Nachfolger, wünsche ihm viel Erfolg und ein starkes Nervenkostüm. An die Musiker gerichtet sagte er: »Ich danke Euch allen fürs Mitmachen.« Georg Angerer wird sich nicht ganz aus dem Geschehen der Blasmusik zurückziehen. Künftig wird er selber als Hornist im Blasorchester sitzen und den neuen Chefdirigenten Manfred Berger als stellvertretender Dirigent unterstützen.

Den musikalischen Auftakt des Konzertabends bestritt die Jugendblaskapelle mit dem Marsch »Mit Spiel voran«, bekannt auch unter dem Namen Gruß aus Klingental. Auf die bekannte »Fuchsgraben-Polka« von Karel Vacek folgte zum Abschluss der fetzige »Tiger Rag«. Mit den schmissigen und ebenso filigranen Klängen des Konzertmarschs »Opening« gab die Blaskapelle unter der Leitung von Georg Angerer zum Auftakt gleich einen Hinweis auf das hohe Leistungsniveau. Mit großer Spielfreude und Sicherheit interpretierte die Kapelle auch die New-York-Overture von Kees Vlak, die das pulsierende Leben und die unvergleichliche Atmosphäre der Weltmetropole widerspiegelt.

Mit dieser Konzert-Overtüre hat die Blaskapelle Traunwalchen erst kürzlich bei einem Wertungsspiel des Musikbunds Ober- und Niederbayern mit »Sehr guten Erfolg« teilgenommen (wir berichteten). Dazu gratulierte auch der stellvertretende Vorsitzende des Bezirks Chiem- und Rupertigau im Musikbund Ober- und Niederbayern, Thomas Egger. Die Blaskapelle Traunwalchen nehme eine herausragende Stellung ein, für dessen Qualität der Name Georg Angerer stehe, lobte Egger. Als Vertreter des Musikbundes verlieh er an Petra Schmidt sowie an den Notenwart Josef Schroll die Verdienstmedaille des Musikbunds in Gold für 20-jährige Tätigkeit als Schriftführerin beziehungsweise Notenwart.

Musikalisch in die Pause verabschiedeten sich die Musiker mit einem Walzer und mit dem »Gruß aus Oberbayern« von Georg Freundorfer. Nach der Pause übernahm Manfred Berger das Zepter und setzte schwungvoll zum »Kometenflug« von Alexander Pfluger an. Darauf folgten die Polka »Von Freund zu Freund« und die »tanzenden« Trompeten des Swing Intermezzos »Happy Trumpets.« Mit einer ruhigeren Nummer, der böhmischen Polka »Wir Musikanten«, und dem Lieblingsmarsch des neuen Chefdirigenten, »Mars der Medici«, verabschiedete sich die Kapelle. Selbstverständlich durfte auch eine Zugabe nicht fehlen. Dazu formierten sich die »Jungen« und die »Alten« zu einem klangvollen Gemeinschaftsorchester zum letzten Mal unter der Leitung von Georg Angerer. Der jubelnde Schlussablauf war redlich verdient.

Als großer Verfechter der Blaskapelle und des Traunwalchner Musiklebens ließ es sich Alois Glück nicht nehmen, ein paar persönliche Worte zu sprechen. Traunwalchen nehme eine hervorragende Stellung in der Musik ein, sei es an der Schule, Musikschule, im Kirchenchor oder eben in der Blasmusik. Georg Angerer sei nicht nur ein unwahrscheinlich guter Musiker, er verstehe es auch, die Kameradschaft zusammenzuhalten. Dafür gebühre ihm größte Anerkennung.

Kapelle und Verein würdigten den langjährigen Dirigenten mit einer besonderen Auszeichnung. »Wir wollen Vergelt's Gott sagen und haben einstimmig beschlossen, Dich zum Ehrendirigenten zu ernennen«, sage der Vorsitzende Hans Zillner und überreichte Angerer die Ehrenurkunde. Zillner blickte zurück auf das 40-Jahr-Jubiläum im vergangenen Jahr.

Grund zum Feiern hat das Orchester auch heuer: Die Blaskapelle ist seit 25 Jahren offizieller Musikzug der Gebirgsschützenkompanie Traunstein. Die langjährige Verbundenheit soll am 7. Juli mit einem Gottesdienst und Ehrensalut sowie mit einem kleinen Umzug durch die Traunsteiner Innenstadt gefeiert werden. ga