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Geordnete Finanzen bei Alten- und Pflegeheimen

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Nachrichten aus Inzell und Traunstein
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Ende Juni wird das Altenheim in Inzell endgültig geschlossen. Das teilte der Betreiber mit. Das Gebäude entspräche nicht den baulichen Vorschriften. Foto: Jens Kalaene/dpa

Traunstein – Im vierten Jahr in Folge weisen die Finanzen der Kreisalten- und -pflegeheime in Grabenstätt, Palling und Trostberg ein positives Jahresergebnis auf. »Das erwirtschaftete Geld bleibt in den zugehörigen Gesellschaften – damit weiter investiert werden kann«, informierte Landrat Siegfried Walch den Kreistag.


Vor der Sitzung hatten der Landrat und der Geschäftsführer Markus Mayr als alleinige Vertreter des Landkreises Traunstein die notwendigen formalen Entscheidungen zu den extern geprüften Jahresabschlüssen für das Jahr 2018 gefasst.

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Jahresüberschuss in Höhe von 470 000 Euro

Für die Kreisheime sind zwei Gesellschaften zuständig. Der Betrieb fällt in die Verantwortung der Kreisaltenheime Traunstein GmbH & Co.KG, die im letzten Jahr eine Bilanzsumme von über 13,73 Millionen Euro erreichte. In der Erfolgsrechnung standen Aufwendungen von knapp 9,38 Millionen Euro Erträge von fast 9,85 Millionen Euro gegenüber. Der Jahresüberschuss summierte sich auf rund 470 000 Euro. Das Jahresergebnis lag um mehr als 20 000 Euro über dem des Vorjahres. Als Gründe nannte Walch die »sehr gute und konstante Auslastung aller drei Einrichtungen«, aber auch die erfolgreichen Pflegeentgeltverhandlungen bezüglich allgemeiner Pflegeleistungen.

Die Verwaltungs-Gesellschaft mbH erzielte eine Bilanzsumme von gut 37 000 Euro und schloss unter dem Strich mit einem Überschuss von rund 600 Euro. Insgesamt habe sich die wirtschaftliche Situation weiter stabilisiert, betonte der Landrat. Walch weiter: »Das ist sehr erfreulich.«

Der Kreistag bevollmächtigte den Landrat, die Satzungen der Wohnbaugesellschaft und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf Rat von Fachleuten anzupassen.

Für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft tätigte Siegfried Walch als gesetzlicher Vertreter vor dem Kreistag einige routinemäßigen Beschlüsse. Er stellte die Bilanzsumme für 2018 mit knapp 1,9 Millionen Euro und den Jahresfehlbetrag aufgrund der Gewinn- und Verlustrechnung mit 580 000 Euro fest. Dazu merkte er an, die Gesellschaft habe zwar steigende, aber nicht ausreichende Einnahmen aus Sponsorengeldern erreicht. Die Einspeisevergütungen aus der Photovoltaikanlage Litzlwalchen hätten sich auf rund 129 000 Euro leicht erhöht: »Das resultierte auch aus dem guten Solarjahr 2018.«

Vom Freistaat Bayern seien 56 000 Euro an Fördermitteln für das Regionalmanagement des Landkreises eingenommen worden. Hauptfinanzier der Gesellschaft bleibe jedoch der Kreis selbst.

Der Jahresfehlbetrag beinhalte einen Personalaufwand durch den Kreis in Höhe von 460 000 Euro. Der Saldo belaufe sich auf 122 000 Euro. »Alle im Kreistag sind sich einig, dass die Maßnahmen und Aktionen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft wichtig und äußerst sinnvoll sind. Insofern ist der Landkreis als Gesellschafter natürlich auch verpflichtet, den Verlust auszugleichen.«

Aus Reihen des Kreistags erhob sich kein Widerspruch. Für 2019 einem Wirtschaftsprüfer aus Augsburg den Auftrag zu erteilen, war unter den weiteren Beschlüssen des Landrats. Auf Vorschlag des Beirats bestellte er drei neue Männer in den Aufsichtsrat. Durch den unerwarteten Tod von Dr. Michael Elsen sowie den Wechsel von Josef Schallinger und Franz Brecht in den Ruhestand musste das Gremium ergänzt werden. Die »Neuen« sind Roger Pawellek von der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, Stefan Neumann von der Brückner Group GmbH in Siegsdorf, auch Vorstand des Informationskreises der Wirtschaft Traun/Alz, sowie Jürgen Hubel von der VR-Bank Oberbayern Südost eG.

Geordnet sind auch die Finanzen des Landkreises selbst, wie die von Vize-Landrat Sepp Konhäuser vorgetragenen Fakten für das Jahr 2017 unter Beweis stellten. Der Kreistag segnete das Zahlenwerk einstimmig ab.

»Superschöner Regionaltag«

Unter dem Punkt »Sonstiges« zollte Peter Ober, CSU, dem Landrat und allen Beteiligten großes Lob für den »superschönen Regionaltag«. Man könne stolz sein auf den Landkreis Traunstein. Walch erwiderte, tausende von Besuchern seien gekommen. Auch nächstes Jahr sei wieder ein Regionaltag geplant. Unter dem Stichwort »Klimaschutz« forderte Willi Geistanger, Bündnis 90/Die Grünen, bei der Geothermie im nördlichen Landkreis mehr die Wärme zu nutzen. Dazu der Landrat: »Wir können nur an die Verantwortlichen appellieren, haben es aber nicht in der Hand.« kd